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Die Sparkasse Erding-Dorfen, hier die Hauptgeschäftsstelle in Erding, erhebt seit September Negativzinsen - aber nur für einen sehr überschaubaren Kundenkreis.

Negativzinsen in der Eurozone

Wer zu viel auf dem Konto hat, wird bestraft

Landkreis - Die Sparkasse Erding-Dorfen reagiert auf die Null-Zins-Politik der EZB mit einem „Strafzins“ von 0,4 Prozent auf hohe Kontoeinlagen. Nur die wenigsten Kunden dürften davon betroffen sein.

Der Satz, der derzeit unter Bankern kursiert, ist voller Sarkasmus: „Kunden, die viel Geld auf ein Konto bei uns einzahlen wollen, schicken wir zur Konkurrenz.“ Die Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) stellt das Geldgeschäft auf den Kopf: Das klassische Konto hat als Form der Geldanlage an sich ausgedient. Wer zu viel drauf hat, muss mit Strafzinsen rechnen. Die Sparkasse Erding-Dorfen musste sie jetzt einführen.

Ihr Sprecher Stefan Fink hält den Begriff Strafzins für falsch. Richtig sei, „dass jetzt derjenige ein Entgelt erhält, der Geld entgegennimmt, und nicht mehr der, der es risikolos hingibt“. „Risikolos“ ist der entscheidende Begriff. „Wer bei der Geldanlage ein gewisses und individuell kalkulierbares Risiko eingeht, bekommt nach wie vor Zinsen“, erklärt Sparkassen-Vorstandschef Joachim Sommer.

Für Fink ist der Negativzins eine der „irrationalen Auswirkungen der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank“. Banken, die diesen erheben, geben lediglich die Kosten weiter, die ihnen für ihre Einlagen bei der EZB entstehen. Bei der Sparkasse Erding-Dorfen sind es 0,4 Prozent – exakt der Satz, den das Institut selbst abführen muss.

Vor diesem Abschlag brauche sich kaum einer zu fürchten, versichern Sommer und Fink: „Das Verwahrentgelt betrifft ausschließlich Einlagen auf gewerblichen Geldmarktkonten“, sagt Fink, der im gleichen Atemzug auf den Freibetrag von einer halben Million Euro verweist. Das heißt: „Für über 99 Prozent unserer Kunden ist das ohne Relevanz.“ Der eifrige private Sparer werde nicht angezapft.

Wie viele Kontoinhaber betroffen sind, kann Fink nicht sagen. Es gebe zwar erste Reaktionen. „Die waren jedoch von Verständnis geprägt.“

Die Raiffeisenbank Erding und die VR-Bank Taufkirchen-Dorfen erheben noch keine Strafzinsen. Christian Berther, Vorstandsvorsitzender des Erdinger Geldhauses, macht aber keinen Hehl daraus, „dass auch wir ganz schnell gezwungen werden können, ein Verwahrentgelt zu erheben“.

Sein Taufkirchener Kollege Heinrich Oberreitmeier liest Schlagzeilen über Banken, die Strafzinsen erheben, ungern. Dabei ist sein Haus noch nicht betroffen. Er befürchtet einen Domino-Effekt. Großkunden neigten dazu, per Online-Banking hohe Summen zu einer Bank zu transferieren, die noch kein Verwahrentgelt erhebt. Durch diesen Schritt könnte die Empfängerbank durch die eigene Dachorganisation oder die EZB gezwungen werden, Negativzinsen zu erheben. Sommer sieht diese Problematik auch. Die Spirale habe bei den Großbanken begonnen und breite sich aus.

Den Bankern ist wichtig, „den Kunden zu vermitteln, dass sie in der ganz großen Mehrheit nichts zu befürchten haben“, so Oberreitmeier. Beider Rat: Wer sich der 500 000-Euro-Grenze nähert, sollte sich mit seinem Berater in Verbindung setzen, um möglicherweise die Form der Geldanlage zu ändern. Bank-Schließfächer sind übrigens gefragt wie nie.

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