Kreishaushalt 2017

2,8 Millionen Euro für Asyl

Erding – Am Landratsamt sind fast 39 Stellen für die Asylbetreuung und damit zusammenhängende Tätigkeiten eingeplant.

Knapp 2,8 Millionen Euro – das sind laut Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) im kommenden Jahr die Ausgaben für den Bereich Asyl. In der Landkreisverwaltung seien es „knapp 39 Stellen, die direkt oder indirekt mit dem Thema Asyl zu tun haben“, berichtete er in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Montag. Das Gremium billigte den Haushaltsansatz in seinem Zuständigkeitsbereich. Nach den gestern präsentierten Zahlen ist der Zuschussbedarf für die Jugendhilfe erneut um eine Million gestiegen – auf dann über 14,4 Millionen Euro.

Diese Kostensteigerung sei vorwiegend auf die Asylbetreuung zurückzuführen, erläuterte Bayerstorfer. Unter anderem würden zwei Sozialpädagoginnen in Vollzeit neu angestellt.

Die Ausgaben im gesamten Kreishaushalt würden zu mehr als der Hälfte in Soziales gehen, sagte Bayerstorfer. Denn auch die Bezirksumlage von 35,6 Millionen Euro im kommenden Jahr fließe vorwiegend in solche Zwecke.

Jugendamtsleiter Peter Stadick wies bei der Vorstellung des Teilhaushalts unter anderem auf die Kostensteigerung bei Inobhutnahmen zum vorläufigen Schutz von Kindern und Jugendlichen hin. „Heuer haben wir wahnsinnig viele Fälle“, erklärte Stadick. Deswegen werde der diesjährige Ansatz von 100 000 Euro bei weitem nicht ausreichen. Für 2017 plant der Landkreis hier mit Ausgaben von 275 000 Euro. Gleichzeitig werde der Etat 2017 voraussichtlich auch wieder entlastet, sagte Stadick. „Wir sind momentan im Gespräch mit einem freien Träger, der eine Gruppe für kurzfristige Inobhutnahmen schaffen will“, so Stadick.

Als freiwillige Leistung überweist der Landkreis im kommenden Jahr freien Träger der Jugendhilfe insgesamt fast 282 000 Euro an Zuschüssen. Das Zentrum der Familie wird laut Stadick 4000 Euro weniger bekommen als bisher. „In den letzten Jahren mussten wir feststellen, dass das Angebot deutlich zurückgegangen ist“, sagte der Jugendamtsleiter. Das beziehe sich sowohl auf die Zahl der Angebote als auch der Teilnehmer. „Wir hoffen, dass da eine Trendwende eintritt“, sagte Stadick.

Timo Aichele

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