Die Zukunft des Handwerks: Die jungen Gesellen erhoben sich, nachdem sie aufgerufen worden waren. Foto: Kuhn

Freisprechungsfeier Kreishandwerkerschaft

Waxenberger: „Ein Beruf ist kein Job“

Landkreis - Am Samstag war ein großer Tag für das Handwerk im Kreis Erding: 47 junge Handwerker erhielten im Gasthaus Menzinger in einer Feierstunde ihren Gesellenbrief.

Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger rief den jungen Leuten gleich mehrmals zu: „Seid stolz darauf, Handwerker zu sein.“

In seiner Rede, die er in weiten Teilen direkt an die jungen Gesellinnen und Gesellen richtete, machte er eine wichtige Unterscheidung: „Ihr habt einen Beruf gelernt und keinen Job.“ Weiter stellte er klar: „Gute Handwerker brauchen um ihre Arbeit nicht zu fürchten.“ Das aber setze voraus, dass sich die jungen Leute weiterbilden. Er rief die jungen Menschen dazu auf, ihr Können zu nutzen und die Freude am Beruf auszubauen.

Ein großer Dank ging an die Ausbildungsbetriebe, und da nannte Waxenberger eine interessante Zahl: Die Ausbildung eines Maurers koste den Betrieb rund 34 000 Euro. „Ich weiß das, ich bin ja selbst ein Baufuzzi“, meinte er augenzwinkernd. Ein Dank ging an die Eltern, „die euch einen Handwerksberuf haben lernen lassen“.

Das Handwerk im Kreis Erding sei auf dem aufsteigenden Ast: Waxenberger nannte 287 neu abgeschlossene Lehrverträge, was ein Plus von rund elf Prozent bedeute. Das sei weit über dem bayerischen Durchschnitt. 787 Ausbildungsverhältnisse gebe es in den 2431 Betrieben, was eine Ausbildungsquote von zehn Prozent bedeute. In Oberbayern sei diese Quote bei drei Prozent. „Wir gehören zu den handwerklichen Spitzenlandkreisen.“ Da kam Beifall auf.

Lengdorfs Bürgermeisterin Gerlinde Sigl rief in ihrem Grußwort dazu auf, das einheimische Handwerk zu unterstützen. „Handwerker braucht man immer.“ Landrat Martin Bayerstorfer sprach die Begeisterung für den Beruf an, die ein junger Handwerker an den Tag legen müsse, um erfolgreich zu sein.

Die „Drei Musketiere“ begleiteten die Feier musikalisch. Großartig war eine kabarettistische Einlage von Julian Wittmann aus Lengdorf, die derart gut ankam, dass die begeisterte Festversammlung ihn nicht ohne eine Zugabe von der Bühne lassen wollte. Herrlich waren seine Witzeleien über Politiker und „Studierte“. Gerade mit Possen über Letztere war er bei einer Gesellschaft von Handwerkern natürlich gut aufgehoben.

Freigesprochen wurden ganz offiziell vom Kreishandwerksmeister die jungen Handwerker der Bäcker- und der Metzgerinnung, der Friseure, Zimmerer und Schreiner.

Klaus Kuhn

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