FEUERWEHR-GERÄTEHAUS

Heimische Handwerker sollen mit ins Boot

Lengdorf - Der Gemeinderat hat sich darauf geeinigt, die Bauleistungen für Um- und Anbau des Feuergerätewehrhauses durch eine Beschränkte Ausschreibung zu vergeben.

Fünf Ratsmitglieder sahen in der Vergabe an einen Generalunternehmer die bessere Lösung und votierten gegen den Beschlussvorschlag von Bürgermeisterin Gerlinde Sigl . In der Vergangenheit hatte sich der Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung mit der Möglichkeit auseinander gesetzt, einen Generalunternehmer für das kommunale Bauvorhaben zu beauftragen. Um auf Nummer sicher zu gehen, hatte die Verwaltung daraufhin zusammen mit Planer Franz Schaffmayer ein Gespräch mit der Baudirektorin der VOB/ VOL-Stelle der Regierung von Oberbayern geführt. Diese riet der Gemeinde zur Beschränkten Ausschreibung. Bürgermeisterin Sigl betonte die Chance, durch das Ausschreibungsverfahren heimische Unternehmer ins Boot holen zu können.

Konkret sollen für die Einzellose jeweils drei bis zehn Bieter, die ihren Firmensitz im Radius von 50 Kilometern haben und aus drei Landkreisen stammen müssen, aufgefordert werden, Angebote zu unterbreiten. Außerdem haben durch die Veröffentlichung im Staatsanzeiger auch andere Firmen die Möglichkeit, Angebote abzugeben. Wie Architekt Schaffmayer ausführte, sei es vermutlich schwierig, einen Generalunternehmer zu finden, „der Feuerwehrhäuser genau in dem Konstrukt baut“. Für das Lengdorfer Feuerwehrgerätehaus liegt nämlich bereits eine genehmigter Bauplan vor. Derzeit wartet man im Rathaus, auf die Zusage von Fördermitteln. Außerdem bedeutet die Vergabe an einen Generalunternehmer, so machte der Planer deutlich, nicht zwangsläufig organisatorische und wirtschaftliche Vorteile. So müsse die Leistungsbeschreibung detailliert erfolgen.

Gegen die Beschränkte Ausschreibung sprach sich Ulrich Holnburger ( FW ) aus. Seiner Meinung nach birgt die Einzelvergabe an 30 Gewerke vor allem die Gefahr von „Schnittstellenproblemen“. Während sich bei Schwierigkeiten die einzelnen Gewerke gegenseitig die Schuld zuschieben würden, stehe ein Generalunternehmer gegenüber der Gemeinde in der Alleinverantwortung. Auf den ökonomischen Aspekt wies Ursula Angened ( FW ) hin. „Wenn kein Deckel drauf ist, weiß ich nicht, wo das hin wächst“, sagte sie mit Blick auf Kostensteigerungen bei öffentlichen Bauprojekten. Grünen-Gemeinderat Reinhard Bloch sah keinen Grund, regionale Anbieter zu favorisieren: „Es ist nicht so, dass das Handwerk bei uns daniederliegt und Hände ringend nach Aufträgen sucht“.

Der Gemeinderatsbeschluss soll die Voraussetzungen schaffen, im nächsten Frühjahr in die Vergabe zu gehen. Wie Bürgermeisterin Sigl erklärte, werde der Baubeginn aber erst nach der Bewilligung der Fördermittel erfolgen.

Anne Huber

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