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Angriffe aufs Personal kennt man auch im Klinikum Landkreis Erding.

Attacken von Patienten und Angehörigen

Übergriffe auf Krankenhauspersonal nehmen zu

Landkreis - In Krankenhäusern gibt es immer wieder körperliche Übergriffe auf Ärzte und Pfleger. Das Klinikum Nürnberg hat deshalb eigens einen Sicherheitsdienst engagiert. Auch im Landkreis kennt man Attacken aufs Personal.

Eigentlich helfen Ärzte und Pfleger kranken Menschen dabei, gesund zu werden. Doch immer öfter werden sie selbst zum Opfer – und das mitten im Dienst. Beleidigungen, Drohungen, sogar körperliche Gewalt: „Auch im Klinikum Landkreis Erding ist zu merken, dass ungebührliches Benehmen bis hin zu Übergriffen von Patienten und Angehörigen gegenüber Krankenhauspersonal im ganzen Haus in den vergangenen Jahren zugenommen hat“, berichtet Klinik-Sprecherin Daniela Fritzen.

Dabei seien insbesondere Beleidigungen an der Tagesordnung. Seltener komme es jedoch auch zu physischen Übergriffen, vor allem in der Notaufnahme und auf der Intermediate Care-Station, wo Patienten betreut werden, die viel Überwachung und Betreuung brauchen, jedoch nicht direkt auf die Intensivstation müssen.

Wie derartige Übergriffe aussehen, davon kann Fritzen aus dem Berufsalltag der Mitarbeiter des Klinikums berichten. Ein Beispiel, das allerdings keine körperliche Attacke beinhaltet: Ein Patient sollte von einer Mitarbeiterin eine Infusionsnadel gelegt bekommen. Seine Reaktion: Man könne dies ja versuchen, andere habe er dabei schon k.o. geschlagen und einer sogar den Kiefer gebrochen. „Ob das so stimmt oder nur Angeberei war, sei dahin gestellt. In unserem Haus ist dies auf jeden Fall nicht passiert“, stellt Fritzen klar. „Dennoch ist das ein Moment, in dem Mitarbeiter im Krankenhaus natürlich innehalten und sich genau überlegen, wie sie nun weiter verfahren sollen.“

In ganz harten Fällen müsse dann eben die Polizei zur Unterstützung gerufen werden. „Solche Vorfälle kommen bei uns aber nur etwa einmal im Quartal vor“, sagt Fritzen und hat auch dafür Beispiele. Ein Patient etwa wurde nachts mit dem Rettungsdienst gebracht. „Dabei gab es bereits im Krankenwagen offenbar ein Gerangel“, erzählt Fritzen. In der Notaufnahme habe dieser Patient eine Mitarbeiterin angesprungen und nicht aufgehört, sich derart zu wehren, dass sich schließlich jemand auf ihn setzen musste, bis die Polizei kam.

„Ein anderer Patient hat derart randaliert, dass auch fünf bis sechs Mitarbeiter ihn nicht beruhigen und im Zaum halten konnten. Als die Polizei kam, musste sie ihn schließlich mit Handschellen ans Bett fesseln“, berichtet Fritzen.

Die Polizeiinspektion Erding ist gerade einmal 300 Meter vom Klinikum entfernt, in Dorfen sind es noch weniger. Doch bis Einsatzkräfte vor Ort sind, muss sich das Personal selbst helfen. „Üblicherweise wird zunächst im Kollegenkreis in der Abteilung sowie gegebenenfalls aus anderen Abteilungen Verstärkung gerufen und versucht, die Situation unter Kontrolle zu bekommen“, erklärt Fritzen das Prozedere. Falls das nicht gelingt, greife man im Zweifel tatsächlich zu Mitteln wie sich auf den Patienten setzen, bis die Polizei da ist.

Deutlich erhöht sei die Zahl körperlicher Übergriffe übrigens während Volksfestzeiten, wenn vermehrt alkoholisierte Patienten und Angehörige ins Krankenhaus kommen. Gerade läuft das Erdinger Herbstfest – und damit steige die Wahrscheinlichkeit von Übergriffen. Während dieser Zeit aber eigens einen Sicherheitsdienst zu beschäftigen, wie es etwa das Klinikum Nürnberg getan hat? Fritzen: „Aktuell sehen wir hierfür noch keine Notwendigkeit.“

Auch beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) Erding hat man bereits Attacken aufs medizinische Personal erlebt. „Zum Glück sind Übergriffe auf unsere Einsatzkräfte eher die Ausnahme als die Regel“, sagt BRK-Sprecherin Danuta Pfanzelt. Sie spricht von Einzelfällen. Mancher Patient oder Angehöriger beleidige das Personal, auch Rangeleien kämen vor. Selbst bespuckt wurden die Helfer schon. „Kommt es zu einem Angriff, holt die Einsatzkraft in den meisten Fällen die Polizei zur Hilfe“, erklärt Pfanzelt. Je nach Sachlage werde die Angelegenheit dann mit einer Anzeige verfolgt.

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