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Soraya Y. wollte ihr Baby in der Toilette hinunterspülen.  

Urteil des Landgerichts Landshut

Flughafen-Baby: Mutter muss 5 Jahre ins Gefängnis

 Landshut – Weil sie ihre Tochter nach der Geburt in eine Toilette gestopft und dann ihrem Schicksal überlassen hat, hat Soraya Y. laut Gericht den Tod durch Unterkühlung billigend in Kauf genommen. 

Die Mutter des sogenannten Flughafen-Babys muss für fünf Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Dieses Urteil fällte das Landgericht Landshut wegen versuchten Totschlags in einem minder schweren Fall und gefährlicher Körperverletzung gegen die 24-jährige Erzieherin Soraya Y. aus Heidenheim. Sie hatte im Juli 2015 auf einer Parkhaus-Toilette am Flughafen München ein Mädchen zur Welt gebracht, es in die Toilettenschüssel gestopft und versucht, es hinunterzuspülen.

Staatsanwalt Klaus Kurtz ging in seinem Plädoyer hart mit der 24-Jährigen ins Gericht: Statt Ehrlichkeit an den Tag zu legen, habe sie im Prozess insgesamt vier Versionen geliefert: „Der Gipfel der Unverschämtheit war die Schilderung, dass sie von der Geburt nichts bemerkt habe.“ Schon der Respekt vor ihrer neugeborenen Tochter, hätte geboten, ehrlich zu sein und Verantwortung zu übernehmen.

Tod durch Unterkühlung zumindest billigend in Kauf genommen

Die kleine, lebensfähige Amalie, so zeigte sich der Staatsanwalt überzeugt, sei nach der Geburt in die Toilette gestopft und dann ihrem Schicksal überlassen worden. Die Erzieherin habe ihren Tod durch Unterkühlung zumindest billigend in Kauf genommen. Als das Neugeborene zufällig gefunden worden sei, sei es bereits durch Atemstillstand und schwere Unterkühlung klinisch tot gewesen. Nur durch glückliche Umstände sei sie gerettet worden. 

Der Anklagevertreter forderte für den versuchten Totschlag und die gefährliche Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von acht Jahren. Verteidiger Adam Ahmet sah bei seiner Mandantin keinen Tötungsvorsatz und plädierte auf eine fahrlässige Körperverletzung und damit auf ein Strafmaß, das mit der bisher erlittenen Untersuchungshaft abgegolten sei. Er verwies darauf, dass sich die 24-Jährige schon in Dubai, als sie sechs Wochen vor ihrer Rückkehr ihre Schwangerschaft wahrgenommen habe, sich in einer Ausnahmesituation befunden habe. Die sei dann auf der Flughafen-Toilette extrem geworden. Sie sei davon ausgegangen, dass das Baby tot sei.

Trotz größter Bedenken sei die Kammer zu einem „minder schweren Fall“ gekommen, da der Unterlassungs-Vorwurf im Vordergrund stehe und die Tat im Versuchsstadium stecken geblieben sei, sagte Richter Markus Kring. Eine verminderte Schuldfähigkeit habe bei der 24-Jährigen nicht vorgelegen, allerdings sei sie auch nicht „das planende und kalt reagierende Monster“.  

ötl

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