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Endlich wieder ins Visier nehmen können die Erdinger Piloten die Landebahn im Fliegerhorst, hier ein Anflug von Osten. Auch die Rettungsstaffel kann wieder starten. Links sind Unterstrogn und die B 388 zu erkennen.

Wegen Warteraum Asyl stillgelegt

Fliegerhorst Erding: Startbahn geht wieder in Betrieb

Erding - Gute Nachrichten für die Erdinger Sportpiloten: Die Startbahn im Fliegerhorst wird wieder freigegeben. Die Maschinen, mit der Eröffnung des Warteraums Asyl im Herbst 2015 ausgelagert, können zurückkehren.

Diese Einigung trägt die Handschrift der Bundesverteidigungsministerin. Der letzte Tornado verließ den Fliegerhorst im September 2014, im Frühjahr darauf erlosch die militärische Betriebserlaubnis für die Start- und Landebahn. Doch die Sportflieger, die in erster Linie dem Fliegerclub Erding mit Bundeswehr-Sportfluggruppe und der Luftsportvereinigung Albatros angehören, durften mit ihren acht Maschinen weiter starten und landen – auf der Basis von Verträgen mit dem Bund und der Genehmigung des Luftamts Süd.

Dann kam im Herbst völlig überraschend der Warteraum Asyl. Für bis zu 5000 Flüchtlinge musste Platz geschaffen werden. Buchstäblich über Nacht mussten die Piloten die gemieteten Shelter verlassen und ihre Maschinen anderorts unterbringen. Seit gut einen dreiviertel Jahr stehen sie unter anderem zum Teil im Freien in Landshut-Ellermühle und in Manching. Weil für den Warteraum nur das östliche Ende der Startbahn benötigt wird, strebten die Piloten alsbald eine Doppellösung an: Flugbetrieb und Flüchtlingsunterbringung müssten sich nicht im Wege stehen. Aufwind bekam dieses Bemühen durch Unterstützung aus der Politik: Umweltministerin und Stimmkreisabgeordnete Ulrike Scharf sowie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wandten sich an Berlin.

Mit Erfolg, wie unsere Zeitung am Freitag erfuhr. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) teilte den Ministern mit, dass die Startbahn wieder freigegeben werden könne – in dem Bereich, der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nicht benötigt wird. Scharf und Herrmann war es nicht zuletzt um den Katastrophenschutz gegangen, denn seit Oktober sind von Erding aus keinerlei Waldbrandgefahr-Beobachtungsflüge durch die Luftrettungsstaffel mehr möglich.

Markus Alder, Kommandeur des Waffensystemunterstützungszentrums 1 im Fliegerhorst, bestätigt die Wiederfreigabe. „Dort wird bald wieder geflogen werden können.“ Im Gespräch ist nach Informationen der Redaktion der 1. Juli. Es könnte aber auch Mitte des Monats werden. Es bedürfe, so der Oberst weiter, eines neuen Vertrags mit dem Bundeswehr-Dienstleistungszentrum am Standort Erding. „Einen solchen gab es auch vorher schon.“ Darin würden auch die Kosten geregelt“, sagt Alder. Auch das Luftamt Süd müsse noch sein Plazet geben. Dies sei jedoch Formsache. Er stellt aber auch klar: Die Flugsicherung müssen die Piloten selbst stemmen. Denn der Tower ist schon lange nicht mehr besetzt. Die Fliegerhorst-Feuerwehr gibt es noch. Aus Pilotenkreisen ist zu hören, dass es in der Tat noch Abstimmungsbedarf hinsichtlich der Flugsicherung, der Nachbarschaft zum Großflughafen, zum Funkverkehr sowie zum Artenschutz gebe.

Hans Seeholzer, Sprecher des Fliegerclubs, will sich dazu nicht äußern. Ihm geht es um das Grundsätzliche. „Wir sind natürlich hoch erfreut, dass wir endlich wieder von Erding aus fliegen können, auch als Luftrettungsstaffel. Denn das Unterstellen in Landshut und Manching sowie das Fliegen von dort war mit immensen Zusatzkosten und längeren Wegen verbunden.“ Das Clubleben, so Seeholzer weiter, habe stark gelitten. „Wir hatten schon Existenzsorgen.“

Dass die Piloten zurückkehren können, ist auch der Politik des Kommandeurs zu verdanken, dem der gute Kontakt in die Region ein großes Anliegen ist. „Wir haben auch mit anderen Vereinen Verträge“, erklärt Alder, unter anderem einen (kostenfreien) mit der Flüchtlingshilfe und neuerdings mit der Stadtkapelle. Endlich hat das Ensemble ausreichend große Übungsräume. „Wir als Bundeswehr sehen uns als Partner von Stadt und Landkreis“, sagt Alder.

Wie lange die Erdinger Startbahn angeflogen werden kann, steht in den Sternen. Der Luftwaffen-Standort soll bekanntlich aufgelöst werden. Momentan ist vom Zeitraum 2020/2021 die Rede. Genau weiß es niemand.

Ursula von der Leyen besucht Warteraum Asyl in Erding - Bilder

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