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Qualm in der Bank: Im Abrissgebäude an der B 388 konnten die Feuerwehrler von Eichenried und Eicherloh realistisch üben – auch, wie man Metallgitter am besten entfernt.

Feuerwehr-Großübung im Abrisshaus

Kaputt machen erlaubt

Eichenried – Eine besondere Gelegenheit bot sich den Feuerwehren Eichenried und Eicherloh am Wochenende.

Im ehemaligen Gebäude der Raiffeisenbank an der Münchner Straße konnten sich die 50 Übungsteilnehmer richtig austoben. Türen aufbrechen oder Sicherheitsgitter vor Fenstern entfernen – das alles wurde so realistisch wie nie geübt.

Noch im Oktober soll das Gebäude an der Bundesstraße B 388 dem Erdboden gleich gemacht werden (wir berichteten). Deshalb hat die Raiffeisenbank die ehemalige Filiale bereitwillig für die besondere Übung zur Verfügung gestellt.

Schnell war mit Hilfe von gewöhnlichem Diskorauch das Szenario einer verqualmten, unübersichtlichen Brandstelle geschaffen, in der drei Opfer vermutet wurden. Neben einer Puppe ließen sich zwei Jugendfeuerwehrler aus dem Gebäude retten. Was den simulierten Einsatz zudem erschwerte: die Türen waren abgesperrt und die Fenster an der Nordseite mit Stahlgittern gesichert.

„Für uns war das eine einmalige Gelegenheit“, sagt der Eichenrieder Kommandant Franz Demmel, denn seiner Mannschaft waren keine Grenzen gesetzt. „Da das Gebäude sowieso abgerissen wird, konnten wir Türen und Fenster wirklich aufbrechen und mussten nicht aufpassen, dass bloß nichts kaputt geht.“

Doch nicht nur körperliche Kraft war gefragt, auch das systematische Vorgehen beim Einsatz konnte hervorragend getestet werden. „Wir haben den Einsatz in drei Bereiche aufgeteilt“, erklärt Demmel. Für die Südseite des Gebäudes sei ein Teil der Feuerwehr Eichenried zuständig gewesen, der andere Teil habe sich um die Wasserversorgung bemüht. Um die Nordseite haben sich die Eicherloher Brandbekämpfer gekümmert.

Besonders die Kommunikation über Funk und die Zusammenarbeit der beiden Feuerwehren habe dabei reibungslos funktioniert. „Mit dem Übungsverlauf sind wir wirklich sehr zufrieden. Es ist alles schnell und relativ ruhig abgelaufen“, zieht Demmel sein Fazit. Denn was genau die Einsatzkräfte an der Münchner Straße erwarten würde, haben sie vorher nicht gewusst. „Im realen Leben weiß man das ja auch nicht“, erklärt der Kommandant.

Auch dem Feuerwehrnachwuchs kam das Gebäude schließlich noch zugute. Beim Jugendfeuerwehrtag am Sonntag mit Einsätzen unterschiedlichster Art wurde erneut eine Rauchentwicklung im Raiffeisengebäude gemeldet. Neun angehenden Brandbekämpfern bot sich so ebenfalls die Möglichkeit, beispielsweise das Aufbrechen einer Tür zu üben.

Nicht nur die Feuerwehren wollen sich bei den Verantwortlichen der Bank bedanken. Auch der ehemalige Eichenrieder Kommandant Werner Niemeyer weiß deren Kooperationsbereitschaft zu schätzen. Er führt eine Druckerei auf dem Raiffeisengelände. „Sie haben den Abriss dankenswerterweise so weit nach hinten geschoben, bis ich in Rente gehe. Ende des Monats ist es dann so weit“, sagt Niemeyer. Ihm ist so ein Umzug seiner Firma also erspart geblieben.  

Julia Adam

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