Frische Farbkombinationen sind in diesem Jahr auf vielen Gräbern zu sehen. Claudia Warneke von der Gärtnerei Strohmair & Hirsch berät bei der Auswahl einer passenden Bepflanzung. Foto: Bauersachs

Grabgestaltung zu Allerheiligen

Lebendige Farben für die Toten

Landkreis – Aufwändig oder schlicht, bunt oder einfarbig, kontrastreich oder farblich abgestimmt: Zu Allerheiligen schmücken die Menschen die Gräber ihrer Liebsten ganz besonders. Doch was kaufen die Landkreisbürger heuer in Sachen Grabschmuck?

 „Gestecke sind nicht mehr besonders gefragt. Lieber werden frische Sachen gepflanzt“, erzählt Andrea Hagl von der Gärtnerei Paul Hagl in Erding. „Beliebt sind auch verschiedene Formen, in denen die Pflanzen angelegt werden, zum Beispiel Kreise oder Rauten. Gern wird auch schräg bepflanzt“, weiß die Expertin. Sehr gefragt seien dafür nach wie vor Erika und Calluna in allen Farben sowie silbrige Gewächse wie das Silberblatt. Laut Hagl liegen auch Mischbepflanzungen mit Beeren, farbigen Blättern, Stiefmütterchen und Hornveilchen in verschiedenen Farbton-Variationen im Trend. „Wer das Grab nicht ganz so voll möchte, greift auf kleine Gestecke und Kränze zurück“, erklärt sie.

Ähnliche Erfahrungen macht auch Claudia Warneke von der Gärtnerei Strohmair & Hirsch in Aufhausen. „Für diese Saison haben wir eine bunte Farbpalette für Erika und Calluna im Angebot. Lachsfarbene und pinke mit grüner Spitze gehen besonders gut in Kombination mit Blattschmuck“, erzählt Warneke.

Außerdem seien Alpenveilchen eine gute Wahl für diese Jahreszeit, da sie auch Temperaturen um den Gefrierpunkt Stand halten. „Frische Farbkombinationen, etwa Orange mit Pink, sind gerade in Mode, genauso wie das helle Lindgrün der Baumheide zusammen mit ein wenig Blauschwingelgras“, sagt Warneke. Bei Gestecken und Kränzen sei eine naturnahe Gestaltung etwa mit Kiefernnadeln, Zapfen und Rohrkolben der Renner.

„Selbstverständlich kann man auch heuer nicht auf Erika verzichten. Satte Grüntöne sind ebenfalls begehrt“, stellt Tamara Wakonig von der Blumenoase Dorfen fest. Sie merkt aber auch: „Leider werden es immer weniger Leute, die überhaupt noch ans Grab gehen, geschweige denn es schmücken.“

Robert Gauster hat da andere Erfahrungen gemacht. Er beobachtet, dass die Menschen wieder mehr auf die Gräber ihrer Verstorbenen schauen. „Früher war da einfach nur schwarze Erde mit einem Gesteck drauf. Jetzt gibt man sich wieder Mühe“, meint der Inhaber der Gärtnerei Gauster in Dorfen. Er verkauft viele Pflanzen in Beeren-Tönen, aber auch in Lila, Rosa und Weiß. „Die Farben sind der Renner. Es darf auch ruhig wieder bunt sein. Nur Rot geht gar nicht“, meint Gauster. Was hingegen gut gehe, seien aufwändige Gestecke: „Wo früher ein bisschen gespart wurde, kann es jetzt schon qualitativ hochwertiger sein“, sagt Gauster, der alleine der Haltbarkeit wegen ein Gesteck vom Gärtner einem vom Discounter vorziehen würde.

Auf Beerentöne setzt auch Gabriele Ippisch, Geschäftsführerin von Blumen Ippisch in Erding. Auch Rottöne wie Hagebutte seien beliebt, Orange hingegen weniger. Auch schön für Allerheiligen findet sie Naturtöne wie Creme, Schlamm und Grau. Zwar seien bei der Grabbepflanzung keine Grenzen gesetzt, Ippisch findet aber: „Eine große Bepflanzung ist wirkungsvoller.“ Neben dem Dauerbrenner Erika sind dafür aktuell auch Spinnen- und Deko-Chrysanthemen sowie Stiefmütterchen in allen Farben angesagt.

In jedem Fall „sollte man auf Besonderheiten achten“, rät Ippisch und meint damit, dass nicht nur langlebige Gestecke und Pflanzen auf das Grab müssen. Auch wenn sie langlebige, gewachste Seidenrosen anbietet: „Die echte frische Rose ist nie out.“

Liesa Pfort und Franziska Huber

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