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Eintrag ins Goldene Buch (v. l.): Martin Bayerstorfer, Ulrike Scharf, Anton Empl, Lothar Lothar Ritze-Bodenstein und Bernd Sibler.

38. Kulturpreis des Landkreises

„Kunst gibt der Gesellschaft ein Gesicht“

Erding - Anton Empl aus Dorfen und der Fotoclub Erding sind die 38. Kulturpreisträger des Landkreises. Ausgewählt wurden sie wohl auch, um die Bandbreite des künstlerischen Schaffens in Erding zu zeigen. Verliehen wurden die Preise am Freitag bei einem Festakt in der Stadthalle.

Dass man in Erding nicht lange suchen muss, um auf die Pflege von Kunst und Kultur zu stoßen, bekam der bayerische Kultusstaatssekretär Bernd Sibler am Freitagabend hautnah mit: Auf dem Weg zur Kulturpreisverleihung in der Stadthalle ging der Festredner am Schaukasten des Kreisvereins für Heimatschutz und Denkmalpflege vorbei. In seiner Festrede bekannte er, dass ihn der offensichtlich hohe Stellenwert der Kultur hier beeindrucke.

Im Mittelpunkt standen freilich die 38. Preisträger, auf die Landrat Martin Bayerstorfer Laudationes hielt. Für Anton Empl aus Dorfen zitierte er Goethe: „Keiner lebt für sich allein, wir alle müssen hilfreich sein.“ Empl, 1951 auf einem Einödhof bei Dorfen geboren, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München. Nach dem Lehramts-Referendariat am Gymnasium Gars am Inn fand Empl seine endgültige Wirkungsstätte am Dorfener Gymnasium – von 1982 bis 2016.

Bayerstorfer lobte die Hinführung junger Menschen an die Kunst. Auf diese Weise seien unzählige Ausstellungswände, Einladungs- und Weihnachtskarten entstanden. Empl habe darüber hinaus nicht nur immer wieder das Schulhaus neu gestaltet, sondern auch den großen Theateraufführungen buchstäblich seine künstlerische Handschrift verliehen. Bei der Gestaltung des Bühnenbildes und der Ausstattung der Akteure hätten jedes Mal mehrere Fächer zusammengewirkt. Weit über 40 Theaterstücke habe Empl in Dorfen inszeniert. Besonders hob Bayerstorfer die „Antigone“ hervor, die 2001 im Eisstadion aufgeführt worden war.

„Bei unserem Preisträger gab es eigentlichen keinen genau erkennbaren Unterschied zwischen Arbeit und Freizeit.“, so der Landrat. Darüber hinaus habe Empl immer wieder eigene Ausstellungen in der gesamten Region bestritten. Sibler zeigte sich beeindruckt, dass Empl viel auf durchsichtiger PVC-Folie gemalt habe und damit sowohl den Hintergrund in die Malerei einbezogen habe als auch Kunst und Realität miteinander verschmelzen ließ.

Empl bekannte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass ihm die Ehrung schmeichle. „Es ist schön, dass so viele das Zusammenwirken der Dinge erkennen, die ich mache. Denn auch in der Kunst gehört vieles zusammen.“ Den Preis empfinde er als große Ehre.

Zweiter Preisträger ist heuer der Fotoclub Erding, 1971 von Heinz Bauer gegründet. Der Verein, so der Landrat, biete seit nunmehr 45 Jahren ambitionierten Hobby- und Berufsfotografen ein Forum. Die Mitglieder ermöglichten „dem Betrachter einerseits einen neuen Blickwinkel auf Altbekanntes, andererseits bekommt er bisher unbekannte Aspekte unseres Lebensraums präsentiert“. Der Fotoclub zeige die „Bedeutung der Fotografie als moderne Kunstform unserer Zeit auf“ – nicht zuletzt durch seine kreativen Wettbewerbe.

Bayerstorfer lobte die soziale Ader des Vereins, etwa die Vermittlung der Fotokunst an Schulen oder die Teilnahme an der Aktion Ferienspaß der Stadt Erding. Zudem habe es sich der Preisträger zur Aufgabe gemacht, seine Mitglieder stets über technische Neuerungen auf dem Laufenden zu halten. Sie könnten professionelles Gerät leihen, um ihre Arbeit zu verfeinern. Den Preis nahm Vorsitzender Lothar Ritze-Bodenstein entgegen.

Staatssekretär Sibler beglückwünschte nicht nur die Preisträger, sondern auch den Landkreis, der bereits Ende der 70er Jahre erkannt habe, dass Kultur Förderer brauche. „Kunst gibt unserem Land ein unverwechselbares Gesicht und prägt die Marke Bayern als Kulturstaat.“ Der Freistaat fördere das – heuer unter anderem mit sechs Millionen Euro aus dem Kulturfonds Bayern für 136 Projekte.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt wieder vom Sinfonieorchester der Kreismusikschule Erding unter der Leitung von Veronika Marschall. Allein dieses kleine Konzert macht die Preisverleihungen zu einem „kulturellen Höhepunkt im Landkreis“, wie Sibler bemerkte.

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