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Alter Brauch neu aufgelegt: Maria Heller mit der „Bogenberger Madonna“, die durch den Ort wandern wird.

Marienfigur geht auf Herbergssuche

Langenpreising - Die Langenpreisinger Pfarrgemeinderatsvorsitzende Maria Heller will den alten Brauch des „Marientragens“ in der Gemeinde Langenpreising neu beleben. Was es damit auf sich hat, erklärte sie in der Pfarrversammlung.

Marie Heller beschrieb zunächst das Wort „Marientragen“, für das Volkskundler auch oft den verwandten Begriff „Frauentragen“ verwenden. Dabei handelt es sich um eine seit dem 17. Jahrhundert bezeugte Variante der Herbergssuche. Demnach wird in der Adventszeit eine Marienplastik oder auch ein Marienbild von einem Haus zum anderen getragen und auf einem Hausaltar zur Andacht für Familie und Nachbarschaft aufgestellt. Am Heiligen Abend wandert das Marienbildnis dann wieder zurück in die Kirche.

Der Bonner Volkskundler Alois Döring verortet diesen Brauch übrigens ins Rheinland, wie auf der Internet-Seite www.katholisch.de zu lesen ist. Heller stellte eine solche Marienfigur bei der Pfarrversammlung vor, die in einem tragbaren Schrein steht, und für die nun jeweils für eine Nacht eine Herberge gesucht werde.

Die Kindergärten, so verkündete die Pfarrgemeinderatsvorsitzende, würden schon mitmachen. Es sei eine Liste vorbereitet, in die sich die Familien bei Interesse eintragen können, und die liege in der Kirche aus, sagte Heller nach der Vorstellung im Gespräch mit der Heimatzeitung. Es sei so gedacht, dass die Familien oder Institutionen – der Gemeindekindergarten ist die erste Station – jeweils am späten Nachmittag die Figur zur nächsten Familie tragen werden. „Alle, die mitmachen, erhalten eine Kopie der Liste, damit sie wissen, wer hat die Marienfigur, von wem kriege ich sie, und zu wem muss ich sie bringen“, erläuterte die Pfarrgemeinderatsvorsitzende, die die Liste gern bis zum ersten Advent komplett haben möchte.

An diesem Sonntag nämlich werde die Figur – eine Bogenberger Madonna – geweiht und gehe dann auf die Reise durch die Gemeinde. Heller freut sich über eine ganz besondere Figur: „Das ist wirklich die einzige, die ich habe bekommen können, wo die Maria schwanger dargestellt wird. Die hat ein Bäuchlein.“ Die Pfarrei habe diese Figur samt Schrein beschafft, um den alten Brauch wieder zu beleben. „Ich möchte das zu einer Tradition werden lassen“, sagte Heller dazu.

Klaus Kuhn

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