Herzlos: Am Altpapier-Container wurde die Katze in einem Transportkorb "entsorgt".

Katze am Altpapier-Container „entsorgt“

Dorfen - Christa Manschek kann so leicht nichts erschüttern. Doch dieser Fall macht auch die Vorsitzende des Tierschutzvereins Erding fassungslos. Sie spricht von einer „besonders miesen Art der ,Tierentsorgung‘“.

Die getigerte Katze ist immer noch total verängstigt.

Dort, wo die Menschen Altpapier, leere Glasflaschen und Blechdosen entsorgen, hat sich ein herzloser Katzenbesitzer seiner Katze entledigt - am Containerstellplatz am Volksfestplatz. Eine Spaziergängerin bemerkte am Sonntag am Altpapier-Container einen schmuddeligen, mit Klebeband geflickten Tiertransportkorb. Darin befand sich ein total verstörte und bibbernde Katze. Der Besitzer hatte das Tier trotz eisiger Kälte dort einfach entsorgt. Wie lange die Katze schon leiden musste, ist nicht bekannt.

Für die Chefin des Tierschutzvereins Erding ist das „eine besonders miese Art der ,Tierentsorgung‘“. Sie hofft jetzt, dass jemand die Katze oder den Korb erkennt. „Vielleicht können wird damit endlich einmal so jemand erwischen, der Tiere so mies behandelt“.

Die Katze ist derzeit bei Tierarzt Dr. Aigner in Taufkirchen. Dort wird sie medizinisch versorgt und hochgepäppelt.

Dass Katzen und Hunde einfach ausgesetzt und dann ihrem Schicksal überlassen werden, ist längst nichts mehr außergewöhnliches. „Die Menschen werden immer brutaler und rücksichtsloser“, klagt die Erdinger Tierschutzchefin Manschek. Derzeit hat der Tierschutzverein fast 40 Katzen in seiner Obhut. Und täglich kommen neue hinzu.

Untergebracht werden die Fundtiere bei Mitgliedern. „Wenn unser Tierheim fertig ist, ist es am nächsten Tag bereits voll belegt“, fürchtet Manschek. Sie appelliert an alle, Tiere nicht einfach als Sache zu sehen. Wer eine Katze, einen Hund aber auch Nager und Vögel zu sich aufnehme, habe auch Verantwortung für diese Tiere. An die Katzenhalter appelliert Manschek, die Tiere unbedingt kastrieren zu lassen. Nur so könne man das Katzenelend eindämmen.

Für Manschek steht außer Zweifel, dass der Gesetzgeber handeln muss. Notwendig sei eine Kastrationspflicht für Katzen, da ansonsten die Masse an Tieren nicht mehr zu bewältigen sei. 2012 musste sich der Tierschutzverein um 358 ausgesetzte und abgegebene Katzen kümmern. 65 000 Euro Tierarztkosten mussten aufgebracht werden.

Anton Renner

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