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In der Kirche an der Krankenhausstraße feiert die Neuapostolische Kirchengemeinde Erding seit 1971 ihre Gottesdienste. Der Gemeinde steht Matthias Eifrig vor. Bei ihrer Gründung fanden die Gottesdienste im Nebensaal der Gaststätte am Schönen Turm statt, später Am Rätschenbach und im ersten Stock des Zollamtes am Gestütring.

60 Jahre Neuapostolische Kirchengemeinde

„Wir sind lebendig und offen“

Erding – Seit 60 Jahren besteht die Neuapostolische Kirchengemeinde Erding. Sie hat landkreisweit 223 Mitglieder und ist rein ehrenamtlich organisiert.

Die Neuapostolische Kirche (NAK) Erding feiert Jubiläum: Seit 60 Jahren gibt es die Gemeinde, die auf Bestreben des damaligen Kirchenbezirksleiters gegründet worden ist. „Seit dem 1. Januar 1956 wird Kirchenbuch geführt. Seitdem ist Erding eine offizielle, eigenständige Gemeinde“, erklärt Matthias Eifrig. Der 38-Jährige, der mit Frau, Sohn (8) und Tochter (6) in Taufkirchen lebt, ist seit einem Jahr Gemeindevorsteher der NAK Erding. Sie ist eine eingetragene christliche Kirche, deren Lehre auf der Heiligen Schrift basiert.

Mit der Eröffnung des Fliegerhorsts 1958 zogen mehr neuapostolisch Gläubige nach Erding. Die Gemeinde zählte zwei Jahre später schon 60 Mitglieder. Heute besteht sie aus 223 Gläubigen und gehört mit knapp 350 000 Mitgliedern deutschlandweit zu den größeren Glaubensgemeinschaften.

Die Seelsorge in Erding übernehmen zwei Diakone und sechs Priester – einer davon ist Eifrig selbst. „Die Amtsträger besuchen die Gemeindemitglieder einmal im Jahr zur Seelsorge – falls dies gewünscht ist“, sagt Eifrig und betont: „Ohne Ehrenamt würde es nicht funktionieren.“ So bringen sich die Mitglieder auch in Chören, im Orchester, bei Kirchenreinigung, Blumenschmuck und Gartenarbeit ein.

International wird die Kirche, die sich durch Spenden finanziert, vom so genannten Stammapostel geleitet. Während es in der Verwaltung ausgebildete Theologen gebe, sind die ehrenamtlichen Amtsträger in den Gemeinden Laien, erklärt Eifrig. Sie bilden sich in Seminaren und durch eigenes Studium weiter. „Aber Glaube ist eigentlich viel mehr“, sagt Eifrig, der hauptberuflich im Vertrieb tägig ist.

Gefeiert werden die Gottesdienste mittwochs um 20 Uhr und sonntags um 9.30 Uhr. Die Kinder besuchen währenddessen je nach Alter die Vorsonntags- oder die Sonntagsschule, wo sie an den Glauben herangeführt werden. Ab der fünften Klasse bietet die Kirche zudem Religionslehre an – kein Ersatz für den Schulunterricht. „Die Gemeindemitglieder entscheiden selbst, welchen Unterricht ihre Kinder besuchen“, sagt Eifrig, dessen Sohn etwa katholischen Religionsunterricht hat. Mit der Konfirmation im Alter von 14 Jahren sind die Jugendlichen religionsmündig. „Dann ist der Christ frei, zu entscheiden, ob er die Gottesdienste besucht und wie er seinen Glauben lebt“, sagt Eifrig.

Neben der Ehrenamtlichkeit der Priester unterscheidet sich die NAK zu katholischer und evangelischer Kirche in den Sakramenten, zu denen Wassertaufe, Versiegelung und Abendmahl zählen. Konfirmationen und Hochzeiten sind Segenshandlungen. Von Unterschieden will Eifrig aber gar nicht sprechen. „Wir suchen eher das Gemeinsame. Das ist gelebte Ökumene“, sagt er. Inzwischen bestünden gute Kontakte zur katholischen und evangelischen Kirche. Man hält gemeinsame Andachten, und 2017 findet der ökumenische Stadtkirchentag Erding statt.

Die NAK öffnet sich weltweit immer mehr nach außen. „Wir haben uns stark weiterentwickelt. Die Lehre muss gleich bleiben, aber die Struktur wird sich anpassen müssen, um die Menschen weiterhin zu erreichen“, sagt Eifrig. Doch der Katechismus, das Handbuch der Unterweisung in den Grundfragen des Glaubens, habe den Weg in die Öffentlichkeit und zu anderen Kirchen geebnet. „Vielleicht gibt es hier und da nach wie vor Kritik“, sagt Eifrig. „Man muss sich dieser stellen. Aber es ist auch jeder gefordert, die Kirche im Heute zu erleben. Wir sind eine lebendige, offene und herzige Gemeinde.“ Er empfiehlt allen Interessierten: „Herkommen, erleben und selbst entscheiden.“

Das Jubiläum

Samstag, 10. September, 13 Uhr: Tag der offenen Tür. 17 Uhr: Festakt, anschließend Speis und Trank. Sonntag, 11. September, 9.30 Uhr: Festgottesdienst mit Bischof Paul Hepp.

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