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Oberbürgermeister Max Gotz, die Volksfestausschuss-Mitglieder Petra Bauernfeind, Willi Vogl, Harry Seeholzer, Jakob Mittermeier, Marcus Bank (Stadt Erding) und PI-Chef Anton Altmann zogen mit den Schaustellern eine Halbzeitbilanz

Schaustellerbesprechung zum 76. Herbstfest Erding

Nur das Anzapfen ging schief

Halbzeit auf dem Herbstfest: In Schaustellerbesprechung zum 76. Herbstfest Erding wurde Bilanz der ersten vier Tage gezogen.

Für Stadtchef Max Gotz ist das 76. Herbstfest Erding bisher „ein schönes und friedliches Herbstfest“. Bis auf den verbotenen Getränkeverkauf nach Ausschank-Ende (siehe Bericht auf der Seite 1) ist er mit den ersten vier Wiesn-Tagen rundum zufrieden. Nein, stimmt nicht ganz. Da gibt es noch etwas. „Das Einzige, das bisher schiefgegangen ist, ist das Anzapfen“, meinte er auf der Schausteller-Besprechung mit einem Augenzwinkern. Neun Schläge hatte Gotz am Freitag benötigt, um den ersten Banzen Festbier anzuzapfen (wir berichteten).

Herrenlose Halbekrügerl stoßen sauer auf Ein zufriedenes Fazit zogen auch die Schausteller. Beppo Herrmann brachte aber zur Sprache, „dass viele Leute mit Halbekrügerl rumlaufen. Gerade in den ersten beiden Tagen. Das waren so viele wie noch nie“, meinte er. Für die Außenwirkung und die Sicherheit sei das kein gutes Signal. „Gerade am Samstag Abend war es ein Scherbenmeer“, meinte er. Herrmann habe auch die Leute angesprochen. Viele hätten ihm erzählt, dass sie keinen Pfand für die Halbekrügerl zahlen mussten. „Wir werden uns die Pfandthematik nochmal anschauen“, kündigte Gotz an. Für ihn sei das aber auch „eine Mentalitätsfrage. Bei solchen Dingen ist die Verantwortlichkeit des Einzelnen nicht immer die Größte“, meinte er. Und bei einem gewissen Alkoholpegel sei es den Leuten sowieso wurscht, ob sie vorher Pfand bezahlt hätten. Ein voller Erfolg war das 75. Herbstfest im vergangenen Jahr. In den folgenden Monaten sei dann laut Gotz viel passiert. Am 18. September sei das Camp Shelterschleife in Betrieb gegangen. In der Spitze wurden dort bis zu maximal 4000 Asylsuchende aufgenommen. Die Geschehnisse haben „unser Denken und Handeln ein Stück beeinflusst und tun das noch immer“, sagte der Stadtchef.

Eine Gratulation gab‘s von Schausteller-Sprecher Dieter Rilke (l.) an seinen Bruder Günther zu dessen 90. Geburtstag.

Sicherheitskonzept hat sich bewährt Ein tragisches Ereignis der jüngten Zeit war der Anschlag in Ansbach. Überall werden jetzt Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Das Sicherheitskonzept der Stadt sei jedoch schon vor diesen traurigen Ereignissen beschlossen worden. Dazu gehören unter anderem Taschenkontrollen, mehr Sicherheitspersonal oder die geänderte Zufahrtsregelung auf das Herbstfest-Gelände mittels Einbahnstraßenregelung. „Da haben wir auch ein Stück Vorbildfunktion und sind am Puls der Zeit“, meinte er. Dafür bedankte sich auch Schausteller-Verbands-Präsident Wenzel Bradac. Er hatte nach den jüngsten Geschehnissen einen Brandbrief an Münchens OB Dieter Reiter verfasst. Inhalt: Die Sicherheit von Personal weiter zu gewährleisten. Erding bescheinigte er bereits ein ausgezeichnetes Zeugnis. Ein Dankeschön von Gotz gab es an die Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes, Kreisverband Erding, sowie an die Polizei Erding. „Ich sage als ganz einfacher Bürger: Herzlichen Dank an euch“, so Gotz zu Anton Altmann, Leiter der Polizei Erding. Sie sei am Festgelände mit der Wiesnwache präsent. Gemeinsam mit dem Sicherheitsdienst gehen die Beamten „eine gute Partnerschaft“ ein. Fast 25 Jahre war der verstorbene Hans Richly Ansprechpartner für die Fieranten. Schausteller-Sprecher Dieter Rilke, der dieses Amt seit 32 Jahren ausübt, bat seine Kollegen um eine Gedenkminute für den Verstorbenen. Eine Bereicherung ist für Rilke der neue Stiftungszelt-Eingang, den der Erdinger Künstler Harry S. gestaltet hat. Und eine besondere Ehre gab es für Günther Rilke, der seit 65 Jahren mit dem Autoskooter am Herbstfest Erding dabei ist. Aller guten Dinge sind drei: Zum Jubiläum, zum 90. Geburtstag und zur Ernennung als Ehrenbürger des Marktes Wartenberg gratulierte Dieter Rilke seinem Bruder und überreichte ihm ein Geschenk.

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