Die Berchtesgadener Bergwacht leiste an der Unglücksstelle am Grünstein-Klettersteig die Erstversorgung des abgestürzten Alpinisten aus Dorfen. Danach wurde er ans Bergetau des ÖAMTC-Rettungshubschraubers gehängt und ins Tal, später ins Klinikum Salzburg geflogen. Foto: Bergwacht Berchtesgaden.

Auf Klettersteig über dem Königsseegs

Dorfener stirbt bei 70-Meter-Absturz im Fels

Schönau am Königssee/Dorfen - Schrecklicher Bergunfall im Berchtesgadener Land: Ein Dorfener (51) ist am Freitag auf einem Klettersteig am Jenner vor den Augen seiner Begleiterin abgestürzt. Er erlag seinen schweren Verletzungen.

Gleich zweimal schlug das Schicksal bei dem Dorfener Alpinisten am Freitag in den Berchtesgadender Alpen zu. Nach einem ersten, kleineren Unfall ereignete sich ein zweiter. Die Verletzungen waren so schwer, dass der 51-Jährige am selben Abend im Klinikum Salzburg starb. Wie die Bergwacht Berchtesgaden berichtet, waren der Dorfener und seine Begleiterin am Freitagvormittag auf dem Grünstein-Klettersteig unterwegs. Der befindet sich hoch über Schönau am Königssee. Der Gipfel liegt auf 1300 Meter Höhe. Er gilt als anspruchsvoll und wird nur erfahrenen Bergsteigern mit voller Sicherheitsausrüstung empfohlen. Erst 2009 war er eröffnet worden.

Die Bergsteiger aus Dorfen hatten die schwierigste der drei Varianten gewählt, die so genannte Hotelroute. Ein Sprecher der Bergrettung teilte am Wochenende mit, dass der Mann in einer Steilwand etwa 100 Meter oberhalb des Einstiegs Probleme bekam. Gegen 10.45 Uhr stürzte er in sein Klettersteig-Set. Dabei verletzte er sich am Arm. Deswegen entschloss er sich, zurückzusteigen. Nach einer ersten Rekonstruktion hängte sich der 51-Jährige gegen 11.30 Uhr bei einer Querung komplett aus dem Gurtset aus. Er verlor den Halt und stürzte ungesichert aus der Wand rund 70 Meter tief zum Einstieg ab. Dort blieb er regungslos liegen. Ersthelfer wählten den Notruf und begannen mit der Erstversorgung.

Die Berchtesgadener Bergwacht fuhr mit einem Geländewagen zum Einsatzort und übernahm die Rettungsversuche. Der Schwerstverletze wurde in einen Luftrettungssack umgebettet. Der Salzburger Rettungshubschrauber Christophorus 6 brachte Notarzt und Sanitäter zur Einsatzstelle. Per Helikopter ging es am Seil zur Rodelbahn nach Königssee. Dort kam der Verletzte in den Hubschrauber, der ihn ins Klinikum Salzburg flog. Dort erlag der Dorfener in den Abendstunden seinen schweren Verletzungen.

Ein Kriseninterventionsdienst der Bergwacht kümmerte sich nicht nur um die Begleiterin, sondern auch um andere Augenzeugen des Bergdramas. Die Berchtesgadener Alpinpolizei übernahm die Ermittlungen.

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