Ehrung: Maria Stummer (l.) bekam von Sozialministerin Emilia Müller das Bundesverdienstkreuz verliehen. F: StMAS

Bundesverdienstkreuz

Ein Leben für andere Menschen

Geislbach - Maria Stummer aus Geislbach ist von Bayerns Sozialministerin Emilia Müller mit dem Bundesverdienstkreuze am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschen ausgezeichnet worden.

Geislbach – Maria Stummer ist in eine Familie mit pflegebedürftigen Großeltern und Großonkel sowie einem behinderten Bruder mit Down-Syndrom hineingeboren. Schon als Kind lernte sie durch das große Vorbild ihrer Eltern mit Kranken und mit behinderten Menschen umzugehen. Das blieb ihr ganzes Lebens so. Jetzt wurde sie für ihre langjährige Pflegeleistung von Bayerns Sozialministerin Emilia Müller im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit Soziales, Familie und Integration mit dem Bundesverdienstkreuze am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschen ausgezeichnet.

Es sei eine große Überraschung gewesen, sagt die zweifache Mutter, die nicht gern so viel Aufhebens um ihre Person macht. Gerne erzählt sie von ihrem Leben, von ihrem älteren Bruder Lenzi, den sie über alles liebte. „Ich hatte nie das Gefühl bevorzugt oder benachteiligt zu werden.“ Als Lenze mit zehn Jahren in die Förderung der Lebenshilfe gekommen sei, habe sie in oft begleitet. So kam sie schon früh in Kontakt mit anderen Behinderten. Als sie zwölf Jahre alt war, erlitt ihr Vater einen Schlaganfall. „Wir pflegten ihn 13 Jahre lang“, sagt sie und dass durch diese Erlebnisse ihr Berufswunsch entstand. „Für mich war klar, in eine soziale Sparte einzusteigen.“ Bis zu ihrer Heirat arbeitete sie bei körperlich und geistig behinderten Kindern. In ihrem neuen Heim, in Geislbach, waren ihre Schwiegereltern und ihr Schwager Martin, ebenfalls mit Down-Syndrom, ihre Familienbegleiter. „Unsere Kinder wuchsen unter den gleichen Umständen auf, in die ich hineingeboren wurde“, sinniert sie und freut sich über deren „respektvollen Umgang mit Alten, Kranken und behinderten Menschen“.

Als ihre Mutter an Krebs erkrankte, war es für Marile, wie sie ihre Freunde nennen, selbstverständlich, dass sie ihre Mama zu sich nahm und sie bis zu ihrem Tod pflegte. Auch ihr geliebter Bruder Lenzi kam mit. „Martin und Lenzi wurden Freunde fürs Leben“, freut sie sich. Durch die Fürsorge und Obhut konnten sich die beiden entfalten und alle Freuden miteinander teilen. „Als meine Schwiegermutter eine Gehirnblutung erlitt, wurde sie von uns vier Jahre lang umsorgt und gepflegt.“ Ihr Bruder Lenzi besuchte zu dieser Zeit schon die Werkstätte in Vilsbiburg. Schnell entstanden hier freundschaftliche Bande.

Natürlich war es nicht immer leicht für Maria Stummer. „Um das alles zu schaffen zu können gehören eine Familie und gute Freunde dazu“, sagt sie. Kraft konnte sie immer beim Singen tanken, beim Wambacher Kirchenchor und bei der Liedertafel Taufkirchen. „Ich danke Gott für die Gabe, dass ich fähig bin, andere Menschen zu pflegen und für sie dazu sein. Wenn’s auch manchmal schwer ist.“ Denn es sei eine Bereicherung fürs Leben und „macht glücklich, vor allem aber zufrieden“.mel

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