Hoher Besuch: 1965 kam der CSU-Vorsitzende Franz-Josef Strauß nach Isen. Er wurde von Hans-Edmund Lechner (l.) begrüßt. Foto: CSU Isen

70 Jahre CSU ISEN

Klinkenputzen für mehr Mitglieder

Isen – Gut ein Vierteljahr nachdem in München die Christlich Soziale Union gegründet wurde, war es auch im Markt Isen so weit: Im Januar 1946 traten acht Isener, darunter eine Frau, der CSU bei. Am Samstag, 5. November, feiert die Isener CSU das 70-jährige Jubiläum.

Der Ortsverband entwickdelte sich eher gemächlich. Bis 1955 konnten die Christlich-Sozialen unter ihrem ersten Vorsitzenden Josef Keilhacker nur wenig Beitritte verzeichnen. Eine Werbeaktion im Jahr 1955, bei der Keilhackers Nachfolger Otto Bauer mit dem Schnauppinger Bürgermeister Lechner an die Haustüren klopfte, veranlasste 36 Bürger, darunter allein 29 aus Schnaupping, beizutreten. Obwohl dieser Erfolg auf Kreisebene gern gesehen wurde, stieß die Eigenmächtigkeit der Isener, was die Höhe der Beiträge betraf, auf kein Verständnis: Während der Kreisverband Wasserburg am Inn – zu dem Isen bis zur Kreisreform gehörte – sechs Mark pro Jahr verlangte, hatten die Isener den Beitrag auf drei Mark abgesenkt. Denn, so Ortsvorsitzender Bauer, das sei nun einmal der Jahresbeitrag, den auch die anderen Isener Vereine von ihren Mitgliedern verlangten. Die „Beitrags-Rebellion“ führte zu einer ausgedehnten Korrespondenz, in deren Verlauf Bauer auch auf den mit zwei Mark noch niedrigeren Beitrag der Bayernpartei hinwies. Und, so argumentierte Bauer, die SPD, der die Leute nachliefen, staffle den Beitrag sogar nach dem Verdienst der Mitglieder.

1959 zählte der Ortsverband 91 Mitglieder, 1963 schaffte er es erstmals über 100 Anhänger. Im Jahr 1965, der spätere Bürgermeister Hans-Edmund Lechner war nach Albert Rappold zum Ortsvorsitzenden gewählt worden, kam mit Franz Josef Strauß hoher Besuch nach Isen. Nach Lechner, der von 1997 bis 1999 noch einmal Vorsitzender war, hatten Helmut Deuschl, Ludwig Viechter, Josef Hacker, Günther Mog, Rupert Fruth, Jürgen Pesch, Michael Feuerer und Kornelia Angermaier den Vorsitz des Ortsverbands inne. Lechner, der 1978 bei den Bürgermeisterwahlen eine satte Mehrheit hatte einfahren können, blieb bis 1996 im Amt. Seitdem stellt die CSU keinen ersten Bürgermeister mehr.

Auch im Marktgemeinderat verloren die Christlich-Sozialen 2008 an Gewicht: Von ehemals sieben Gemeinderäten gehörten nur noch vier zur CSU-Fraktion. Als Gründe nennt man parteiintern den Generationenwechsel bei den Kandidaten sowie die Neue Bürgerliste, die erstmals zur Wahl angetreten war. Inzwischen sitzen wieder fünf CSU-Marktgemeinderäte im Gremium und mit Oliver Schmid hat ein ambitionierter Newcomer den Vorsitz übernommen. Themenschwerpunkte der Isener CSU sind ein Verkehrs- und Straßenkonzept, weitere Maßnahmen zur Barrierefreiheit und die Entwicklung der Ortsmittelpunkte.

Der Ortsverband feiert diesen Samstag ab 17 Uhr im Isener Klement-Saal. Geladen sind neben den 106 Mitgliedern auch Ehrengäste. Zugesagt haben bereits Landrat und Kreisvorsitzender Martin Bayerstorfer, Staatsministerin Ulrike Scharf sowie Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz. Als Festredner fungiert der ehemalige bayerische Kultusminister Hans Zehetmair. 

Anne Huber

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