Hochwasserschutz in der Gemeinde Fraunberg

Wiesmaier: Wir wollen Lösungen, keine Vorwürfe

Fraunberg – Weil Hochwasser und starke Regenfälle die Flächen der Gemeinde Fraunberg immer häufiger getroffen haben, hatte Bürgermeister Hans Wiesmaier eine Spezialfirma aus München in den Gemeinderat eingeladen. Die RMD Consult GmbH sollte den Räten eine erste Einschätzung darüber geben, wie die missliche Situation in der Zukunft bewältigt werden kann.

„Hochwasser-Risiken können grundsätzlich durch zu hohe Wasserstände in Flüssen und Bächen, hohe Grundwasserstände, starke Niederschläge oder Rückstau in der Kanalisation entstehen“, gab Expertin Christelle Schuler einen Überblick. „In der Gemeinde sind Riding, Bachham, Vorderbaumberg, Kleinthalheim, Hündlbach und Grucking am meisten betroffen, hinzu kommen teilweise starke Hanglagen, aus denen viel Wasser abläuft“, so Schuler weiter. In einem kurz angedeuteten Maßnahmen-Katalog erläuterte sie, wie etwa durch anders gestaltete Flächen, durch Binnen-Entwässerung und durch so genannten Technischen Schutz – etwa Deiche, je nach Ausbaustufen und Schutzgrad des jeweiligen Geländes – wirksame Hilfe gegen Hochwasser erzielt werden kann.

Nachdem die Firma RMD bereits im Nachbarort Pesenlern ein solches Konzept umsetzt, kam aus dem Gemeinderat die Frage nach konkreten Maßnahmen. Unter anderem vertraten Josef Blumoser (SPD) und Karl-Heinz Reingruber (Grüne) die Meinung, dass gerade mit Mais bebaute Hänge zu viel Wasser abschwemmen würden.

Doch Wiesmaier erklärte, man müsse erst einmal eine mögliche Fördersituation klären, bevor an nächste Schritte zu denken sei: „Wir wollen eine Lösungs-, keine Vorwurfs-Kultur in diesem Thema.“ Und er wiederholte seinen schon öfters dargelegten Appell an alle Bauwerber und Grundstückseigentümer, den Schutz ihres Besitzes auch selbst in die Hand zu nehmen.

„Schließlich“, so Wiesmaier, „können wir beispielsweise Wasser-Rückhalteräume erst dann umsetzen, wenn wir auch über die dafür benötigten Grundstücke verfügen können“. In weiteren Schritten will der Gemeinderat das wichtige Thema Hochwasserschutz verfolgen und, wenn alle Parameter geklärt sind, konkrete Schritte unternehmen.

Friedbert Holz

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