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Ist in seiner neuen Wirkungsstätte im Pfarrverband Maria Tading angekommen: Christoph Stürzer. Unser Bild zeigt den neuen Pfarrverbandsleiter im Garten des Forsterner Pfarrhofs.

Interview: Christoph Stürzer, Leiter des Pfarrverbands Maria Tading

„Auf dem Land ist es leichter, sich zu begegnen“

Forstern - Seit 1. September ist Christoph Stürzer offiziell der neue Leiter des Pfarrverbands Maria Tading. Wir sprachen mit dem 38-Jährigen über seine bisherige Arbeit und neue Aufgaben.

Herr Stürzer, Sie wissen seit April, dass Sie den Pfarrverband Maria Tading übernehmen werden. Haben Sie Ihre neue Wirkungsstätte seitdem erkundet?

Christoph Stürzer: Ich habe mir einige Kirchen angeschaut, aber freilich nicht jede einzelne Filialkirche. Dafür hat die Zeit noch nicht gereicht. Für erste Gespräche vor Ort war ich bereits mehrfach hier und habe dabei das Seelsorgeteam, die Mitglieder des Pfarrverbandsrats und die Kirchenpfleger kennengelernt, außerdem Mitarbeiter wie Mesner und Kirchenmusiker. Aber ich war noch nicht in den einzelnen Gremien. Das möchte ich im Herbst nachholen.

Wie gefällt Ihnen Ihre neue Heimat?

Stürzer: Ich glaube, ich werde mich hier wohlfühlen, da ich prinzipiell ein Landmensch bin. Auch die Gegend gefällt mir – und ich brauche auch nicht die hohen Berge.

Werden Sie für Ihre neue Aufgabe nach Forstern ziehen?

Stürzer: Ja, dafür werden ein paar Renovierungs- und Umbauarbeiten im Pfarrhof erledigt. Solange werde ich von Fürstenfeldbruck aus pendeln. Pro Tag verbringe ich etwa zwei Stunden auf der Straße. Vermutlich wohne ich ab November in der Forsterner Pfarrerwohnung. . .

. . . und bleiben dort, bis das neue Pfarrzentrum steht?

Stürzer: Es sind Dienstwohnungen dort vorgesehen, wo ich vermutlich einziehen werde. In diesem Thema bin ich aber noch nicht drin. Das habe ich mir für den Herbst vorgenommen.

Bis Sie in Forstern leben – wie oft werden Sie im Pfarrverband sein?

Stürzer: Auf jeden Fall bin ich an den Wochenenden da. Darüber hinaus versuche ich, mindestens zwei Tage unter der Woche hier sein zu können. Aber es kann sein, dass ich auch in Zukunft ab und zu wegen meiner Arbeit als Diözesanseelsorger der Malteser Jugend der Erzdiözese oder für Fortbildungen unterwegs bin.

Vita: Christoph Stürzer

Seine Jugend verbrachte Christoph Stürzer in Petershausen im Landkreis Dachau. Nach dem Realschulabschluss absolvierte er zunächst eine Banklehre. Nachdem er sein Fachabitur nachgeholt hatte, studierte der heute 38-Jährige Religionspädagogik und Theologie. Seinen Pastoralkurs absolvierte er von 2009 bis 2011 im Pfarrverband Moosach (Kreis Ebersberg). Im Jahr 2011 wurde er in Freising von Reinhard Kardinal Marx zum Priester geweiht.

Im gleichen Jahr feierte er mit mehr als 2000 Menschen seine Primiz in Petershausen, ehe er als Kaplan nach Kraiburg am Inn ging. Im September 2014 wechselte er als Seelsorger an den Pfarrverband Fürstenfeld (Kreis Fürstenfeldbruck), wo Stürzer als Pfarrvikar tätig war. Seit 1. September leitet er offiziell den Pfarrverband Maria Tading mit seinen Mitgliedspfarreien Buch am Buchrain, Forstern-Tading, Hohenlinden und Pastetten.

Wo sehen Sie die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?

Stürzer: Wenn ich meinen Terminkalender anschaue, dann nehmen Gottesdienste, Taufen und Hochzeiten einen großen Teil ein. Darüber hinaus muss ich mich mit dem Team zusammensetzen und gemeinsam überlegen, wo die Schwerpunkte liegen. Es gibt Vieles, in das ich mich einarbeiten muss, denn als Pfarrer ist man auch mit Dingen wie Bauprojekten und Verwaltung beschäftigt.

Wie haben Sie sich auf die Aufgabe als Pfarrverbandsleiter vorbereitet?

Stürzer: Im Pfarrverband Fürstenfeld war ich Pfarrvikar und auch delegierter Kirchenverwaltungsvorstand. Außerdem habe ich im vergangenen Jahr einige Monate den Pfarrverbandsleiter vertreten. Ganz spontan bin ich in diese Rolle gerutscht. Die Aufgabe ist mir also nicht völlig neu.

Für wie viele Gläubige waren Sie im Pfarrverband Fürstenfeld zuständig – und wie viele sind es jetzt?

Stürzer: Der Pfarrverband Fürstenfeld hat wie der Pfarrverband Maria Tading vier Pfarreien, ist dabei aber mit rund 18 000 Katholiken fast dreimal so groß. Hier sind es etwa 6400 Gläubige.

Macht das einen Unterschied für Ihre Arbeit?

Stürzer: Die Verwaltung ist immer ähnlich – ob es nun 18 000 oder 6400 Katholiken sind. Sicherlich ist es aber auf dem Land leichter, sich zu begegnen. Eine Kreisstadt ist da viel anonymer.

Sie sind erst seit wenigen Tagen in Forstern. Haben Sie schon Reaktionen der Bürger mitbekommen?

Stürzer: Noch nicht sehr viel, da momentan nach den Schulferien auch bei uns der Betrieb erst wieder anläuft. Wer mich zufällig im Pfarrbüro trifft, ist interessiert. Was ich schon ein paar Mal gehört habe, sind Sätze wie ,Wir freuen uns, dass wir wieder einen Pfarrer haben‘.

Der Pfarrverband musste lange ohne eigenen Pfarrer auskommen. Die „gestaltete Vakanz“ hat fast zwei Jahre gedauert.

Stürzer: Davon wurde mir berichtet, und ich muss sagen: Respekt vor dem Seelsorgeteam und vor den Ehrenamtlichen, die gut zusammen geholfen haben. Der kommissarische Leiter, Dekan Josef Kriechbaumer, die Gemeindereferentinnen Manuela Steck und Gudrun Weichselbaumer sowie Pfarrvikar Janusz Budner haben tolle Arbeit geleistet. Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass ein Pfarrverband so gut sein muss, dass er auch ohne Pfarrer auskommt.

Können Sie das näher erklären?

Stürzer: Pfarrer kommen und gehen oder haben zusätzliche Aufgaben. Aber Pfarreien bleiben – und auch die Familien dort. Manche von ihnen gestalten die Pfarrei zum Teil über Generationen mit. Der Pfarrer aber hat immer nur eine bestimmte Zeit, die er mit den Gemeinden zusammen gestalten kann.

Die ersten Gottesdienste

feiert Christoph Stürzer in Pastetten (Samstag, 17. September, 19 Uhr), in Haidberg (Sonntag, 18. September, 10.15 Uhr), in Reithofen (Sonntag, 25. September, 9 Uhr) und in Hohenlinden (Sonntag, 2. Oktober, 10.15 Uhr). Die offizielle Einführung als Pfarrverbandsleiter durch Erdings Dekan Michael Bayer wird am Kirchweihsonntag, 16. Oktober, in Tading erfolgen.

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