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Das strahlend goldene Turmkreuz auf der Langenpreisiniger Kirche weihte Pfarrer Gregor Bartkowski. Kirchenpflegerin Margot Myrt assistierte.

Kirche Langenpreising

Das Turmkreuz steht wieder

Langenpreising – Die Langenpreisinger Kirche hat wieder ein Turmkreuz: Gestern wurde das vergoldete Schmuckstück montiert.

Es war wohl das luftigste Vaterunser, das Pfarrer Gregor Bartkowski jemals gesprochen hat – gestern Vormittag auf dem leicht schwankenden Gerüst unter dem gerade errichteten Turmkreuz, das jetzt wieder an seinem angestammten Platz auf der Kirchturmspitze steht. Nur wenige Handwerker und Vertreter der Kirchengemeinde waren bei Nieselregen und leichtem Wind die schmalen Leitern zu den letzten Gerüst-Ebenen hinauf gestiegen.

Sie waren auch die einzigen, die hören konnten, was der Pfarrer zum Turmkreuz zu sagen hatte: „Aus dem Werkzeug des Todes ist ein Zeichen der Liebe geworden“, sagte er unter anderem, bevor er Weihwasser, das Kirchenpflegerin Margot Myrt mitgebracht hatte, auf das neu vergoldete Kreuz spritzte.

Zuvor wurde es montiert, was sich als nicht so einfach herausstellte: Erstens musste es den gleichen Weg nehmen wie die Teilnehmer der schlichten Feier, und zweitens musste es ausgepackt werden. „Es würde mich ewig und drei Tage stören, wenn das schief stünde“, meinte Architekt Bernhard Fischer. So hatte Hans Reif aus Moosburg die ehrenvolle Aufgabe, es sauber auszurichten. Nun ist der Schmiedemeister nicht der Größte, weshalb es auch hier der Geistliche selbst war, der mit einem 13er Schlüssel die Schrauben anzog. Der Wetterhahn dreht sich, das Lager besteht aus einer Glaskugel. „Das läuft sich schon ein“, befand Reif.

Als das Turmkreuz am 14. April 2014 abgenommen werden musste, hatte man auch die Kartusche entnommen. Sie musste nun wieder befüllt und eingebracht werden: Zeitungen und aktuelle Münzen, darunter ein polnischer Zloti, befinden sich jetzt darin, ebenso wie ein Text, den Margot Myrt liebevoll handschriftlich verfasst hat. Er gibt unter anderem wider, was alles an Arbeiten zu machen war, und was das gekostet hat.

Dazu gab es auf Nachfrage eine Zahl, die nicht in dem Dokument steht: Exakt 47 949,27 Euro lautete der Spendenstand gestern. „Die Bereitschaft der Bevölkerung, für das Vorhaben zu spenden, ist unglaublich“, freute sich Myrt. Die unangenehmen Überraschungen bei der Sanierung hielten sich, wie Architekt Fischer mitteilte, in Grenzen. Der Putz sei in einem besseren Zustand gewesen als gedacht, bei den Holzarbeiten sei allerdings mehr zu tun gewesen, so dass sich der Aufwand ungefähr die Waage gehalten habe.

Die Fledermäuse werden jetzt leichter Zugang erhalten, die Turmfalken bekommen neue Wohnungen. Der alte Nistkasten sei zu ersetzen gewesen. Ein neuer werde dazu kommen, weil es tatsächlich zwei Paare gewesen seien, die hätten nisten wollen, teilte der Architekt weiter mit. Diese Nebenarbeiten gehen leicht mit, denn: „Wir sind gut im Zeitplan.“

Klaus Kuhn

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