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Da mochten sie ihn noch: Ministerpräsident Horst Seehofer 2015 in Attaching.

Aufgemuckt 

„Schmierentheater“

Attaching – Es war schon eine kuriose Konstellation: CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident Horst Seehofer wurde 2015 bei seinem Besuch in Attaching von den Startbahngegnern gefeiert wie ein guter Freund. Seine Abschiedsworte „Ihr habt die besseren Argumente, ich sehe keinen Bedarf für die dritte Startbahn“ sorgten bei Aufgemuckt für Euphorie. Der Ausbau des Münchner Flughafens schien so fern wie nie.

Mittlerweile ist Ernüchterung eingekehrt. Käme Seehofer wieder in die Airport-Region, er würde vermutlich Pfiffe statt Applaus ernten. „Von dem haben wir uns sauber einseifen lassen“, klagt ein führendes Aufgemuckt-Mitglied.

Hintergrund des Zorns ist die Ankündigung von Thomas Kreuzer, Chef der CSU-Landtagsfraktion, neue Gespräche zum Bedarf einer dritten Startbahn zu führen. In diesem Zusammenhang betonte Kreuzer, dass das Ergebnis des Dialogs sein müsse, dass die Piste kommt. Diese Vorgehensweise wird von Aufgemuckt scharf kritisiert.

Seehofer werfen sie nicht nur vor, seine Ankündigung, noch 2015 eine Entscheidung zu fällen, gebrochen zu haben. Noch dazu sei er auf Tauchstation gegangen, als führende CSU-Politiker wie Markus Söder und Erwin Huber „nicht müde wurden, als Sprachrohr der FMG zu fungieren“. 1000 Betroffene, so Aufgemuckt, wüssten weiterhin nicht, „wie es um ihre Zukunft bestellt ist“.

Hinters Licht geführt

Der Sprecherrat kommt zu dem Schluss: „Ganz offensichtlich wurden wir getäuscht. Der Seehofer-Auftritt war ein Schmierentheater. Die beteiligten Akteure waren gute Schauspieler und haben uns hinters Licht geführt.“

Kreuzer steht wegen einer zweiten Äußerung in der Kritik. Er hatte gesagt, dass die Entscheidung für den Bau „in dem Moment akzeptiert wird, wenn die ersten Bagger rollen“. Die Antwort der Gegner: „Da sollte er sich mal nicht so sicher sein.“   ham

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