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120 Pferde und 1500 Zuschauer werden zum Leonhardiritt am Sonntag erwartet.

Leonhardiritt in Preisendorf  

120 Pferde, 1500 Zuschauer und sogar ein Ochsengespann

Preisendorf – Im Forsterner Gemeindeteil Preisendorf lebt seit einigen Jahren ein Brauch wieder auf, dessen Wurzeln weit zurück reichen: Zu Ehren des Heiligen Leonhards, dem Schutzpatron der Tiere, findet ein prächtiger Umritt mit Pferdesegnung statt. Am Sonntag, 6. November, erwartet der Leonhardi-Verein wieder rund 1500 Besucher.

Aus allen Dorfteilen der Pfarrgemeinde Hohenlinden strömten einst die Gläubigen nach Preisendorf. Zwar ist die Kirche dem Heiligen Stefanus geweiht, doch der zweite Heilige, der den Altar flankiert, ist der Heilige Leonhard, der für das liebe Vieh „zuständig“ war. „Wie die Pfarrchronik berichtet, wurden ihm zu Ehren an seinem Namenstag, dem 6. November, Kirchenumritte durchgeführt. Der prächtigste bekannte Umritt fand 1944 statt“, berichtet Birgit Hubner vom Leonhardi-Verein Preisendorf.

Die bereits verstorbene Zeitzeugin Johanna Zumpf stammte aus der Familie, die jahrhundertelang das Mesneramt ausübte. Sie berichtete, dass in diesem Kriegsjahr in Preisendorf Soldaten mit vielen Pferden einquartiert waren. „Vom Leohardiritt waren sie begeistert. Herausgeputzt ritten die Offiziere und Fahnenträger dem Zug voran, diesem folgten die noch zahlreich vorhandenen Pferde aus der Umgebung.“ An die hundert Pferde waren beim Ritt durch den Friedhof dabei. Am Altar außerhalb der Kirche segnete Pfarrer Martin Andrä die Pferde. „Am jetzigen Eingang zum Friedhof, vorbei entlang des Mesnerhauses, ritten sie nunmehr dreimal um die Kirche“, soweit die Zeitzeugin.

„Nach dem Krieg ersetzten Traktoren die Pferde. So nahmen 1954 nur noch 25 Tiere am Ritt teil. Damit war das Ende dieses schönen Brauchs besiegelt“, sagt Hubner – bis im Oktober 2004 Brauchtumsfreunde den Leonhardi-Verein Preisendorf gründeten, um die religiöse Tradition wieder aufleben zu lassen. 2005 fand der Ritt erstmals wieder statt – und ist seitdem zum Publikumsmagneten mit mehr als 1500 Zuschauern und gut 120 Pferden geworden. Schon Wochen vorher beginnen die Vorbereitungen. Die Helfer kümmern sich um die Verpflegung der Gäste und den geschmückten Altarwagen vor der Kirche. Die Feuerwehren aus Hohenlinden und Forstern überwachen den Verkehr.

Für heuer haben sich wieder viele Trachtenvereine angemeldet. Als besondere Attraktion wird neben den Pferde-Kutschen auch ein prachtvolles Ochsengespann zu sehen sein. Der Leonhardi-Umritt startet um 13.30 Uhr. Die Gespanne und die geladenen Reiter ziehen rund um die Preisendorfer Ortsmitte zur Pferdesegnung insgesamt dreimal an der Kirche vorbei. Alle teilnehmenden Pferdebesitzer erhalten neben dem priesterlichen Segen eine Rosette zur Erinnerung.

Anschließend locken Brotzeiten sowie Kaffee und Kuchen. In der Dorfmitte findet das Beisammensein zu familienfreundlichen Preisen statt. Als Ausklang der Feierlichkeiten trifft man sich Montag, 7. November, ab 18 Uhr zum Kesselfleischessen im beheizten Festzelt.

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