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„Wer nicht mitmischt, wird aufgemischt“: Der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz (r.) gestern in Dorfen. 

CSU-Stammtisch in Dorfen

Lenz mahnt bei der B 15 zur Wachsamkeit

Dorfen - „Nicht locker lassen, zusammenhalten, nicht klein beigeben.“ Der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz warnt davor, im Widerstand gegen eine B 15 neu im Landkreis Erding nachzulassen. Er trifft damit den Nerv der Besucher des politischen Stammtisches der Dorfener CSU. Und das sind nicht nur Parteianhänger.

Es sind für einen CSU-Politiker ungewöhnlich deutliche Worte, die Andreas Lenz am gestrigen Sonntagmorgen beim kommunalpolitischen Stammtisch der Dorfener CSU in der ESC-Gaststätte findet: „Wer nicht mitmischt, wird aufgemischt.“ Der Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Ebersberg/Erding war bei dem Treffen in der Bayerischen Staatskanzlei am 29. Januar dabei, das für Ministerpräsident Horst Seehofer die Grundlage dafür war, den nur zwei Wochen zuvor gefassten Ministerratsbeschluss zu kippen, der den Bau der B 15 neu auf der Westtrasse im Landkreis Erding vorsah. Für die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans 2015 werden stattdessen zwei alternative Trassen angemeldet, erinnert Lenz. Zum einen der Ausbau der B 15 alt mit Ortsumfahrungen und zum anderen die ursprünglich raumgeordnete Trasse B 15 neu im Kreis Mühldorf westlich von Velden, Buchbach und Schwindegg. Dass die Westtrasse im Kreis Erding jetzt „definitiv vom Tisch ist“, sieht Lenz als einen Erfolg der Bürgerinitiative und aller Kämpfer. Dafür zollt er ihnen an diesem Sonntagmorgen auch seinen Respekt.

Doch in der neuen Beschlusslage sieht Lenz keinesfalls einen Grund dafür, sich zufrieden zurück lehnen zu können. Denn Lenz sieht irgendwo doch noch die Gefahr, dass mit einem abschnittsweisen Ausbau der bestehenden B 15 „eine Neutrassierung durch die Hintertüre“ drohe. Das müsse verhindert werden. Denn Lenz hält, wie viele der Besucher des CSU-Stammtisches, die raumgeordnete Trasse im Kreis Mühldorf für die sinnvollere. Sie würde im Erdinger Gäu Taufkirchen, Dorfen und St. Wolfgang wirkungsvoll vom Schwerverkehr entlasten. Zudem hält er diese Trasse für „die wirtschaftlichste Erschließung von Straßenräumen“. Selbst aus dem Landkreis Mühldorf habe er schon Stimmen gehört, die das genauso sähen. Denn der Raum dort sei „hehnaleidig“, sprich ungenügend ausbebaut. Firmen, wie etwa der große Automobilzulieferer Dräxlmaier mit weltweit 36 000 Beschäftigten, hätten sich nur deshalb in Vilsbiburg angesiedelt, weil dem Konzern der Bau der B 15 neu dort von der Politik versprochen worden sei. Dass in der Diskussion dort das FFH-Gebiet des Thalhamer Mooses bei Walkersaich mehr wiegen solle, als das FFH-Gebiet Isental, kann Lenz nicht nachvollziehen.

Warum dann die Staatsregierung die Bestandstrasse der B 15 alt überhaupt für den Bundesverkehrswegeplan melde, will ein Besucher wissen. Lenz zeigt sich auch hier als ein CSU-Politiker, der wohl Ehrlichkeit über Parteidisziplin stellt. Dass Seehofer nach dem Gespräch in der Staatskanzlei den Ministerratsbeschluss gekippt habe, sei kein alltäglicher Vorgang. Die B 15 alt sei „als Kompromiss“ mit aufgenommen worden, „damit gewisse Politiker nicht gänzlich das Gesicht verlieren“, wertet Lenz.

Für das weitere Vorgehen rät Lenz Bürgerinitiative und Kommunalpolitikern im Landkreis: „Nicht locker lassen, zusammenhalten, nicht kleinbei geben. Je mehr Aktivität, desto besser.“

Anton Renner

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