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Satellitenterminal am Flughafen München. 

Flughafen München

Millionenstreit um Satelliten-Terminal eskaliert

Flughafen - Der Millionenstreit um den Bau des Satellitenterminals am Münchner Flughafen spitzt sich weiter zu. Man stehe kurz vor dem "Showdown". 

Der inzwischen in die vorläufige Insolvenz geschlitterte Generalplaner Koch + Partner ist gerade dabei, die Schlussrechnung an die Baugesellschaft des Flughafens FM-Bau zu stellen, teilte das Planungsbüro mit. „Wir stehen kurz vor dem Showdown“, sagte Norbert Koch, Geschäftsführer des von der Pleite bedrohten Münchner Architektenbüros.

Die FM-Bau – eine Bauherrengemeinschaft des Flughafenbetreibers FMG und der Lufthansa – wird mit der Schlussrechnung des Generalplaners in Kürze eine Forderung „in Höhe eines hohen einstelligen Millionenbetrags“ erhalten, sagte Koch. Da sein Unternehmen Generalplaner sei, gehe ein Großteil des Geldes an andere am Projekt beteiligte Planungsfirmen. 1,8 Millionen Euro des Rechnungsbetrags stünden allerdings seiner eigenen Firma Koch + Partner zu, so Koch.

Nach Eingang der Rechnung hätte die FM-Bau zwei Monate Zeit, den fälligen Betrag zu überweisen, hieß es weiter. In diesem Zeitraum werde sich entscheiden, ob weitere rechtliche Schritte eingeleitet werden müssten. Denn nach wie vor sei unklar, ob Flughafen und Lufthansa dazu bereit seien, den Rechnungsbetrag zu überweisen.

Generalplaner Koch hatte nach einem monatelangen Streit um nicht gezahlte Leistungen beim Bau des Satellitenterminals am Münchner Flughafen am 10. August einen Eigenantrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht München gestellt. Bei einem solchen vorläufigen Insolvenzverfahren werden die Geschäfte weiterhin von den Inhabern oder den Geschäftsführern geleitet, Zahlungen dürfen aber meist nur noch mit Zustimmung des Insolvenzverwalters vorgenommen werden. Die Geschäfte würden fortgeführt, heißt es bei Koch + Partner, die Firma sei nach wie vor zahlungsfähig.

Der Streit zwischen dem Planungsbüro und der zuständigen Baugesellschaft von Flughafen und Lufthansa war kurz nach der Eröffnung des Münchner Satellitenterminals Ende April ausgebrochen. Generalplaner Koch warf der Flughafengesellschaft vor, sie habe bereits zwei Jahre vor der Eröffnung des neuen Terminals Honorarzahlungen „wesentlich“ gekürzt und habe nach der feierlichen Einweihung des Terminals im April die Zahlungen sogar komplett eingestellt – Kochs Rechnung zufolge wurden 1,8 Millionen Euro nicht bezahlt.

Auf einen im Juni gestellten Vergleichsvorschlag habe die FM-Bau mit 217 Mängelvorwürfen und Regressforderungen in Höhe von 16,4 Millionen Euro reagiert – Koch stellte daraufhin im August beim zuständigen Amtsgericht in München Insolvenzantrag. Sowohl der Münchner Flughafenbetreiber FMG als auch die Lufthansa wollten sich „aufgrund der anstehenden gerichtlichen Auseinandersetzung“ nicht zum Thema äußern.

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