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Prächtiges Gespann: Hunderte Erdinger verfolgten den Einzug auf dem Herbstfest.

76. Erdinger Herbstfest

Neun Schläge bis das Bier fließt

Erding - Kaiserwetter zum Herbstfest-Auftakt und ein leicht verunglücktes Anzapfen: Das 76. Erdinger Herbstfest hat begonnen. Neun Schläge hat’s bis dahin gebraucht.

Neun Schläge, so viele wie noch nie, brauchte Oberbürgermeister Max Gotz am Freitagnachmittag, ehe er um 16.37 Uhr den ersten Banzen Festbier im Stiftungszelt angezapft hatte. „A so a Spielzeug“, schimpfte der OB nach dem sechsten Schlag über den Schlegel, und der Zapfhahn im Fass wackelte immer noch bedenklich. Nach erstem zaghaftem Applaus legte er drei Schläge nach – und das Bier floss. Mit dem traditionellen „Ozapft is“ eröffnete Gotz das 76. Herbstfest – es dauert bis Sonntag, 4. September – und stieß mit den Erdingern und ihren Gästen auf eine „friedliche und fröhliche Wiesn“ an. Und er versprach: „Nächstes Jahr bring’ ich mir das Werkzeug wieder selber mit.“

Das heiße Sommerwetter erinnerte stark an den Auftakt zur Jubiläumswiesn im vergangenen Jahr. Auch gestern herrschten Temperaturen von gut 30 Grad, als sich die Herbstfest-Fans ab 15 Uhr auf dem Schrannenplatz zum Standkonzert mit Bierausschank versammelten. Die Madln und Burschen allesamt fesch in Tracht, aber auch viele Kinder und Senioren, die sich den Traditionsausschank nicht entgehen lassen wollten, und die beiden prächtigen Brauerei-Gespanne, die tapfer in der Sonne standen, bewunderten. Zur musikalischen Unterhaltung spielten dort schon die Stadtkapelle Erding mit Taferlbua Leo, die Marktkapelle Wartenberg mit Taferlbua Lukas, der Kolping Spielmannszug aus Moosburg und die Kirchweihtaler Musikanten aus Oberostendorf im Allgäu auf. Nicht nur die Erdinger und viele Landkreisbürger waren da, auch Gäste aus der Nähe von Kufstein – und das bereits zum fünften Mal: „Weil’s so schee is und es a guads Bier gibt“, so ihre Begründung.

Fotos: Auftakt des 76. Erdinger Herbstfestes

Die Schattenplätze rund um den Schrannenplatz waren heiß begehrt, ehe sich der Zug in Bewegung setzte. Den Takt gab die Stadtkapelle vor, ihr folgten OB Gotz, seine Stellvertreter Ludwig Kirmair und Hans Schmidmayer, die Mitglieder des Volksfestausschusses, die Festwirte Uwe Pianka (Weißbräu) sowie Klaus und Conny Richter (Stiftungsbräu), Bräu Werner Brombach, Festzeltbedienungen, Schausteller und Fieranten. Für sie und alle Gäste neu ist die Zufahrt zum Festplatz, jetzt eine Einbahn-Straßenregelung mit versetzten Betonbaken. Sie führt beim Einfahren über den Schwimmbad-Parkplatz, hinaus geht es wie gewohnt.

Auf dem Festplatz waren die schattigen Biergartenplätze sehr begehrt, wichtigstes Utensil waren Fächer oder Speisekarten, mit denen sich viele Frauen Luft zufächelten.

Der Herbstfestkrug, den heuer ein buntes Motiv des Erdinger Malers Hiasl Maier ziert, war am Freitag übrigens ähnlich begehrt wie das Jubiläumsgefäß 2015: In nicht einmal einer Stunde war er im Rathaus ausverkauft, sagte Stadtsprecher Christian Wanninger. Wer noch ein Exemplar ergattern will: Am Stand des Verschönerungsvereins auf dem Festgelände gibt’s noch einige wenige Krüge.

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