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Setzt auf moderates Wachstum: Bürgermeister Siegfried Fischer (r.) bei seinem Rechenschaftsbericht in der   Bürgerversammlung.

Bürgerversammlung Isen

50 000 Quadratmeter Bauland stehen bereit

Isen - Beherrschbarer Zuzug , statt „Wachstum auf Teufel komm raus“. Das ist die Devise von Bürgermeister Siegfried Fischer was die Zukunft des Marktes Isen angeht. Bei der Bürgerversammlung nannte er Details.

Die Kommune setze auf moderates Wachstum sowie die Optimierung kommunaler Einrichtungen und Infrastruktur. Damit Isen wachsen kann, entwickelt die Kommune derzeit die fünf Baugebiete Pemmering-Süd-Ost, Mittbach-Süd, Altwegring sowie die Erweiterungsmöglichkeiten für die beiden Einkaufsmärkte im Süden und Norden des Gemeindegebiets. In der Vorplanung befindet sich das seit Langem avisierte Baugebiet am Ranischberg. Hier liegt laut Bürgermeister Fischer zwar ein Gemeinderatsbeschluss vor, das gesamte Gebiet zwischen Staatsstraße 20 86 und Ziegelstätterstraße zu überplanen. Derzeit stünden aber die Flächen zwischen Ranischberg und Staatsstraße nicht zu Verfügung. Zukunftsmusik ist auch künftige Baulanderschließung im Süden der Haager Straße, wo weder Aussagen zu Art der Bebauung und Erschließung, geschweige denn eine zeitliche Prognose möglich seien.

Konkreter wurde Fischer bei der Steinlandstraße III. „Rechnen Sie mit drei Jahren“, beantwortete Fischer die Frage eines Besuchers, von welchem Zeitrahmen man ausgehen müsse. Derzeit habe der Markt Isen Baulandvorräte von 30 000 Quadratmeter im eigenen Besitz. Zusammen mit künftigen Baugebieten komme die Gemeinde auf Brutto-Bauland in der Größenordnung von 50 000 Quadratmeter. Dass Isen mit der aktuellen Wachstumsrate von 2,07 Prozent auf dem richtigen Weg ist, steht für Fischer fest. „Wir sind zufrieden mir der Situation“, sagte er.

Zufrieden ist er auch mit dem Einkommensteueranteil, der sich längst zu Haupteinnahmequelle der Kommune gemausert hat. 3,3 Millionen nimmt die Gemeinde 2016 voraussichtlich durch ihren Anteil an der Einkommenssteuer ein. Obwohl leicht gesunken, könne die Kommune auch mit der Gewerbesteuer in Höhe von 1,6 Millionen Euro zufrieden sein, „die im Wesentlichen von mittelständischen Betreiben erwirtschaftet wird“, sagte Fischer.

Eine Zukunftsaufgabe, der sich der Gemeindechef besonders verpflichtet fühle, sei die Trinkwasserversorgung durch die Kommune. Die sogenannte Liberalisierung des Trinkwassers laufe auf eine Privatisierung hinaus, bei der „das Lebensmittel Nummer 1 auf den Markt geworfen und dem Gewinnstreben der Kapitalgesellschaften ausgeliefert wird“, bemerkte Fischer. „Darum bauen wir unseren Hochbehälter selbst.“ 2,4 Millionen Euro muss die Kommune aufbringen, refinanziert wird der Betrag über einen Verbesserungsbeitrag, den die Bürger bis 2019 zu zahlen habe. „Raus mit der Wahrheit, auch wenn sie wehtut“, sei auch die Devise bei der Gebührenerhöhung gewesen, die der Marktgemeinderat beschlossen hat.

Kurz ging der Bürgermeister auf den Hintergrund der Unterdeckung der letzten drei Jahre ein, die während des Kalkulationszeitraums 2017 bis 2019 zu einer deutlichen Gebührenerhöhung führen wird (wir berichteten). „Ich möchte das Büro nicht über Gebühr prügeln“, sagte er, dessen Anlagennachweis sei aber nicht brauchbar gewesen und sei deswegen nicht vom Kommunalen Prüfungsverband akzeptiert worden. Der von der Gemeindeverwaltung neu erstellte Anlagennachweis garantiere hingegen eine künftig korrekte Gebührenberechnung, versprach Fischer.

Anne Huber

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