Startklar: Die Fahrzeugübergabe an Carsharing Erding mit (v. l.): Franz Wallisch und Wilma Östreicher vom Carsharing-Verein Markt Schwaben, dem Erdinger Vorsitzenden Alois Neumeier, Vorstandsmitglied Christina Treffler, Stefan Lorenz und Anneliese Moosmeier. Foto: Bauersachs

Carsharing in Erding 

Zweiter Versuch: Ein Auto, viele Nutzer

Erding – Es ist der Versuch, den Autoverkehr in Erding zu reduzieren und der Luftreinheit zu dienen, ohne den Menschen ihre Mobilität zu nehmen. In Erding ist am Samstag der zweite Anlauf gestartet, Carsharing zu etablieren.

Carsharing, zu deutsch „Autoteilen“ oder „Gemeinschaftsauto“, ist die organisierte gemeinschaftliche Nutzung eines oder mehrerer Automobile. Es erlaubt, anders als konventionelle Autovermietungen, ein kurzzeitiges, auch minutenweises Anmieten von Fahrzeugen. Diese Möglichkeit gibt es in Erding schon seit rund zehn Jahren – mit bislang eher mäßigem Erfolg, so dass die Initiative vor Jahren mehr oder minder eingeschlafen ist. Jetzt soll es im zweiten Anlauf klappen.

„Letztendlich war Carsharing bisher nicht rentabel, da die Vereine Freising und später Markt Schaben das Auto mitverwalteten“, erklärte Christina Treffler, Vorstandsmitglied des im Vorjahr gegründeten Vereins Carsharing Erding.

Seit drei Jahren steht an einem Parkplatz gegenüber des Erdinger Bahnhofs ein Citroen Picasso, der nun dem Erdinger Verein gehört. Die neue Initiative will das Autoteilen in der Herzogstadt fest etablieren und vor allem ausbauen. Es muss nicht bei einem Wagen bleiben. Dazu, so Treffler bei der Vorstellung am Samstag, soll es etliche Werbemaßnahmen geben, beispielsweise Aktionen auf dem Schrannenplatz und Präsentationen bei verschiedenen Veranstaltungen.

„Das gemeinsame Nutzen von Autos schließt eine Lücke im Mobilitätsangebot und stellt eine ideale Ergänzung zum ÖPNV dar“, sagte Vorsitzender Alois Neumeier bei der Übernahme des Fahrzeugs aus Markt Schwaben.

Derzeit gibt es in Erding zehn Nutzer. „Wir hoffen nun durch organisatorische Erleichterungen und mit Werbung, mehr Kunden zu finden, um bald ein weiteres Auto anschaffen zu können“, so Treffler.

Der von jedem Vereinsmitglied bei Aufnahme zu zahlende Nutzungsanteil beträgt einmalig 375 Euro. Hinzu kommt ein monatlicher Mitgliedsbeitrag von sechs Euro. Die Nutzungsgebühr besteht aus einem additiven Zeit- und einem Kilometertarif. Sie deckt alle variablen Kosten inklusive Sprit ab und ist abhängig von den gefahrenen Kilometern und der Zeit, wie lange man ein Auto gebucht hat. Pro Kilometer sind 35 Cent zu zahlen. Für Langstreckenfahrten gelten ab 301 Kilometern 28 Cent.

Dieser Kilometerpreis beinhaltet alle Benzin-, Reparatur- und Versicherungskosten. Für jede Stunde sind tagsüber von 8 bis 20 Uhr 60 Cent und nachts 20 Cent zu zahlen. Getankt wird bargeldlos mit einer Karte des Vereins. Der zusätzliche Zeittarif soll verhindern, dass das Fahrzeug ungenutzt herumsteht und den übrigen Vereinsmitgliedern der Gebrauch entzogen wird.

Carsharing, so Neumeier, rechne sich „auf jeden Fall für alle, die mit ihrem Auto je nach Fahrzeugklasse weniger als rund 15 000 Kilometer im Jahr fahren. Denn dann schlagen die Fixkosten auf den gefahrenen Kilometern so stark durch, dass die Fahrt mit dem eigenen Auto teurer ist.“ Carsharing rechne sich aber auch für die Umwelt. „Denn dadurch werden weniger Autos produziert, die die Straßen verstopfen“, rechnete Neumeier vor.

Die Mitgliedschaft sollte man mit einem persönlichen Kontakt per Telefon oder E-Mail starten. Das Telefon hat den Vorteil, dass alle offenen Fragen sofort geklärt werden können. Ansprechpartner ist Alois Neumeier, Tel. (01 76) 41 12 29 00 oder per E-Mail an vorstand@carsharing-erding.de.

Infos im Internet

unter www.carsharing-erding.de.

Peter Bauersachs

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