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Filigrane Kunst mit heulenden Kettensägen

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Musik in seinen Ohren ist für Wolfgang Fritz das Heulen der Motorsäge. Der künstlerische Leiter des Holzbildhauersymposiums in Isen legt sich für die Marktgemeinde Isen selbst ins Zeug. Foto: fkn
Musik in seinen Ohren ist für Wolfgang Fritz das Heulen der Motorsäge. Der künstlerische Leiter des Holzbildhauersymposiums in Isen legt sich für die Marktgemeinde Isen selbst ins Zeug. © fkn

Isen - Mit Kettensägen lässt sich mehr machen, als nur Bäume fällen und Brennholz. Es gibt Menschen, die sind wahre Virtuosen mit der Motorsäge. Sieben davon treffen sich vom 6. bis zum 16. Mai in Isen. Im Meindl-Park findet ein Holzbildhauersymposium statt.

Es gibt Menschen, denen läuft beim Aufheulen einer Motorsäge ein kalter Schauer über den Rücken. Den meist werden dann Bäume gefällt. Für andere wie etwa dem Oberdinger Künstler Wolfgang Fritz ist Kettensägengeheule Musik in den Ohren. Denn wenn er zur Motorsäge greift, entstehen Kunstwerke. Das soll das Isener Holzbildhauer-Symposium zeigen, das unter dem Motto „Mitten im Ort“ steht. Es ist nach Wartenberg 2013 das zweite seiner Art im Landkreis und findet von Mittwoch, 6. Mai bis Samstag, 16. Mai am Freizeitheim im Meindl-Park statt. In zwei Jahren soll das dritte und letzte Symposium veranstaltet werden. Wenn alles gut geht, wird dann in jeder Landkreis-Gemeinde eine Holzskulptur zu besichtigen sein. Die Kunstwerke sollen am Rande des parallel entstehenden Radwanderwegs „SkulpTour“ platziert werden und so einen Beitrag zur Tourismus-Region Erding leisten.

Geboren wurde die Idee zu einer Verknüpfung von Radfahren und Kunst von Fritz, der auch in Isen als künstlerischer Leiter fungiert. Er hat bereits vor zwei Jahren das Symposium in Wartenberg geleitet. Die Vorbereitungen laufen schon seit einem Jahr. Überzeugungskraft und Hartnäckigkeit seien Voraussetzung, genügten aber nicht, um ein solches Riesenprojekt durchzuziehen, gesteht Fritz. So etwas funktioniere „nur in Gemeinschaft mit anderen“. Auch in Isen wird er sich als Holzbildhauer selbst ins Zeug legen. Seine Skulptur, die für den Gastgeber bestimmt ist, trägt passenderweise den Titel „Gemeinschaft“. 1989 begann der ehemalige Gymnasiallehrer sein künstlerisches Schaffen mit dem Sammeln von Holz-Fundstücken und der Holzbildhauerei. Seit 2002 ist er freischaffend tätig.

Gut erinnert sich Fritz an sein erstes Symposium, das 2007 in Lübbenau im Spreewald stattfand. „Ich hatte nie zuvor in meinem Leben eine Woche lang einen solchen Adrenalinstoß erlebt“, erzählt der 65-jährige. „Es ist sagenhaft, wie das einen pusht und wie viel die Künstler voneinander lernen“. Ihm und den anderen Künstlern kann man übrigens an allen Symposiumstagen beim Arbeiten über die Schulter blicken.

Neben Gastgeber Isen beteiligen sich Dorfen, St. Wolfgang, Forstern, Lengdorf, Pastetten und Buch am Buchrain am Symposium als Partnergemeinden. Die sieben international renommierten Künstler werden innerhalb der zehn Tage eine Skulptur mit jeweils örtlichem Bezug erschaffen. Ihnen wurden im Vorfeld per Los die Partnergemeinden zugeteilt. Die weiteren Künstler neben Fritz sind Manfred Hellweger aus Pettnau am Arlberg (Österreich) für St. Wolfgang, Andres Klimbacher aus Liebenfels (Österreich) für Dorfen, Martina Kreitmeier aus Altfraunhofen für Lengdorf, Florian Bunner aus Landshut für Buch am Buchrain, Steffen Mertens aus Neuhausen/Spree für Pastetten und Thorsten Schütt aus Friedeburg-Horsten für Forstern.

Die Künstler mussten jeweils mindestens zwei Skulptur-Entwürfe einreichen. Daraus ermittelte eine Jury die Siegerentwürfe.

Die ausgewählten Entwürfe und die einzelnen Künstler werden zur Eröffnung des Symposiums am 7. Mai um 18 Uhr am Freizeitheim der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach dem Symposium, das am 16. Mai mit einer Abschlussfeier endet, werden die fertigen Skulpturen in den Partnergemeinden aufgestellt.

Die Marktgemeinde Isen präsentiert sich während des Symposiums im Rahmenprogramm mit ihrer ganzen Vielfalt. Am Sonntag, 10. Mai, findet der traditionelle Kreuzmarkt statt. Auf die Besucher warten eine Autoschau, Segways, Floh- und Trödelmarkt, Warenmarkt sowie Musik und Show auf der Rathausbühne. Am Freitag, 8. Mai, gibt es im Gasthof Klement eine Rocknacht. Es treten die Isener Rockbands „Mia sans“, ROB (mit Robert Kopetz), Henry Schiller & Strange Chemistry und die Gefälschten Polnischen Papiere auf. Weiter geht es am Mittwoch, 13. Mai mit einem Poetry Slam in der Rathaus-Tiefgarage. Unter dem Motto „Subkultur im Souterrain“ werden dort bei einem Dichterwettstreit für Jung und Alt die drei besten „Slammer“ ermittelt. Den Abschluss bildet am Freitag, 15. Mai, ein Bayerischer Abend im Gasthof Klement. Mit dabei sind das Harfenduo Lisa & Bärbel, die Westacher Sänger, die „Drei lustigen Drei“, die Isentaler Schuhplattler und die Isener Blaskapelle. Als Sprecherin fungiert Christa Schweiger. Beginn der Veranstaltungen ist jeweils um 20 Uhr.

Anton Renner

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