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Das Konzert war ein beeindruckender Auftakt zur Orgelwoche.

50. Internationale Orgelwoche Erding

Elias-Oratorium: Stimmgewaltig und voller Pathos

Erding - Eine packende Inszenierung des Elias-Oratoriums bildete den Auftakt der 50. Orgelwoche.

Es war ein großes Unterfangen, Felix Mendelssohn Bartholdys „Elias“ als Eröffnungskonzert der 50. Internationalen Orgelwoche am Samstagabend in der Erdinger Stadtpfarrkirche St. Johannes aufzuführen – ein komplexes Werk mit gut zweieinhalb Stunden Dauer und einem mächtigen Klangkörper.

Respekt! Mit diesem einen Wort lässt sich die immense Leistung des musikalischen Leiters Georg Rothenaicher und der Mitwirkenden gut zusammenfassen. Man erlebte eine packende Inszenierung, die der Komponist stellenweise mit opernhaft-dramatischen Zügen versehen hatte. Gerade wenn man den Text mitlas, wurde man förmlich in das Geschehen hineingezogen, das Mendelssohn virtuos und opulent in den verschiedensten Klangfarben illustriert hatte.

In einer beeindruckenden Gemeinschaftsarbeit gestalteten die Chöre der Stadtpfarrkirchen St. Johannes von Erding und Mariä Himmelfahrt von Bad Tölz ihre Gesangspartien und schlüpften dabei in verschiedene Rollen: als flehendes Volk Israel, als beschwörende Baalspriester, als vielstimmiger Erzähler und als lyrischer Verkünder. Das Chor-Ensemble wurde wirkungsvoll eingesetzt, um Szenen mit aufrüttelndem Pathos und Symbolkraft zu überhöhen.

Dass „Elias“ manchmal als „Ersatzoper“ bezeichnet wird, die Mendelssohn mangels passenden Opernstoffs nie geschrieben hat, erschien aufgrund der effektvollen szenischen Dramatik passend. Gleichzeitig verströmte sein Werk tiefe Religiosität. In den sieben Arien mit ihrer melodischen Innerlichkeit zeigte sich der Liedkomponist. Elias war für Mendelssohn eine vielschichtige Persönlichkeit: ein charakterstarker Prophet durch und durch, „stark, eifrig, aber wohl auch bös’ und zornig und finster“. Diese ambivalenten Eigenschaften stellte Bassist Andreas Macco mit faszinierender Gestaltungskraft dar.

Tenor Johannes Chum war kurzfristig für Dominik Wortig eingesprungen. Seine ausnehmend schöne, voll tönende Stimme und seine mit nach innen gerichteter Sprengkraft aufgeladene Interpretation begeisterten. Es ging ans Herz, als Susanne Bernhard mit ihrem glockenreinen Sopran die um ihr Kind bangende Mutter verkörperte – eine starke Stelle ebenso wie die vom Cello wunderbar begleitete Elias-Arie „Es ist genug“, die in ergreifender Eindringlichkeit von den letzten Dingen sprach.

„Sei stille dem Herrn und warte auf ihn“, dieses lyrische Lied Mendelssohns ist auch losgelöst vom Oratorium zu einem oft gehörten Stück geworden, an diesem Abend gesungen von Altistin Barbara Hölzl. Das Orchester setzte die klangliche Vielfalt des Oratoriums nuancenreich um. Mit Pauken und Bläsern wurde Baal angerufen, mit ekstatischer Wucht dem aufgebrachten Volk eine Stimme verliehen, in anschaulicher Klangmalerei brach die entfesselte Natur über die Menschen herein. Gott offenbarte sich in sanftem Säuseln.

Mendelssohn-Bartholdy hatte „Elias“ ein Jahr vor seinem frühen Tod im Alter von 38 Jahren komponiert. An seinen Bruder schrieb er nach der umjubelten Uraufführung in Birmingham: „Noch niemals ist ein Stück von mir bei der ersten Aufführung so vortrefflich gegangen und von den Musikern und den Zuhörern so begeistert aufgenommen worden.“ So reagierte auch das Publikum in Erding.

Vroni Vogel

Die weiteren Konzerte

der Orgelwoche in der Erdinger Stadtpfarrkirche St. Johannes:

Am Dienstag, 11. Oktober, gastiert Michael Radulescu aus Wien mit Werken von Johannes Brahms, César Franck und Georg Muffat.

Der Organist Jean Baptiste Dupont aus Bordeaux gibt sein Konzert am Donnerstag, 13. Oktober.

Der französischen Orgelromantik widmet sich Bine Bryndorf aus Kopenhagen am Samstag, 15. Oktober. Alle drei Konzerte beginnen jeweils um 20 Uhr.

Der Abschlussgottesdienst findet am Sonntag, 16. Oktober, mit Organist Georg Rothenaicher und der Choralschola um 9 Uhr in St. Johannes statt.

Karten gibt es im Pfarrbüro St. Johannes Erding, Tel. (0 81 22) 8 92 02-0.

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