Mehrere Polizeieinsätze wegen Gewalt

Attacke mit Bierflasche in der S-Bahn

Erding/München - Gleich zwei Gewaltverbrechen haben sich im Münchner Nahverkehrsnetz ereignet. Ein Asylbewerber aus Erding wurde schwer verletzt.

Mit einer Bierflasche angegriffen worden ist ein 20 Jahre alter Nigerianer, der sich in der Nacht auf Sonntag gegen Mitternacht in Erding in die S-Bahn nach München gesetzt hatte. Nach Angaben der Bundespolizei am Hauptbahnhof wurde der junge Mann im Zug von zwei bislang unbekannten Männern angegriffen. Ein rassistisches Motiv ist nicht auszuschließen. Zeugen alarmierten die Polizei. Die Streife traf den Afrikaner am S-Bahn-Halt Grub (Kreis Ebersberg) an – mit einer stark blutenden Platzwunde an der Stirn. Der Rettungsdienst lieferte den Mann in einer Klinik ein. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief bislang ohne Erfolg. Polizeisprecher Wolfgang Hauner kündigte an: „Wir werden jetzt die Videoüberwachung auswerten, um so den Tätern auf die Spur zu kommen.“ Hinweise von Zeugen werden unter Tel. (089) 5 15 55 01 11 an die Bundespolizei am Münchner Hauptbahnhof erbeten.

Ist er nun Opfer oder auch Täter? Diese Frage muss die Bundespolizei in einem weiteren Fall eskalierter Gewalt klären im Münchner Nahverkehrsnetz. Beteiligt war wiederum ein Erdinger.

Hauner berichtet, dass sich die gefährliche Körperverletzung in der Nacht auf Sonntag gegen 2 Uhr in der Schalterhalle des Ostbahnhofs zugetragen habe. Zwei 24 und 25 Jahre alte Männer waren dort in Streit geraten. Der 32 Jahre alte Erdinger sagte aus, er habe schlichtend eingreifen wollen. Der 24 Jahre alte Germeringer griff daraufhin den Erdinger an. Dieser wehrte sich unter anderem mit einem Fußtritt und flüchtete. Die beiden Kontrahenten rannten ihm nach und stellten ihn am U-Bahnsteig.

In diesem Moment kam eine Streife der Bundespolizei dazu und versuchte, die Lage zu deeskalieren. Mit mäßigem Erfolg: Der Erdinger beleidigte den Germeringer, woraufhin dieser erneut auf Angriff schaltete. Die Beamten wussten das zu verhindern. Der junge Mann leistete gegen seine Festnahme Widerstand und stieß allerhand Beleidigungen aus. Auf der Wache stellte sich heraus, dass alle drei Streithähne alkoholisiert waren. Bei dem Erdinger wurden 1,14 Promille gemessen, bei den anderen beiden 1,44 und 0,76 Promille.

Wie es zu der Rangelei in der Schalterhalle kommen konnte, ist noch völlig unklar. Hauner will nicht ausschließen, dass eventuell drei Männer auf ein bislang unbekanntes Opfer losgegangen sein könnten, ehe der Erdinger dazukam. Beobachtet wurde nur ein Mann, der die Festnahme des 24-Jährigen mit den Worten filmte: „So schlägt die Polizei.“ Danach stieg er in eine U-Bahn und verschwand. Die Polizei ermittelt aber auch gegen den Erdinger, ob er wirklich nur aus Zivilcourage gehandelt hat. Hier werden ebenfalls noch Zeugen gesucht.

Auf dem Dorfener Volksfest kam es zu einem Polizeieinsatz wegen Gewalt. Gegen 2.30 Uhr in der Nacht auf Samstag bekam eine Polizeistreife zufällig mit, wie sich vier Männer zwischen 27 und 53 Jahren gegenseitig an die Gurgel gingen. Die Beamten holten Verstärkung und trennten die Streitenden. Ein Mann musste fixiert werden. Drei erlitten leichte Prellungen durch Faustschläge. Die Ursache des Streits muss noch ermittelt werden.

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