Senioren-Bürgerversammlung

Gotz fordert mehr Eigenverantwortung

Erding - Die Stadt Erding kann sich vieles leisten. Doch OB Max Gotz sieht auch die Bürger in der Pflicht. Er sprach sich gegen Rundum-Sorglos-Pakete und für mehr Eigenverantwortung aus.

Das Bild einer Stadt, die sich Investitionen in Millionenhöhe ohne Kreditaufnahmen leisten kann, zeichnete Oberbürgermeister Max Gotz gestern Nachmittag in der Senioren-Bürgerversammlung im Heiliggeist-Stift. Rund 30 Besucher, darunter einige Heimbewohner, waren gekommen und hatten wenig zu kritisieren.

„Es ist eine beneidenswerte Stadt, in der es wert ist zu leben“, sagte Gotz. Und: „Wir arbeiten jeden Tag dafür, dass es so bleibt.“ Dies verdeutlichte er mit einem Überblick über die Einnahmen und Ausgaben der Stadt, die allein heuer rund 18 Millionen Euro für Baumaßnahmen ausgebe, darunter die Sanierung der Görresstraße und der Ortsdurchfahrt von Indorf, die beide Ende November fertig sein sollen. Der OB sprach auch die 15 Einfachstwohnungen an der Sportfeldstraße an, in die die Stadt 2,4 Millionen Euro investiert. „Sie müssen auch einfachst sein, denn wir wollen die Menschen dazu motivieren, wieder in normale Mietverhältnisse zurückzukehren.“

Überhaupt sträubt sich Gotz gegen den „Trend unserer Zeit, nur noch Rundum-Sorglos-Pakete zu schnüren.“ Er appelliert vielmehr an die Bürger, selbst einen Beitrag zu leisten. Dieser beginnt bei der Räum- und Streupflicht, die gerade vor dem Winter aktuell wird. Ein Bürger monierte auch das schlechte Zurückschneiden von Bäumen und Sträuchern an Grundstücken entlang der Rotkreuzstraße. „Hier sind die Eigentümer gefordert“, erinnerte Gotz.

Neben der Mittelschule am Lodererplatz, die ab 2017 generalsaniert wird, steht der Rathaus-Erweiterungsbau an der Landshuter Straße 4 im Fokus. Dort investiert die Stadt rund acht Millionen Euro. Der von manchen geforderten Einzelhandelsnutzung im Erdgeschoss erteilte Gotz eine Abfuhr. „Den Kleingeistern sei gesagt, dass auch eine Verwaltung ein Frequenzbringer ist.“ Es sei wichtig, „für unsere Mitarbeiter Vorsorge zu tragen und überfällig, dass wir an der Landshuter Straße jetzt beginnen“. Zur Belebung der Innenstadt trage auch die Anzahl der Wohneinheiten bei, die hier „dramatisch erhöht worden ist“, freute er sich.

In der Diskussionsrunde fragte eine Bürgerin an, ob es am städtischen Friedhof an der Itzlinger Straße Pläne für weitere Urnengräber gebe, „gerne auch mal anders als die herkömmliche Urnenwand“. Gotz kündigte an, dass dafür im Haushaltsplan für 2017 finanzielle Mittel eingestellt werden.

Ruth Preuße, Senioren- und Behindertenbeauftragte des Landkreises, monierte die Schlaglöcher im öffentlichen Parkplatz an der Landgestütstraße. „Herr Gotz, Sie kennen doch den Betreiber. Nehmen Sie bitte Einfluss“, forderte sie den OB auf. Dieser betonte, es habe schon öfter Hinweise gegeben. Das Grundstück solle bald bebaut werden.

Aloisia Loibl sprach den rot markierten Radstreifen an der Dorfener Straße an, der vor der Kreuzung zwischen den rechtsabbiegenden und gerade aus fahrenden Autos hindurch verläuft. „Wird das geändert?“, fragte sie. Stadtbaumeister Sebastian Henrich räumte ein, dass die wartenden Autos beim Rechtsabbiegen auf dem Radstreifen stehen. „Aber auch die Polizei kennt keine andere Lösung“, sagte er. Sein Tipp: „Fahren Sie auf dem Geh- und Radweg daneben weiter und queren Sie die Anton-Bruckner-Straße an dieser Ampel.“ Das mache er auch so. (zie)

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