Immer wieder geübt werden muss das Retten hilfloser Personen aus stehenenden und fließenden Gewässern. Unser Bild zeigt Aktive der Ortsgruppe Finsing bei einem nachgestellten Ernstfall. Foto: BRK-Wasserwacht

Saisonbilanz 2016 

Wasserwacht rettet zehn Menschen

Erding – Weniger Wachstunden, aber doppelt so viele gerettete Menschenleben – auf diesen Nenner lässt sich die Sommer-Bilanz der Wasserwacht im Kreis Erding bringen. Dass 2016 für die BRK-Retter kein Rekordjahr war, hat zwei Gründe.

Die Wasserwacht betreibt im Landkreis fünf Wachstationen an Badegewässern und betreut die Freibäder in Erding und Dorfen. Auf knapp 11 100 Wachstunden haben es die Ehrenamtlichen im zu Ende gegangenen Sommer gebracht, fast 5000 weniger als im Vorjahr. Diese Zahlen hat jetzt Alois Schießl, Kreisvorsitzender der Wasserwacht Erding, vorgelegt. Er führt den starken Rückgang auf zwei Faktoren zurück: der unstete Sommer, der erst spät in Gang kam, sowie die ganzjährige Sperrung des Erholungsgebiets rund um den Kronthaler Weiher.

Eine Zahl ragt aus der Statistik heraus: Zehn Mal gelang es der Wasserwacht, Schwimmer aus Lebensgefahr zu retten. 2015 war das „nur“ fünf Mal der Fall gewesen. „Für diese Fälle lohnt sich der gesamte Aufwand, den wir betreiben“, sagt Schießl. „Bei solchen Einsätzen geht es immer um Minuten“, erklärt Robert Blattenberger, Technischer Leiter der Wasserwacht Erding.

Rückläufig war Schießls Worten zufolge die Zahl der Erste-Hilfe-Leistungen – von 173 auf 93. „Die Bandbreite reichte von kleinen Schürfwunden bis zur Rettung vor dem Ertrinkungstod“, so Schießl. Leo Brummer von der Wasserwacht Wörth war selbst bei etlichen Einsätzen dabei: „Unser Angebot reichte vom Pflaster bis zur intensiven medizinischen Betreuung.“ Siegi Ippisch, Chef der Ortgruppe Erding, berichtet, dass man trotz Sperre regelmäßig Wachdienste am Kronthaler Weiher geleistet habe – und dabei einem 30-Jährigen das Leben gerettet habe.

Die Schnelleinsatzgruppe Wasserrettung der Ortsgruppe Erding (SEG) wurde Schießls Angaben zufolge zwölf Mal alarmiert, unter anderem zu Tierrettungen aus dem Isarkanal, aber auch zu Vermisstensuchen nicht nur im Kreis Erding. Oliver Henkel, Technischer Leiter der Kreiswasserwacht, lobt dabei den hohen Ausbildungsstand der SEG, weist aber auch auf die gute Zusammenarbeit mit den anderen Rettungsorganisationen hin.

Damit es gar nicht zu einem Einsatz kommt, bietet die Wasserwacht Schwimmkurse an. „Das ist eine Besonderheit bei uns“, sagt Jürgen Langner von der Lehrgruppe Schwimmen der Wasserwacht im Bezirk Oberbayern. „Das Schönste ist, wenn sich die Kleinen mit Spaß im Wasser bewegen, und dann ganz stolz sind, wenn wir ihnen das Seepferdchen überreichen.“ Nichtschwimmer, so Langner, seien stets besonders gefährdet.

Hans Moritz

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