Mehr Tiere abschießen will Fritz Gruber (l.) der Vorsitzende der Erdinger Jagdgenossen im Bauernverband. Foto: Huber

Jagdgenossen-Treffen

Gruber fordert Wildsau- und Biberjagd

Lengdorf - Beim Jahrestreffen der Jagdgenossen in Lengdorf sind Positionen aufeinandergeprallt. Während Grundeigentümer die Wildschweinjagd mit Nachtzielgeräten fordern und den Biber wieder zu einer jagbaren Art machen wollen, winken Jäger und Landrat ab.

„Die Schwarzwildbestände weiten sich immer mehr aus, inzwischen haben wir in der Hälfte unserer Reviere Wildschweine“, sagte Fritz Gruber, Vorsitzender des Erdinger Kreisverbandes der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaft im Bayerischen Bauernverband, am Mittwochabend im Menzinger-Saal in Lengdorf. Er forderte deshalb, die Nachtzieltechnik zuzulassen, damit „die Jäger nicht ihre wertvolle Zeit bei der Pirsch vertun“.

Ein klare Position vertritt Gruber auch beim Biber: „Der Biber gehört wieder ins Jagdrecht und auf die Speisekarte“. Sorgen macht sich der Kreisvorsitzende um das Niederwild. „Es gab noch nie so wenig wie jetzt.“ Als Konsequenz forderte Gruber eine Dezimierung des Raubwildes. „Wir wollen artenreiche Wildbestände, wenn etwas nicht mehr stimmt, muss es dezimiert werden, dafür sind die Jäger da“, stellte er heraus. Eine klare Absage erteilte Gruber den Naturschützern, „die am liebsten den Luchs und den Wolf wieder in unseren Wäldern haben wollen“.

Weitaus weniger dramatisch beurteilte Landrat Martin Bayerstorfer die Situation. So hielten sich dank der „guten und hervorragenden Arbeit“ der Jäger die Schäden durch Wildschweine noch in Grenzen. Nichts hielt Bayerstorfer davon, den Biber ins Jagdrecht aufzunehmen. „Ich denke nicht, dass jemand die Verantwortung übernehmen soll, der dafür nichts kann“, spielte Bayerstorfer auf die Auswilderungsaktionen von Naturschutzorganisationen an, durch die der Biber in Bayern wieder heimisch wurde. Eine Lanze brach Bayerstorfer für das Bibermanagement, das im Landkreis mit drei Biberberatern hervorragend funktioniere. Der Landrat versprach, auch weiterhin eine „unkomplizierte Regelung bei Fallenfang und Direktabschuss“ zu praktizieren. Um den Bestand zu kontrollieren und Schäden zu begrenzen, werden im Landkreis Biber in begründeten Fällen auf Antrag erlegt.

Den Appell zusammenzuarbeiten und interne Streitigkeiten zurückzufahren, richtete der Kreischef der Jäger, Thomas Schreder, an die Grundbesitzer. „Die Sorge um das Schwarzwild treibt uns genauso um“, erklärte er. Bei der gegenwärtigen Sicherheitslage sei allerdings die Notwendigkeit nicht vermittelbar, Nachtzielgeräte bei der Sauenjagd einzusetzen. „Auch mit den zulässigen Nachsichtgeräten kann man wunderbar alles sehen“, sagte er. Sorgen bereitete Schreder die Zukunft der Jagd. „Sogar gestandene Revierpächter wollen sich zurückziehen“, sagte er. Für Schreder ist diese Reaktion verständlich, würden doch immer wieder pauschale Forderungen nach einer Reduzierung der Wildbestände laut. „Warum soll einer eine Jagd pachten, wenn kein Wild mehr drin ist“, gab er zu bedenken. Schreder appellierte für Dialog, und Zusammenarbeit, damit auch künftig „bodenständige Jäger, die mit dem Revier verhaftet sind, und Jagdgenossen gemeinsam dafür sorgen, dass es dem Wald gut geht“. Positiv beurteilte er die staatlichen Vegetationsgutachten und die Arbeit der Unteren Jagdbehörde. „Der Zusammenhalt trägt Früchte, die Bevölkerung honoriert, dass es wieder Wild sieht.“

Auch Rainer Mehringer von der Waldbesitzervereinigung beurteilte in seinem Grußwort das Vegetationsgutachten positiv und schlug vor es noch stärker „auf das Revier „runterzubrechen. Wir müssen alle im Gespräch bleiben, bitte geht’s mit den Waldbesitzern raus und schaut es euch vor Ort an.“

Anne Huber

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