Jung und frech: Julian Wittmann aus Lengdorf. Foto: mot

Interview mit Julian Wittmann

Beim ersten Auftritt die Lehrer ausgesungen

Lengdorf – Freche, bayerische Lieder über das Leben und speziell angepasste Einlagen für Veranstaltungen: Das sind die Spezialität von Julian Wittmann. Der 23-Jährige aus Lengdorf überzeugt seine Fans live und seit einiger Zeit auch in seinen Internet-Videos. Sein Hobby-Musikkabarett kann der junge Mann gut mit seinem Theaterwissenschaftsstudium vereinbaren. Im Interview erzählt er über die Zusammenarbeit mit Radiosendern und Schauspielern.

Herr Wittmann, seit wann machen Sie Musikkabarett?

Julian Wittmann: Mach ma doch glei du, sonst fühl i mi so förmlich. Aber des is a gute Frage. Mein erster Auftritt war beim Realschulabschluss, als ich die Lehrer ausgesungen habe. Dann ging es weiter mit Geburtstagen und kleinen Veranstaltungen. Das wurde mit der Zeit immer mehr. Inzwischen trete ich zum Beispiel seit fünf Jahren beim Lengdorfer Weinfest auf und war schon öfters Vorprogramm von anderen Kabarettisten wie Roland Hefter.

Das Jahr hat für Dich spannend begonnen. Im Februar war in Dorfen die Vorstellung deiner ersten CD „Raubullad“.

Wittmann: Genau. Wir haben die 17 Titel voriges Jahr aufgenommen. Das war extrem viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Die Lieder sind bekannt von meinen Auftritten aus den vergangenen Jahren. Man kann die CD bei Music World, über meine Website oder nach Auftritten kaufen.

Außerdem spezialisierst Du Dich seit heuer vermehrt auf selbstgedrehte Kabarett-Videos mit Musik oder Sketchen.

Wittmann: Ich habe mit einer Gruppe von Fußballspezln und meinen Brüdern Thomas und Jonas schon zur WM 2014 über das Freistoßspray und danach über Weihnachten Videos gemacht. Auch die EM-Spiele habe ich dieses Jahr immer im Anschluss musikalisch analysiert und auf Bairisch zusammengefasst, teilweise gemeinsam mit einem Freund. Das Schreiben und Aufnehmen dauerte immer die ganze Nacht.

Damit bist Du sogar im Programm vom Radiosender Charivari gelandet. Wie kam es dazu?

Wittmann: Ich wurde von Charivari auf die Facebook-Videos angesprochen. Unsere Lieder über die Deutschlandspiele haben wir dann immer am Morgen danach im Radiostudio aufgenommen. Das war ziemlich cool, das Radio hat ja einen riesigen Verteiler – was sich werbetechnisch für meine Facebook-Seite natürlich super gelohnt hat.

Zur Wiesn hast Du wieder Sketch-Videos veröffentlicht – sogar mit Schauspieler Winfried Frey. Woher kennst Du ihn?

Wittmann: Der Kontakt entstand durch meinen Bruder Jonas, der mit ihm „München 7“ dreht. Ich war bei einem Theaterstück von Winfried auch schon Regieassistent oder Vorprogramm bei seinem Kabarett. Die Zusammenarbeit macht wahnsinnig Spaß. Die Wiesn-Videos haben wir zwischendurch irgendwann gemeinsam entwickelt.

Im Moment schreibst Du gerade an deiner Bachelorarbeit. Wie soll es danach beruflich weitergehen?

Wittmann: Auf jeden Fall muss ich etwas im künstlerischen Bereich machen. Kabarett, Theater, Film – mal schauen, wo ich letztendlich lande. Auf jeden Fall werde ich mich im kommenden Jahr an der Hochschule für Film- und Fernsehen für Spielfilmregie bewerben und möglichst viele neue Projekte starten.

Und was planst Du aus musikalischer Sicht?

Wittmann: Ich will neue Lieder schreiben und regelmäßig Videos veröffentlichen. Auch nächstes Jahr habe ich wieder Auftritte im Landkreis, komme aber auch bissl rum – zum Beispiel zum Münchner Schlachthof oder nach Ingolstadt. Außerdem will ich gerne eine kleine bayerische Internetserie mit circa zehn Folgen machen, die wöchentlich erscheint. Dort sollen auch bekannte und professionelle Schauspieler dabei sein.

Das Gespräch führte Markus Ostermaier.

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