Vor rund 100 Interessierten informierte Winfried Busch über den Bahntunnel. Foto: Moritz

Bürgerinitiative: „Wir kämpfen für jeden Meter Tunnel“

Erding - Sollte der S-Bahn-Ringschluss durch die Stadt gebaut werden, werden die Erdinger um jeden Meter Tunnel kämpfen.

Am Tag, nachdem Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil das Gutachten zur besseren Schienenanbindung des Flughafens im Erdinger Moos vorgestellt hatte, hat die Bürgerinitiative (BI) Bahntunnel Erding zur ersten Hauptversammlung nach ihrer Gründung in den Erdinger Weißbräu geladne. Zur gut besuchten Versammlung war auch Bürgermeister Max Gotz gekommen.

Was Zeil am Montag in München vorgestellt hatte, bezeichnete BI-Vorsitzender Winfried Busch als „ernüchternd“. Er hielt die Wirtschaftlichkeitsberechnung für das Gesamtpaket mit neuer Express-S-Bahn für wenig seriös. Auch kritisierte er den Fahrplan der 1,4 Milliarden-Euro-Investition. „Es heißt, die Neufahrner Kurve bei Freising habe Priorität. Daraus muss ich schließen: Der Rest hat Zeit“, so Busch.

Zur zweiten Trasse mit der Südeinschleifung des Regionalverkehrs auf die S-Bahn-Gleise zwischen Aufhausen und St. Kolomann sagte Busch: „Da fehlt es an Details, so dass es für eine ernstzunehmende Prüfung noch zu früh ist.“

Bis dato sei lediglich bekannt, dass die Züge auf Höhe des Stadtparks in einen Tunnel geführt werden sollen. Der Bahnhof Erding solle in einen offenen Trogbahnhof umgewandelt werden, ehe es unterirdisch Richtung Kehr/Langengeisling weitergeht. Busch machte deutlich, dass vor allem der längere Tunnel der zweiten Variante Charme verleihe. Für ihn steht fest: „Egal, welche Lösung kommt, der Verlauf muss durch Erding weitestgehend im Tunnel sein, und das gilt genauso für Altenerding wie für Langengeisling“, sagte Busch.

Keinesfalls werde man sich die Lebensqualität in Erding kaputt machen lassen. Gotz erklärte, eine seriöse Bewertung der Südeinschleifung sei aufgrund der dürren Faktenlage derzeit nicht möglich. „Darüber sollten wir erst diskutieren, wenn wir belastbares Material auf dem Tisch haben.“ Die wenigen bislang bekannten Details drohten die Erdinger zu spalten. Gotz’ eindringlicher Appell: „Wir müssen jetzt Nerven bewahren und Geschlossenheit zeigen.“

In der Diskussion wurde deutlich, wie groß vor allem in Altenerding und Langengeisling die Sorge ist, doch keinen Tunnel zu bekommen und somit im Lärm zu ersticken oder durch ständig geschlossene Schranken vom Stadtkern abgeschnitten zu sein. Busch und Gotz versicherten unisono: „Wir werden für jeden Meter Tunnel kämpfen.“ (ham)

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