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Steht weiter leer: die geplante Asylunterkunft an der Rotkreuzstraße.

Objekt im Fliegerhorst

Regierung verliert Lust an Asylunterkunft

Erding - Die große Asylunterkunft im Fliegerhorst unmittelbar an der Rotkreuzstraße wird nicht verwirklicht. Die Regierung hat kein Interesse mehr. OB Max Gotz (CSU) ist verwundert.

Als im vorigen Jahr die Zahl der Asylbewerber sprunghaft in die Höhe schnellte, rang sich Erdings Oberbürgermeister Max Gotz zur großen Lösung durch. Er bot dem Bund an, das lang gestreckte Wohngebäude im Fliegerhorst unmittelbar an der Rotkreuzstraße in Erding zu kaufen. Dort wollten der CSU-Politiker und der Stadtrat etwa 130 Flüchtlingen Platz geben. Der Bund signalisierte sie im April vergangenen Jahres, die Immobilie im Rahmen der Fliegerhorst-Konversion zu einem vergünstigten Preis an die Große Kreisstadt zu veräußern.

Gotz’ Plan mit dem sanierungsbedürftigen Komplex ging jedoch noch weiter. Er erkannte die Möglichkeit, nach Abebben des Migrantenstroms hier so genannte Einfachstwohnungen zu realisieren. Dazu wird es nicht kommen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt der OB, „dass wir das Anwesen nicht erworben haben und auch nicht mehr kaufen werden“. Der Staat habe sich regelrecht aufgedrängt, in die Bresche zu springen. Mittlerweile habe die Regierung von Oberbayern jedoch das Interesse verloren – weil kaum noch Flüchtlinge ankommen.

Gotz hat für diese Haltung wenig Verständnis. Er wirft Freistaat und Bund vor, „kurzsichtig zu handeln“. Der Stadtchef hält es nämlich für gar nicht so abwegig, „dass der Flüchtlingsstrom sehr schnell wieder stärker werden kann“. Dann sei man wie schon im Sommer 2015 völlig unzureichend gewappnet.

Um seine Annahme zu bestätigen, muss Gotz nicht weit blicken. Denn nur ein paar Meter von dem Gebäude entfernt kommen seit November wieder 1000 Flüchtlinge pro Monat an – im Warteraum Asyl des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Wie berichtet, werden monatlich je 500 Asylsuchende von den Hotspots in Griechenland und Italien hierher geflogen, um sie von Camp Shelterschleife aus auf das gesamte Bundesgebiet zu verteilen. Gotz ist überzeugt: „Auch wir können sehr schnell vor der Situation stehen, wieder eine größere Zahl Menschen unterbringen zu müssen.“

Derzeit betreut der Landkreis nach Angaben von Behördensprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer 109 Quartiere. Deren Zahl nimmt ab, denn Asylbewerber werden vorrangig in den Groß-Unterkünften in Oberding und Lindum untergebracht. Die Mietverträge für kleinere Häuser laufen teilweise aus.

Die Einfachstwohnungen hat die Stadt nicht vergessen. Als sich abzeichnete, dass der Deal an der Rotkreuzstraße platzt, legte sie mit dem Bau 15 solcher Unterkünfte in St. Paul los.

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