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Verleihung der Goldenen Stadtmedaille

Höchste Ehre für vier Politik-Urgesteine

Erding - Sie ist etwas ganz Besonderes. Maximal zehn lebende Personen in Erding sind mit ihr dekoriert, der Goldenen Stadtmedaille. Seit Donnerstagabend zählen die vier verdienten Kommunalpolitiker Roswitha Bendl, Eva Kolenda, Jakob Mittermeier und Fritz Steinberger zu diesem illustren Kreis.

Am Telefon hatte Oberbürgermeister Max Gotz Roswitha Bendl und Eva Kolenda darüber informiert, dass sie nach einstimmigem Beschluss des Stadtrates mit der Goldenen Stadtmedaille ausgezeichnet werden. Überrascht und gerührt reagierten die beiden Frauen. Nicht minder stolz sind Jakob Mittermeier und Fritz Steinberger. Mit ihren Familien waren sie am Donnerstagabend zur Verleihung ins Museum Erding gekommen.

Die Goldene Stadtmedaille werde an „verdiente, sich um das Wohl der Stadt sorgende Bürger verliehen“, sagte Gotz. Er trug für den feierlichen Anlass die Amtskette und stellte die Gemeinsamkeiten der Geehrten heraus: „Sie haben die Fähigkeit hinzublicken, wo andere nicht hinschauen; ein festes Weltbild und Realitätsnähe, was möglich ist und was nicht.“ Sie alle seien Beispiele dafür „dagegenzuhalten bei Nörglern, Jammerern, Egoisten oder Besserwissern, dass diese nicht die Oberhand bekommen.“

Bendl war über Jahrzehnte das Gesicht der ÖDP in Stadt und Landkreis. Die 70-jährige pensionierte Gymnasiallehrerin engagierte sich nicht nur in Stadtrat (1996-2014), Kreistag (2003-2014) und zahlreichen Ausschüssen, sondern auch für die Integration ausländischer Mitbürger, in Kirchengremien, ökumenischen Projekten und bei Pax Christi. Gotz kennt Bendl schon als Lehrerin. „Das hätten wir beide in der siebten Klasse nicht gedacht, dass wir uns hier wiedersehen“, sagte er schmunzelnd: „Heute lachen Sie, früher hat es anders ausgeschaut.“

Aufgeregt war Eva Kolenda. Die 74-Jährige ist die Grande Dame der Erdinger SPD, war 24 Jahre lang im Stadtrat (1990-2014), zuletzt Dritte Bürgermeisterin (2008-2014). Besonders dankbar ist ihr Gotz dafür, dass sie sich bis heute um die Kontaktpflege zur polnischen Partnerstadt Mszczonow kümmert. Kolendas Name ist auch eng mit dem Mieterverein Erding verbunden, dessen Vorsitzende sie seit der Gründung 1992 ist.

„Es gibt keinen Ausschuss des Stadtrates, in dem er nicht Mitglied war.“ Damit meinte Gotz Fritz Steinberger. Der 70-Jährige gehörte mehr als sein halbes Leben für die SPD dem Stadtrat an (1972-2014), war 35 Jahre lang Vorsitzender des Kleingartenvereins, führt seit 1984 den Verschönerungsverein und engagiert sich seit Jahrzehnten bei der Arbeiterwohlfahrt. Alle Ausgaben erledigt er in seiner „bekannt smarten, ruhigen und klaren Art, die wir so schätzen“, sagte Gotz augenzwinkernd über Steinbergers zupackendes Naturell.

Jakob Mittermeier ist noch im Stadtrat engagiert – und das seit 1978. Zuvor war er bereits sechs Jahre lang im Altenerdinger Gemeinderat. Das 77-jährige CSU-Urgestein gehörte bis 2014 auch dem Kreistag an und war zwölf Jahre lang Mitglied des Bayerischen Landtags. Er habe „unwahrscheinlich viele projektbezogene Initiativen angestoßen“, lobte Gotz. Er vergaß nicht, den Familien der Ausgezeichneten zu danken, „ohne deren Unterstützung, Geduld und Entgegenkommen so ein Engagement nicht möglich ist“.

Auf die Bedeutung des Ehrenamts ging Festredner Dr. Franz Dirnberger, Direktor des Bayerischen Gemeindetags ein. „Städte und Gemeinden leben davon“, sagte er. „Wer Herausragendes leistet, muss herausragend gewürdigt werden.“ Das letzte Wort hatte Mittermeier: „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung. Wir werden sie mit Dankbarkeit und großem Stolz tragen“, sagte er.

Mit der Bayernhymne, intoniert vom altbairischen Bläserensemble der Kreismusikschule unter Leitung von Kurt Müller endete der offizielle Teil, ehe die Festgäste auf die Geehrten anstießen und sich Speis und Trank schmecken ließen.

Lebende Träger der Goldenen Stadtmedaille sind außerdem: Kultusminister a.D. Hans Zehetmair (verliehen 1986), der ehemalige Stadtpfarrer Josef Mundigl (1989), Altbürgermeister Gerd Vogt (1990), Weißbräu-Chef Werner Brombach (2002) und Bürgermeister a.D. Karl Heinz Bauernfeind (2009). (zie)

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