Den Transrapid hat Martin Runge schon verhindert. Auch am Bahnknoten München lässt der neue Fraktionschef der Landtags-Grünen keine gutes Haar. Foto: MM-Archiv

Grünen-Fraktionschef sieht Ringschluss und Regionalbahn-Anbindung auf Abstellgleis

Erding - So gut wie keine Chance auf Realisierung räumt Martin Runge S-Bahn-Ringschluss und Walpertskirchener Spange ein. Der neue Fraktionschef der Grünen im Landtag ist überzeugt: „Das ist unbezahlbar.“

Martin Runge hat in der Region durchaus einen Namen. Jahrelang zog er gegen den Transrapid vom Münchner Hauptbahnhof zum Moos-Airport zu Felde, bis dieser tatsächlich aufs Abstellgleis entschweben musste. Der Gröbenzeller, seit gut einem Vierteljahr an der Spitze der Landtags-Grünen, sieht den S-Bahn-Ringschluss, vor allem aber die Regionalbahn-Anbindung via Walpertstkirchener Spange auf einem ähnlichen (Holz-)Weg. „Das wird nix, davon bin ich überzeugt. Das ist viel zu teuer. Das Geld ist nicht vorhanden, selbst dann nicht, wenn München den Zuschlag für Olympia 218 bekommt“, sagte Runge in einer Pressekonferenz am Montagabend vor einer Verkehrs-Klausur des Grünen-Kreisverbandes Erding.

Für seine kritische Haltung hat er mehrere Belege. Der wichtigste: „Das gesamte Konzept Bahnknoten München von FDP-Wirtschaftsminister Martin Zeil ist hirnverbrannt“, urteilt Runge. Er basiere im Konzept der Regierung nämlich auf dem zweiten Stammstrecken-Tunnel unter München hindurch. „Der wird aber so schnell nicht kommen. Wahrscheinlich wird er nie gebaut, weil er einfach zu teuer ist.“ Hinzu kommt für den Fraktionschef: „Der vierspurige Ausbau des Abschnitts München - Markt Schwaben ist bekanntlich vom Tisch. Der ist jedoch die Voraussetzung dafür, dass der Bahnknoten funktioniert.“ Andererseits habe er kein Verständnis dafür, dass so auf den S-Bahn-Tunnel gepocht werde. „Der Ringschluss jedenfalls lässt sich auch ohne zweite Stammtrecke realisieren“, ist der promovierte Wirtschaftswissenschaftler überzeugt.

Die Verlängerung der S-Bahn über Erding hinaus an den Flughafen macht aus Runges Sicht „nur dann Sinn, wenn es eine echte Verbindung nach Freising gibt.“ Mit Kreisvorsitzender Helga Stieglmeier ist er sich einig: „Der Ausbau der Schieneninfrastruktur muss nicht so sehr den Passagieren dienen, sondern den Menschen in der Region, in erster Linie den Airport-Beschäftigten.“

Das Konzept der Walpertskirchener Spange hält er für unausgegoren. „Mir leuchtet auch nicht ein, warum man mit der Regionalbahn nicht nach Markt Schwaben fahren kann, um dort in die Airport-S-Bahn zu steigen.“ Das sei nur ein um ein paar Minuten längerer Weg.

An diesem Punkt hakte Stieglmeier ein: „Wir Grünen sind für den Schienenausbau. Aber nur dann, wenn es gelingt, viele Menschen zum Umsteigen zu bewegen.“ Ein minimaler Zeitgewinn oder leicht steigender Komfort für Fluggäste rechtfertigten die Millionenausgaben nicht.

(Hans Moritz)

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