Kreativ: Sonja Eschke und die Rabaukencombo. Sie gestalten Jazz für Kinder. Foto: fkn

Jazz Tage ERding: Interview mit Sonja Eschke

Proben für die Uraufführung: Albern und ausgelassen

Erding – Die erste Uraufführung ihrer Geschichte haben die Jazz Tage Erding in diesem Jahr im Programm: Sonja Eschke und ihre Rabaukencombo bringen zum ersten Mal „Das rätselhafte alte Haus“ auf die Bühne. Die gebürtige Erdingerin und ausgebildete Gesangslehrerin nahm dieses Gastspiel zum Anlass, um ihr Stück zu komponieren. Warum Jazz für Kinder interessant ist und worum es im „rätselhaften, alten Haus“ geht, erklärt sie im Interview.

-Frau Eschke, warum sollte man Kindern ausgerechnet Jazz nahe bringen?

Sonja Eschke: Meiner Meinung nach kann man mit Jazz unglaublich viele Emotionen transportieren. Auch die unterschiedlichen Stile wie Blues, Balladen oder Swing eignen sich sehr gut dazu und bieten viele Möglichkeiten für unterschiedliche musikalische Elemente. Der Wechsel zwischen geschriebenen und improvisierten Teilen lässt die Musik zudem sehr lebendig werden.

-Aber Jazz ist eigentlich keine populäre Musikart.

Eschke: Man kann als ungeübter Jazzhörer nicht zu jeder Zeit und in jeder Situation so einfach Jazz hören, das stimmt. Damit Kinder Zugang zum Jazz bekommen, müssen sie lernen, zuzuhören. Jazz bietet viele Eindrücke an – man könnte auch sagen: viele Töne. Deswegen gilt diese Musik als schwierig. Ich habe in meiner Arbeit aber oft bemerkt, dass man die meisten Kinder erreicht, wenn man die Musik mit Bildern und Beispielen erzählt. Kinder erschaffen sich eigene Bilder im Kopf, und die Musik verstärkt dieses Erlebnis.

-Beschreiben Sie bitte „Das rätselhafte alte Haus“.

Eschke: Die Hauptfigur ist Titus, der mit seinen Eltern und seiner Schwester Nora in dieses Haus einzieht und dort die Bekanntschaft mit dem freundlichen kleinen Gespenst Fridolin von Freigeist macht. In der Geschichte geht es um Freundschaft und um Hilfsbereitschaft. Und nicht zuletzt auch ein bisschen um die Frage, warum manche Menschen, meistens Erwachsene, manchmal Dinge tun, die andere traurig machen.

-Wie lange hat es gedauert, die Geschichte zu schreiben?

Eschke: Die Geschichte selbst hatte ich in groben Zügen während einer einstündigen Autofahrt nach München plötzlich im Kopf.

Den Text zu schreiben hat etwa zwei Monate gedauert. Die Musik ist parallel dazu entstanden. Bei manchen Liedtexten hatte ich die Melodie gleich im Ohr, bei manchen eher nur eine Tempovorstellung oder eine rhythmische Idee. Mein Mann Jan hat dann diese Ideen aufgegriffen und bei manchen eigene Ideen einfließen lassen. Der Text war die Vorgabe.

- Was sind die Schwierigkeiten dabei?

Eschke: Diese Arbeit hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich sie nicht als schwierig empfunden, sondern mich auf jede freie Minute gefreut habe, in der ich dran arbeiten konnte. Nur wenn ich mit einem Teil zu einem gewissen Zeitpunkt fertig sein wollte, ist mir nichts mehr eingefallen. Wahrscheinlich war es auch deshalb so unkompliziert und einfach, weil ich tolle Musiker und Künstler an meiner Seite hatte, die viele wunderbare Einflüsse beigetragen haben. Auch die Proben waren anders, als ich es von der klassischen Musik her kenne: Ausgelassen, albern, kreativ und trotzdem produktiv. Ich hoffe, diese Stimmung springt auf die Kinder und auch auf die Erwachsenen über.

Das Gespräch führte Ch. Wanninger

Jazz für Kinder

gestalten die Rabaukencombo mit Sonja Eschke (Idee/ Text/ Kompositionen/ Gesang/ Erzählerin), Boris Alexander Klöck (Singende Säge/ Schatten/ Geräusche), Jan Eschke (Kompositionen/ Klavier/ Geräusche), Johannes Ochsenbauer (Bass) und Sebastian Wolfgruber (Schlagzeug) am Samstag, 5. November, um 15 Uhr in der KMS. Erwachsene zahlen fünf Euro Eintritt, Kinder sind frei.

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