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Mit dem Fahrrad im Autoverkehr zu fahren ist nicht immer ungefährlich. Hier gesehen bei Langenpreising.

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Radler auf der Landstraße – muss das sein?

Landkreris - Radler fühlen sich zuweilen vom Autoverkehr bedrängt. Autofahrer verstehen wiederum nicht, warum gerade Sportradler auf Landstraßen dahinflitzen. Wir haben Fachleute befragt.

Radfahrer sind auch Verkehr – diese Meinung vertreten viele Radsportler und benutzen auch mal die Straße, ob nun aus Sicherheitsgründen oder weil sich der Radweg in keinem guten Zustand befindet. Dabei entstehen mitunter kritische Situation. „Zu Unfällen kommt es nur dann, wenn man unaufmerksam im Straßenverkehr ist“, stellt der Polizeichef von Erding, Anton Altmann, fest. „Da gibt es keinen speziellen Fahrrad-Typ, Rennradler sind genauso betroffen wie normale Radfahrer.“

Der Abteilungsleiter des Radsports beim TSV Erding, Klaus Lanzinger, hält eher einzelne Radfahrer für das Problem als Gruppen. „Ich fahre oft mit dem Rad in die Arbeit und da benutze ich schon den Fahrradweg.“ Für Rennradler sei es dagegen sehr gefährlich auf Radwegen, nämlich an Stellen, wo sie die Straße kreuzen. Wenn ein Auto abbiegen möchte und ein Radfahrer mit hoher Geschwindigkeit auf dem Radweg entlang fährt, sei das vor allem für den Radler gefährlich.

Da wäre es für den Rennsportler sicherer auf der Straße zu fahren, damit der Auto- oder Lkw-Fahrer das Fahrrad auf dem Schirm hat. Klaus Lanzinger selbst habe auch schon einige gefährliche Situationen erlebt, bei denen auch teilweise die Autofahrer nicht damit gerechnet hätten, dass ein Radfahrer mit Tempo 35 angefahren kommt. Gut findet der Radsportler die Radwege in Freising, die nicht baulich von der Straße abgetrennt, sondern nur durch einen Strich auf der Fahrbahn gekennzeichnet werden.

Ansonsten hat Lanzinger wenig Verständnis für Radfahrer, die den Radweg nicht nutzen. Wenn diese allein unterwegs sind, spricht nichts dagegen, auch den vorgesehenen Weg zu benutzen. „Es gibt Kriterien, wann ein Radweg zu benutzen ist, und die sollte man beachten.“

Der Erdinger Radsport-Chef ist ebenfalls der Meinung, dass jeder im Straßenverkehr aufmerksam sein sollte. Radler sollten klingeln und abbremsen, um auch Fußgänger und langsamere Fahrradfahrer nicht zu gefährden. „Auch an ein Rennrad gehört eine Klingel.“

Prinzipiell müssten sowohl Auto- als auch Fahrradfahrer aufpassen – vor allem in der derzeitigen Situation mit dem hoch stehenden Mais auf den Feldern, erklärt der Erdinger Polizeichef. „Momentan sind die Straßen dadurch unübersichtlich, da müssen alle aufpassen“, findet Altmann. Ein Auto kann auch mal ein anderes Fahrzeug übersehen, ein Radfahrer ist noch kleiner. Präventiv sollten Straßen mit mehr Verkehr gemieden werden.

Bei seinen Touren befolgt der ADFC diesen Hinweis. „Wir benutzen dann Straßen mit wenig Verkehr“, sagt Vorsitzender Horst Weise. Vom Radweg auf die Straße würden die Teilnehmer nur dann wechseln, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Als Beispiel nennt Weise auf der B 388 eine Stelle bei Eichenried. Da dort ohnehin auf 50 Kilometer pro Stunde beschränkt ist, sei diese Stelle weniger gefährlich. Sonst sollte aus Weises Sicht das Fahren auf Bundesstraßen verboten werden, da dies äußerst gefährlich sei.

Wenn 16 oder mehr Personen in einer Gruppe mitfahren, dürfen sie laut Straßenverkehrsordnung auch nebeneinander fahren. Das komme auch bei ADFC-Touren vor, erzählt Weise. 50 oder 60 Personen hintereinander könnten durchaus eine Behinderung darstellen, gibt er zu. „Bei unseren Touren lassen wir aber auch zwischen den Rädern mal für ein Auto Platz“, erklärt der ADFC-Vorsitzende.

Wenn also jeder aufmerksam im Straßenverkehr ist, wäre das Verhältnis zwischen allen Parteien harmonischer. „Es kann ja nicht sein, dass sich bei Konfrontationen immer der Stärkere durchsetzt“, meint Weise.

Franziska Huber

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