Kulturpreis des Landkreises

Sieg für Formen und Farben

Erding – Der Kulturpreis des Landkreises geht dieses Jahr an den Kunsterzieher, Maler und Bühnengestalter Anton Empl aus Dorfen sowie an den Fotoclub Erding. Der Kreisausschuss für Bildung und Kultur hat die beiden Preisträger gestern in der Sitzung gekürt.

Anton Empl hat in seiner Funktion als Lehrer am Gymnasium Dorfen das Schulleben künstlerisch gestaltet. Von 1982 bis 2016 unterrichtete er dort Kunsterziehung, Werken, Fotografie und Informatik sowie Natur und Technik. Jahrelang leitete er auch die Fachschaft Kunst. Zudem war der 64-Jährige als Dozent an der Akademie des Bayerischen Handels, beim Kreisbildungswerk und an der Volkshochschule Erding tätig. An der Kunstakademie München, wo er selbst studiert hatte, war er Prüfer.

Der Höhepunkt: Kulisse für Antigone

Besonders bekannt ist Empl jedoch für seine Bühnenbilder bei Theateraufführungen in der Schule. Bei insgesamt 45 Inszenierungen entwarf und realisierte der Kunstlehrer mit den Schülern viel beachtete Bühnenbilder. Er machte dabei die Arbeiten zu gemeinschaftlichen Projekten und verhalf den Schülerstücken zu einer besonderen optischen Wirksamkeit. Als Höhepunkt dieser Gestaltungen nannte Landrat Martin Bayerstorfer in der Sitzung die Oper „Antigone“ 2001 im Eisstadion in Dorfen.

Als Künstler liebt Empl die abstrakte Malerei. Die Schnellebigkeit der Zeit ist vor allem sein Thema. Die Leinwand ersetzt Empl konsequent durch durchsichtige PVC-Folien. Damit bezieht er den Hintergrund mit ein und gliederte die Welt in Schichten auf. Zu seinem Repertoire zählen auch Installationen mit Gestein, Holz und anderen Werkstoffen.

Der gebürtige Schwindkirchener nahm sowohl an der Kirta-Ausstellung in Dorfen teil als auch bei Präsentationen im Haus der Kunst in München.

Intensiv hat sich Anton Empl mit Georg Dillis beschäftigt. Als Autor und Layouter arbeitete er sechs Jahre an der neuen wissenschaftlichen Publikation über den berühmten Maler und Galeriedirektor aus Schwindkirchen. Das Werk ist 2015 erschienen. Gemeinsam mit Flüchtlingskindern gestaltete er erst vor wenigen Wochen Hinweisschilder, um die Autofahrer zur Rücksichtnahme zu bewegen. Empl war gestern für eine Stellungnahme zu seiner Würdigung nicht zu erreichen. Er ist im Urlaub.

Der Fotoclub Erding wurde im Jahr 1971 gegründet und ist laut Bayerstorfer „seitdem aus dem kulturellen Leben der Stadt Erding und des Landkreise nicht mehr wegzudenken“. Darüber hinaus habe sich der Fotoclub auch auf Bundesebene einen Namen gemacht.

Der 45 Mitglieder starke Verein feierte erst vor zwei Wochen sein 45-jähriges Bestehen. Seit 30 Jahren findet die Jahresausstellung des frisch gekürten Kulturpreisträgers zu den Osterfeiertagen im Frauenkircherl statt. Sie zeigt einen Querschnitt des kreativen Schaffens der Mitglieder aus dem jeweils aktuellen Jahr. Die Fotografen können sich jedes Jahr über 100 Besucher und mehr freuen, die sich für die Bilder interessieren. Gekonnte Schnappschüsse sind dabei ebenso vertreten wie bis ins Detail ausgearbeitete Studioaufnahmen sowie zeitaufwendig nachbearbeitete Bilder, die eine neue Wirklichkeit entstehen lassen.

Fotografie als moderne Kunstform

Die Arbeit des Fotoclubs zeige die Bedeutung der Fotografie als moderne Kunstform auf. Lothar Ritze-Bodenstein, Vorsitzender des Fotoclubs, zeigte sich „positiv überrascht“ über die Ehrung, doch er meinte auch: „Wir waren in den vergangenen Jahren schon sehr aktiv, haben uns positiv entwickelt und waren mehr in der Öffentlichkeit.“ Als ihn der Landrat telefonisch benachrichtigte, war er gerade dabei, Koffer zu packen. „Wir fahren zu einem Seminar nach Österreich.“ Da seien auch viele der Mitglieder dabei. Feiern wollen die Fotofreunde aber erst nach der öffentlichen Verleihung des Kulturpreises in der Stadthalle im November. Bis dahin werde der Vorstand auch entschieden haben, was mit dem Preisgeld in Höhe von 1500 Euro passiert. Der Club stellt seinen Mitgliedern eine große technische Ausrüstung zur Verfügung. „Vermutlich werden wir das Preisgeld in diesem Bereich anlegen“, sagte der Vorsitzende.

Die Verleihung

des Kulturpreises ist am Freitagabend, 25. November, in der Stadthalle Erding.

Alexandra Anderka

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