Die Modelle sind schon fertig: Werner (IGE) Baumgartner mit seinen Kunstwerken „Kreuz“ (M.) und Stammbaum (r.). Foto: Huber

Gemeindefriedhof Isen

Kunst als Keimbett für neues Leben

Isen – Friedhöfe sind neben Orten des Abschiednehmens, der Trauer und der Ruhestätten immer öfter auch Orte der kontemplativen Kunst. Im Zuge der geplanten Erweiterung des Gemeindefriedhofs soll auch der Isener Gemeindefriedhof zwei Kunstwerke erhalten.

„Stammbaum“ und „Kreuz gefangen im Kreuz“ stammen aus der Werkstatt des Isener Metallgestalters Werner (IGE) Baumgartner.

Ein rund fünf Meter hoher Stamm ummantelt mit Aluminiumblech, ist die Arbeit, die Baumgartner für den geplanten Meditationsplatz im neuen Friedhof fertigt. „Durch die Spalten, die ich bewusst zwischen den Blechen lasse, dürfen ruhig Pflanzen wachsen“, erklärt der Künstler. Das Holz, das im Inneren vermodert – Baumgartner schätzt dass es Jahrzehnte dauern wird, bis das Hartholz verfault ist – könnte so als Keimbett für neues Leben dienen. Die polierte Aluminiumoberfläche wird sich durch Lichtreflexe und Spiegelungen ständig verändern, die Starrheit und Festigkeit des Materials enthält dadurch unvermutete Lebendigkeit. Das Objekt, das Vergehen und Entstehen symbolisieren soll, ist eine handwerkliche Herausforderung für Baumgartner. „Ein Stück weit ist das Schweißen von Aluminium eine Premiere für mich“, sagt er. Das nötige Zubehör wird er sich von einem Freund ausleihen. Denn seine akribisch aufgeräumte Werkstatt in Schnaupping ist für die besondere Schweißtechnik, die viel Präzision und Knowhow erfordert, nicht ausgestattet.

Seit 18 Jahren ist Baumgartner, der sich Metallbaumeister der Fachrichtung Gestaltung nennen darf, selbstständig. Seine Werkstatt, in der sich auch einige alte Schmiedehämmer des Großvaters finden lassen, hat er neben seinem Elternhaus in Schnaupping eingerichtet. Abstecher in die Kunst waren in dieser Zeit eher die Ausnahme. Sein Geld hat er überwiegend mit Geländern und Toren verdient, sagt der Kunstschlosser. Umso mehr freut es ihn, dass es mit den Arbeiten für den Isener Friedhof geklappt hat. Seine Einmann-Firma hat Baumgartner übrigens nach seinem Spitznamen aus der Jugendzeit genannt. „Ich schätze, dass kaum jemand außerhalb der Familie mehr weiß, dass ich Werner heiße“, meint er grinsend. Der „Ige“, ein Igel mit frecher Himmelfahrtsnase und keck gebogenen Stacheln, ziert auch sein Logo und dient als Firmenschild, das er als Meisterstück angefertigt hat.

Während der „Stammbaum“ eine allgemeine Vorstellung von Vergänglichkeit transportieren soll, ist das Kunstwerk für den Stelenplatz christlich geprägt. Das über drei Meter hohe Kreuz, das von Urnenstelen eingerahmt wird, soll im Zentrum des geplanten Urnenfriedhofs stehen. Das Kreuz, das aus Cortenstahl, einem wetterfesten Baustahl besteht, wird er mit einem Geflecht aus demselben Material umwickeln. Die Verbindungen sollen in Assoziation mit den Nägeln, mit denen Jesus ans Kreuz geschlagen war, als Metallstifte ausführt werden. Da Cortenstahl in Blechplatten geliefert wird, muss Baumgartner die Platten zunächst aufwändig zuschneiden und zu Vierkantbändern formen. Am Fuß des Kreuzes soll sich ein Schacht befinden, in dem Urnen untergebracht werden können, deren Liegefrist abgelaufen ist. Zum Auftragsvolumen gehört auch noch ein Tor im Eingangsbereich Manhartstraße, das wie das Kreuz aus Cortenstahl besteht.

Drei Kunstschlosser der Umgebung waren von der Kommune zur Abgabe von Modellen und Kostenvoranschlägen aufgefordert wurden, lediglich Baumgartner hatte Konzeption und Kostenschätzung seiner Arbeiten vorgelegt. „Eigentlich schade“, findet das Baumgartner, „ich hätte nicht alles machen müssen“. So wird er in nächster Zeit erst einmal gut beschäftigt sein. Bevor er mit dem „Stammbaum“ beginnen kann, muss aber erst ein geeigneter Laubbaum gefunden werden, „Wer glaubt, einen geeigneten Baum in seinem Holz zu haben, soll sich bei mir melden“, bittet er Waldbesitzer.

Anne Huber

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