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Finanzminister Markus Söder (2.v.li.) und die FMG-Hauptgeschäftsführer Michael Kerkloh (li.), Andrea Gebbeken und Thomas Weyer (re.) stellten die Pläne für die Erweiterung des Terminal 1 vor.

Finanzminister Söder präsentiert Pläne

Erweiterung des Terminal 1: Wie ein neuer Flughafen

München -  Nur sieben Monate nach der Eröffnung des Satelliten am Terminal 2 packt der Flughafen München das zweite große Ausbauprojekt an: Das Terminal 1 wird erweitert. In den neuen Hallen sollen jährlich zusätzliche sechs Millionen Passagiere abgefertigt werden.

Der Flughafen im Erdinger Moos besteht aus zwei Welten: Im Osten liegt das hochmoderne Terminal 2, das im Jahr 2003 eröffnet wurde. Im April dieses Jahres kam der Satellit dazu.

Im Westen befindet sich das Terminal 1: in den 70er Jahren geplant, 1992 eröffnet – und daher in die Jahre gekommen. Umbau und Modernisierung treiben die Flughafen München Gesellschaft (FMG) schon lange um. Jetzt ist mehr als nur eine Kosmetik des Bestandes herausgekommen, sondern ein großer Wurf.

Erste Pläne für das 400-Millionen-Euro-Projekt stellten am Freitag FMG-Geschäftsführer Michael Kerkloh und Finanzminister Markus Söder als Aufsichtsratsvorsitzender vor. Es handelt sich um einen neuen, 326 Meter langen Flugsteig, der im rechten Winkel vom bestehenden Terminal 1 in das Vorfeld-West ragt. Dort werden heute die Maschinen von Air Berlin abgefertigt.

Vier bestehende Abstellpositionen müssen weichen, an der Pier entstehen zwölf neue Andockstationen, darunter zwei für den doppelstöckigen Airbus A 380, größtes Passagierflugzeug weltweit. Das Abfertigungsgebäude wird drei Stockwerke hoch sein. Am Kreuzungspunkt Neu- und Altbau plant die FMG einen großen Marktplatz mit hochwertigen Läden und Gastronomie. Der gesamte Neubau wird sich im nichtöffentlichen Bereich befinden, also hinter der Sicherheitskontrolle.

Umbau auch aufgrund höherer Sicherheitsanforderungen

Mit-Geschäftsführer Thomas Weyer kündigte an, auch der Altbau werde ertüchtigt. „Wir wollen die anderen Abschnitte nicht nur modernisieren, vor allem geht es um höhere Sicherheitsanforderungen. Söder berichtete, „dass Freistaat, Stadt und Bund als Gesellschafter einstimmig Grünes Licht gegeben haben“. Und er versicherte, „dass die FMG die 400 Millionen Euro selbst erwirtschaften wird, also keine Steuergelder verbauen werde“. 

Die Modernisierung ist in seinen Augen auch deshalb überfällig, „weil die Ansprüche der Gäste gesteigen sind und die FMG die Hälfte der Kosten über den Non-Aviation-Bereich hereinbekommt, also durch Geschäfte und Restaurants“.

Kerkloh und Söder zogen plakative Vergleiche heran: Der Satellit vor dem Terminal 2 ist auf elf Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt – „und entspricht damit dem Flughafen Köln“, rechnete Kerkloh vor. Söder ergänzte: Im Terminal-1-Anbau können jährlich sechs Millionen Fluggäste abgefertigt werden – so viele wie in Hannover.“

FMG-Chef: „Wir müssen auch mit dem Wachstum Schritt halten“

Dem FMG-Chef geht es nicht nur um das Erscheinungsbild, „wir müssen auch mit dem Wachstum Schritt halten, zumal alle Prognosen sagen, dass der Luftverkehr weltweit weiter wachsen wird“. 

Heuer rechnet man im Erdinger Moos mit 42 Millionen Passagieren und 395.000 Flugbewegungen, ein Zuwachs von drei beziehungsweise vier Prozent. 2017 sollen es noch einmal ein bis zwei Millionen Reisende mehr sein. Die Starts und Landungen werden dann bei über 400.000 liegen. Söder betonte, das Vorhaben sei ungeachtet der dritten Startbahn erforderlich. „Dennoch stehe ich nach wie vor dazu, dass wir eine weitere Bahn benötigen.“ Kerkloh zeigte sich erfreut, dass es in Kürze darüber noch einmal Gespräche mit der Landeshauptstadt München geben werde. „Noch sind wir in einer komfortablen Position, aber wir dürfen nicht vergessen, dass der Luftverkehr auch um uns herum wächst.“ München sei zudem der einzige Standort „mit einem Flächenpotenzial für eine weitere Startbahn“.

Die konkreten Pläne für das erweiterte Terminal 1 sollen 2018 vorliegen, dann könnten die erste Vorarbeiten beginnen – wieder im laufenden Flughafenbetrieb. Mit der Eröffnung rechnet die FMG nicht vor 2022. Vier Jahre vor diesem Datum spricht Söder von „einer wichtigen Etappe für den Flughafen und einem guten Tag für Bayern“.

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