Unvergesslicher Tag: Die Kirchberger Flüchtlinge mit den Mitgliedern des Helferkreises vor Schloss Herrenchiemsee. Foto: Lang

Ausflug an den Chiemsee

Flüchtlinge auf König Ludwigs Spuren

Kirchberg - Die 18 Flüchtlinge, die in der Gemeinde Kirchberg leben, haben einen unvergesslichen Tag am und im Schloss Herrenchiemsee verbracht. Ermöglicht wurde der Ausflug durch eine private Initiative.

Dr. Heinz Görblich, der ehemalige Tierarzt aus Wartenberg, hatte sich zu seinem 75. Geburtstag statt Geschenken Spenden für die Kirchberger Flüchtlinge gewünscht. Und diese gingen zahlreich ein. So konnten nun die 18 Kirchberger Flüchtlinge, darunter auch sechs Kinder, zusammen mit dem zehnköpfigen Helferkreis einen Tag lang auf den Spuren von König Ludwig wandeln.

Beim Rundgang über die Fraueninsel besuchte die Reisegruppe die Klosterkirche und kehrte danach beim Klosterwirt ein. Mit dem Schiff fuhren sie anschließend zur Herreninsel, spazierten zum Schloss und besichtigten die alten Gemäuer mit arabisch-sprachiger Führung, auf Audiohörer.

Mit den Syrern und Holzländern freuten sich Heinz Görblich und seine Frau Pauline, die bei dem Ausflug natürlich auch dabei waren. Neben den strahlenden Gesichtern der Flüchtlinge wurde dem Gönner auch ein Geburtstagsständchen gesungen, auf Arabisch versteht sich, und er erhielt eine Geburtstagskarte von den Flüchtlingen. Die Syrer seien so glücklich gewesen, dass sie auf der Heimfahrt im Bus sogar tanzten, erzählt Irmi Oberndorfer, Sprecherin des Helferkreises. Auch sie war hellauf begeistert von der Fahrt zum Chiemsee und vor allem von Görblichs „nachahmenswertem Geschenk“.

Gleich in der Früh ging es los. Alle Kirchberger Flüchtlinge waren dabei, nur einer nicht: der 22-jährige Molham Alhafez. Er spielt beim FSV Steinkirchen in der 2. Mannschaft und musste ein Fußballspiel absolvieren. Er ist nicht der Einzige, der schon sehr gut in die Dorfgemeinschaft integriert ist. Zwei der Flüchtlinge absolvieren gerade ein Praktikum, einer beim Bäcker in Schröding, einer beim Sanitär- und Installationsgeschäft Strohmaier in Arndorf, sagt Oberndorfer. Natürlich seien hier deutsche Sprachkenntnisse wichtig. Aber auch hier seien die Kirchberger auf einem sehr guten Weg.

Seit Februar geben die Helfer ehrenamtlich Deutschkurse. Mittlerweile seien alle für den Integrationskurs bei der Volkshochschule in Erding angemeldet. Fast alle Kirchberger Flüchtlinge haben mittlerweile ihre Anerkennung erhalten, bräuchten nun dringend eigene Wohnungen. „Das ist das nächste Problem“, erzählt Oberndorfer. Aber auch hier werde sich eine Lösung finden. Über ihre Arbeit als Gemeinderätin kam die dreifache Mutter zum Helferkreis. Sie kümmert sich vor allem um den „Behördenkram“, verrät sie und „es macht mir sehr viel Spaß“, vor allem, weil sie sehr viel Positives von den Flüchtlingen zurückbekommt.

Übrigens: Vom Spendengeld blieb sogar noch was übrig. Davon hat Görblich zwei Biergarnituren gekauft, die in den Flüchtlingsunterkünften in Arndorf und Baustarring aufgestellt wurden.

Birgit Lang

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