Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept

Inning soll schöner werden

Inning - Das Fördergebiet für die Dorferneuerung Inning ist festgelegt. Einem übersichtlichen Kreis an Bürgern erklärte Fritz Hampel den aktuellen Stand für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) Erdinger Holzland im Gasthaus Hofer. Diskussionsbedarf bestand wenig.

Andreas Raab vom Planungsbüro für die Dorferneuerung Inning hatte eingangs den bisherigen Verlauf des Dorfentwicklungsprozesses vorgestellt.

Das Fördergebiet umfasse den inneren Ortskern von Inning, das Areal rund um die Schule und Kirche sowie das Freizeitgelände an der ehemaligen Kläranlage, erklärte dann Hampel. Auch welche Privatmaßnahmen gefördert werden, Beispiele aus anderen Dörfern und das weitere Vorgehen erörterte der Sachgebietsleiter des Amtes für ländliche Entwicklung den wenigen Anwesenden, darunter Alt-Bürgermeister Josef Naderer und einige Gemeinderäte.

Gefördert werden könnten öffentliche und private Maßnahmen, sagte Hampel und fügte an: Bei begründetem Bedarf könne das Fördergebiet auch geändert werden. Ziele seien die Aufwertung der Ortschaft Inning, ein attraktiveres Gemeindezentrum, einen wahrnehmbaren Dorfmittelpunkt zu schaffen sowie zugleich die dörfliche Struktur und ortsprägende Gebäude zu erhalten. Bei diversen Treffen mit engagierten Bürgern wurden bereits 2014 als weitere Ziele die Aufwertung des Inniger Grabens und die Schaffung von Aufenthaltsbereichen, beispielsweise auch am Bach, sowie neue Fußwegeverbindungen thematisiert.

Ausführlich ging Hampel auf mögliche Förderungen von Privatmaßnahmen ein. „Je aufwändiger und bedarfsgerechter, desto höher die Zuschüsse“, brachte er es auf den Nenner. Mit 10 bis 30 Prozent, maximal 30 000 Euro, könnten dorfgerechte Baumaßnahmen an bestehenden Wohn-, Wirtschafts- und Nebengebäuden bezuschusst werden, die vor 1960 im historisch gewachsenen Ortskern erbaut wurden; dorfgemäße Ersatzbauten nur in Ausnahmefällen. Gefördert würden Maßnahmen an der „Außenhaut“, also Fenster, Fassade, Dach, Balkone, Türen, oder zur Sicherung der Statik sowie besondere Aufwendungen zum Energiesparen: „Kunststofffenster gar nicht, Biberschwanz mehr noch als normale Dachziegel.“ Unterhalt und Reparaturen ohne gestalterische Verbesserung würden nicht bezuschusst, ebenso wie die eigene Arbeit. „Es wird darauf geachtet, dass es regionentypisch umgesetzt wird“, betonte der Sachgebietsleiter. 20 bis 60 Prozent, maximal 60 000 Euro Förderung gebe es für dorfgerechte Maßnahmen an ortsplanerisch, kulturhistorisch oder denkmalpflegerisch besonders wertvollen Gebäuden.

Für dorfgerechte Gestaltung privater, landwirtschaftlicher und gewerblicher Vorbereiche sowie Hofräume könne es 10 bis 30 Prozent geben, maximal 10 000 Euro. Öffentlich wirksam seien hier vor allem Hauptstraßen, Plätze und Schlüsselmaßnahmen, sagte Hampel. Die Anträge müssten rechtzeitig vor Baubeginn, möglichst innerhalb von drei Jahren, also bis Ende 2019, gestellt werden, der Verwendungsnachweis bis Anfang 2022 vorliegen, stellte er weiter fest. Auf Wunsch gebe es auch eine Bauberatung durch einen Architekten der Dorferneuerung. Der Antrag müsste beim Amt für Ländliche Entwicklung gestellt werden, das die Baufreigabe schriftlich erteilt. Hampel erklärte noch den genauen Ablauf und, dass die Höchstförderungssätze nur in Ausnahmefällen gewährt würden. „Je hochwertiger die Gestaltung und die eingesetzten Materialien und je dorfgemäßer und gegebenenfalls denkmalgerechter, desto höher die Förderung.“ Eine der ersten Privatmaßnahmen, die schon in Angriff genommen wurde, sei die Fassade des Wirtshauses Hofer mit Biberschwanz-Eindeckung und grünen Fensterstöcken, wie nach einer Vorlage aus dem Jahr 1910.

Nächster Schritt sei, dass die Gemeinde die Planungsaufträge für die ersten Maßnahmen vergebe: „Die werden bei uns eingereicht.“ Sobald die Objektplanung stehe, würden die Kosten geschätzt und alles vom Gemeinderat beschlossen, erklärte Hampel. Dazu gebe es zwei Wege: Zum einen den neuen ELER-Prozess, einen bayernweiten Wettbewerb. Darunter falle die gemeindliche Infrastruktur, wie auch das gewünschte Gemeinschaftshaus. Der andere Bereich seien Tiefbaumaßnahmen, wie etwa am Bach, Hoferschließungen und Infrastrukturmaßnahmen außerhalb des Fördergebietes, wie die gewünschten Freizeitwege. Die Vergabe des Freizeitwegekonzepts werde Ende September besprochen, verriet Hampel. Das Konzept könne gefördert werden, nicht aber Schilder oder Freizeitkarten, auch nicht aus dem ILEK-Topf.

„Die Wege selber nicht?“, fragte Gemeinderat Zeno Heller. „Doch, wenn sie plausibel erklärt sind und gemeindeübergreifend sind. Dazu müssten alle vier Gemeinden an einem Strang ziehen“, entgegnete Hampel. Bereits 2011/12 seien erste Impulse für die Wege entstanden, damals unter anderem noch mit den Räten Matthias Huber, Hans Schumertl und ihm selber, warf Naderer ein. Auch verschiedene Arbeitsgruppen habe es dazu gegeben. Ein Grobkonzept sei schon gemacht. Zusammen mit Raab, Bürgermeisterin Michaela Mühlen und einigen Bürgern seien die Örtlichkeiten, auch vorhandene Gehwege, schon inspiziert worden.

„Zum Abschlusstermin machen wir nach einjähriger Vorbereitungshase gleichzeitig den Startschuss für die kommenden öffentlichen und privaten Maßnahmen“, sagte der Sachgebietsleiter. Im Herbst gehe es los, damit im nächsten Jahr schon die ersten Anträge gestellt werden könnten. Alles 2017 fertig zu bringen, werde schwierig werden, meinte er. 2018 sei realistischer. Die Bürger sollen sich einbringen, das müsse die Grundlage von ILEK sein, betonte er.

Birgit Lang

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