Suche nach Unterstützern

Der Helferkreis braucht Hilfe

Langenpreising – Im Helferkreis für die Langenpreisinger Flüchtlinge engagieren sich derzeit rund 20 Bürger. Das ist beileibe nicht genug, sagen die Helfer. Unter anderem mangelt es an Deutschlehrern. Sind die Asylbewerber dann mal anerkannt, finden sie keine bezahlbare Wohnung. Hier nimmt die Flüchtlingshilfe die Gemeinde in die Pflicht.

Die Flüchtlingshilfe in Langenpreising ist auf die Suche nach weiteren Unterstützern gegangen. René Kaufmann, der sich schwerpunktmäßig um die Vermittlung von Arbeitsplätzen kümmert und dahingehend auch schon Erfolge vorweisen kann, kennt die aktuellen Zahlen. Und er weiß: Sie sind nicht genug. Ihm zufolge sind 26 Flüchtlinge in der Gemeinde Langenpreising registriert, die sich auf sechs Familien verteilen. Fünf von ihnen stammen aus Syrien, eine aus Eritrea.

Der Helferkreis selbst kann auf einen harten Kern von zwölf Aktiven zählen. Hinzu kommen noch einige, die gelegentlich aushelfen, so dass insgesamt rund 20 Bürger aus Langenpreising zusammenkommen. Sie kümmern sich ehrenamtlich um diejenigen Menschen, die ein tragisches Schicksal in die Gemeinde verschlagen hat. Diese Zahl der Helfer ist aber beileibe nicht hoch genug.

Die Erfolge bei der Arbeitsvermittlung machen Kaufmann Mut: „Eine Langenpreisinger Firma hat direkt bei mir angefragt, ob ich jemanden wüsste oder hätte, der Arbeit sucht“, berichtet er. Kaufmann konnte helfen, und zwar beiden Seiten: Ein Syrer hat jetzt eine volle Stelle, und die Firma einen neuen Arbeitnehmer. „Der ist ganz glücklich mit seinem Job“, so der Eindruck des Flüchtlingshelfers. Und der Mann scheint sich nicht dumm anzustellen, denn der Arbeitgeber würde noch weitere Flüchtlinge bei sich beschäftigen, berichtet Kaufmann. Ein Eritreer ist jetzt mit einem Minijob als Reinigungskraft im Dorfladen angestellt und macht außerdem einen Deutschkurs.

Zu wenige Deutschlehrer

Aber genau hier fangen die Probleme der Helfer an. „Wir haben zu wenige Deutschlehrer“, sagt etwa Bettina Rixen. Würden sich in diesem Bereich mehr Menschen engagieren, würden die, die momentan sehr viel Unterricht geben müssen, auch mal pausieren können.

Die Deutschkurse sind das Nadelöhr, durch das alle Flüchtlinge irgendwie hindurch müssen – und das ist eng. „Einige warten schon ein Jahr auf einen Deutschkurs“, klagt Michaela Bauer. Und ohne geht gar nichts, auch nicht für jenen hochqualifizierten Bio-Chemiker mit Master-Abschluss, der sofort eine ausgezeichnet bezahlte Stelle bekommen, Steuern und Sozialabgaben bezahlen könnte, wenn er denn nur Deutsch sprechen könnte. Kaufmann hebt verzweifelt die Arme, wenn er an dieses Beispiel aus Langenpreising denkt. Aber die Ehrenamtlichen geben nicht auf, haben jetzt einen weiteren Asylbewerber für einen Deutschkurs ab November vermitteln können.

Ein weiterer Flüchtling aus der Gemeinde Langenpreising ist bereits voll anerkannt und müsste aus der Unterkunft ausziehen. Aber er hat keine Wohnung. Michaela Bauer sieht hier auch die Kommune in der Pflicht, für mehr bezahlbaren Wohnraum zu sorgen. Die Mitglieder betroffenen Familie gelten als so genannte Fehlbeleger in der Unterkunft, wie es im Amtsdeutsch heißt.

Der Helferkreis wünscht sich außerdem einen festen Ansprechpartner in der Gemeindeverwaltung oder im Gemeinderat. Einen solchen brauche es unbedingt, betonen die Flüchtlingshelfer. Immerhin haben sie schon mal festgestellt: „Der zweite Bürgermeister Josef Straßer, der hört uns zu.“

Michaela Bauer ist das aber angesichts der aktuellen Situation noch nicht genug. Und so rühren sie und ihre Mitstreiter auch ein wenig die Werbetrommel: Nancy Neumüller hat einen Flyer entworfen und meint: „Die Arbeit macht auch Freude. Man soll nicht immer nur den Aufwand sehen.“ Bauer pflichtet ihr bei: „Ich habe da viel draus gewonnen – auch für mich.“

Kontakt:

Wer beim Helferkreis mitmachen will, kann sich auf der Homepage www.fluechtlinge-langenpreising.jimdo.com informieren. Die Flüchtlingshilfe ist unter Tel. (01 79) 3 29 72 42 oder per E-Mail an nfielenbach@gmx.de erreichbar. Sie befindet sich im Feuerwehrhaus Langenpreising, Strogenstraße 3-5 (Sitzungsraum 1. Stock).

von Klaus Kuhn

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