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In der Gruppenzelle: Fürs Foto ließen sich die Neuchinger Kinder bei der Polizei einsperren und hatten sichtlich Spaß dabei.

Ferienprogramm Neuching

Freiwillig hinter Gittern

Neuching/Erding – Wie ist es wohl, eingesperrt zu sein? „Schön. Vor allem weil wir wieder raus dürfen.“ Darüber waren sich die Neuchinger Ferienspaß-Kinder einig, als sie bei der Polizeiinspektion Erding vorbeischauten. Nicht mehr raus wollten die Mädchen und Buben aus dem Polizeiauto.

von Daniela Oldach

Jedes Kind träumt irgendwann einmal davon, Polizist zu werden. Wie ist es aber auf einer Dienststelle wirklich? Müssen die Beamten auch Verbrecher jagen? Das alles und noch viel mehr erfuhren 21 Nachwuchscops von Polizeihauptmeisterin Nadine Schwarz. Da der Ansturm auf das Neuchinger Ferienangebot, die Polizeidienststelle in Erding zu besuchen, so groß war, gab es diese Aktion gleich für zwei Gruppen mit insgesamt 40 Kindern.

Große Augen machten die Kleinen ab sechs Jahren zuerst am Schießstand. Dort erklärte ihnen Schwarz, wie die Polizisten ihre Übungen absolvieren und dass auch die Kollegen anderer Dienststellen den Schießstand nutzen. „Meine Tante arbeitet bei der Polizei Poing. Schießt die dann da auch?“, fragte ein Bub. „Ja, dann war sie bestimmt schon bei uns“, antwortete Schwarz. Heiß begehrt waren die Patronenhülsen, die die Kinder als Andenken mitnehmen durften.

Weiter ging’s in die Werkstatt. Dort werden die Polizeiwagen regelmäßig auf Vordermann gebracht. Tiptop in Ordnung war das Polizeiauto, in dem die Mädchen und Buben nacheinander auf den Fahrersitz Platz nehmen durften. Als die Polizeihauptmeisterin Blaulicht und Martinshorn einschaltete, war die Begeisterung groß.

Die Fäden der Polizeiarbeit laufen in der Wache zusammen. Dort schauten die Kinder bei Polizeihauptmeister Michael Ströhlein und Polizeiobermeister Johannes Schiffmann vorbei. Die Wache ist rund um die Uhr besetzt. Als ein Beamter das Mittagessen für einen Gefangenen bestellte, waren die Kinder mucksmäuschenstill. „Ist da wirklich einer eingesperrt?“, fragten sie mit großen Augen. „Was hat er denn gemacht?“, wollte ein Bub wissen. „Schon was Schlimmes“, sagte Schwarz und erklärte, dass die Polizei eine Person nur 24 Stunden in Gewahrsam nehmen dürfe. In dieser Zeit entscheidet der Staatsanwalt, ob der Festgenommene freikommt oder in ein Gefängnis verlegt wird.

Eine freie Zelle durften die Kinder auch besichtigen. „Kann uns der Verbrecher hören?“, wollte ein Mädchen wissen. „Er hört euch bestimmt“, antwortete Schwarz, da die Rasselbande nicht gerade leise war. Danach wurden die Kinder in der Gruppenzelle einzeln gefesselt und „eingesperrt“. Alle Ausbruchsversuche scheiterten. Und auch die Mutigen waren erleichtert, als ihnen Schwarz aufsperrte.

Ein Wiedersehen mit ihr gibt es für die Kinder in der vierten Klasse, denn Schwarz kümmert sich mit ihrer Kollegin Susanne Roth um die Jugendverkehrsschule. Dort machen die Kinder den Fahrrad-Führerschein.

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