Flughafen: Boeing 777 schießt über Landebahn hinaus

Flughafen - Schreckmoment am Flughafen München: Eine Boeing 777 der Singapore Airlines ist am Donerstag von der Südbahn abgekommen. Niemand wurde verletzt. Der Flugbetrieb wurde völlig durcheinandergewirbelt.

Es war 12.14 Uhr, als die Boeing 777 der Singapore Airlines von Manchester kommend (Flugnummer SQ 327) im Erdinger Moos landete. Der Riesenvogel schwebte von Westen her auf der südlichen Landebahn ein. Auf Höhe der Frachtterminals geriet die Maschine nach dem Aufsetzen und Abbremsen aus noch nicht geklärter Ursache außer Kontrolle.

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Nach Informationen unserer Zeitung kam der Flieger nach links von der Piste ab, driftete über deren gesamte Breite, um dann rechts zehn Meter in der Wiese zum Stehen zu kommen. Nur noch eine Tragflächenspitze ragte in die Runway. Die Fahrwerke hielten dem Rumpelkurs über die Wiese stand, die Maschine sackte auch nicht ein. Mit welcher Geschwindigkeit der Flieger ins Schleudern kam, konnte Flughafensprecher Robert Wilhelm nicht sagen.

Die Flughafenfeuerwehr war schon wenige Sekunden nach dem Unfall vor Ort – die Südwache liegt unmittelbar gegenüber der Unglücksstelle. Sofort wurde die Boeing von den Löschfahrzeugen umringt, um den Brandschutz sicherzustellen. Umgehend wurde mit der Befreiung der 143 Passagiere und 13 Besatzungsmitglieder begonnen. Dazu wurde auch die Rettungstreppe der Feuerwehr eingesetzt. Busse brachten die unversehrt gebliebenen Insassen zum Terminal.

Bilder: Boeing schießt übers Ziel hinaus

Sofort nahm auch die Flughafenpolizei die Ermittlungen auf. Deren Sprecher Josef Bichlmeier bestätigte, dass es keine Verletzten gegeben habe, der Unfall also glimpflich ausgegangen sei. Gut zwei Dutzend Beamte vernahmen die Crew. Von allen Mitreisenden wurden die Personalien aufgenommen. Noch am Donnerstag trafen auch die Experten des Luftfahrtbundesamtes ein.

Bis zum Abend waren zudem die Sachverständigen der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen mit der Ursachenforschung beschäftigt, so dass mit der Bergung der Boeing, die noch rollfähig war, gewartet werden musste. Die Einsatzkräfte legten eine mit Stahl verstärkte Gewebematte vom Rad bis zur Landebahn. Mit Hilfe kräftiger Zugmaschinen und Löschfahrzeuge sollte der Flieger so aus seiner misslichen Lage befreit werden. Zuvor waren die Tanks leergepumpt und das Gepäck entladen worden.

Für die Verkehrsleitung und die Deutsche Flugsicherung ging die Arbeit nach der verkorksten Landung erst richtig los: Die Flieger, die auf der Taxiway bereits in Richtung Südbahn rollten, mussten umgeleitet werden, denn die Piste wurde komplett gesperrt und der gesamte Flugverkehr über die Nordbahn abgewickelt. Bereits bis 16 Uhr mussten 30 Flüge gestrichen werden, alle anderen Maschinen gingen mit mindestens einer halben Stunde Verspätung raus.

Dieter Priglmeir und Hans Moritz

Bei der Boeing 777, auch Triple Seven genannt, handelt es sich um ein Großraum-Langestreckenflugzeug für 300 bis 550 Passagiere. Sie ist das größte zweistrahlige Verkehrsflugzeug der Welt. Der Erstflug fand 1994 statt, mit der Konstruktion wurde 1986 begonnen. Ihre Hauptkonkurrenten aus dem Hause Airbus sind die A 330 und A 340. Die Boeing 777 ist je nach Ausführung zwischen 61 und 65 Meter lang und knapp 19 Meter hoch. Die Flugreichweite beträgt bauartbedingt bis zu 17 500 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt annähernd 900 Kilometer pro Stunde. Das maximale Startgewicht reicht bis zu 350 000 Kiloramm. Für eine reguläre Landung benötigt eine Boeing 777 zwischen 1550 und 1900 Meter. Die Startbahnen am Münchner Flughafen sind jeweils vier Kilometer lang.

ham

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