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Nichts geht mehr: Die St.-Martin-Straße in Oberneuching ist derzeit komplett gesperrt. Entstehen soll eine lebendige, offene Ortsmitte. Im Mittelpunkt wird dabei der neu gestaltete Kirchplatz stehen. Läuft alles nach Plan, werden die Arbeiten im Herbst beendet sein.

Ortsmitte Oberneuching

Von der Riesenbaustelle zum Schmuckstück

Oberneuching – Die Ortsmitte Oberneuching gleicht derzeit einer Riesenbaustelle. Es türmen sich Pfastersteine, Absperrgitter und Schuttcontainer. Schwer vorstellbar, dass dort in wenigen Monaten ein offener Platz sein soll, der zum Verweilen einlädt. Doch im Herbst soll es soweit sein.

von Daniela Oldach

Seit Ende April sind die Bagger in der Oberneuchinger Ortsmitte im Einsatz, denn das Areal an der St.-Martin-Straße und der Tassilostraße wird neu gestaltet. Die Geduld der Bürger wird auf eine harte Probe gestellt. Das Rathaus der Verwaltungsgemeinschaft Oberneuching und der Kindergarten St. Martin sind nur zu Fuß erreichbar. Dafür gibt’s eine Extraportion Staub. Geparkt werden kann nur bis auf Höhe des Alten Wirts, denn die St.-Martin-Straße ist gesperrt.

„Für alle Oberneuchinger Bürger, besonders aber für die Anwohner sind dies schon Einschränkungen. Nicht zu vergessen auch die Staub- und Lärmbelastungen durch die Bauarbeiten“, räumt Bürgermeister Hans Peis ein. Der Rathauschef und der Gemeinderat Neuching bitten aber um Verständnis. Denn schließlich soll der gesamte Ort von der „neuen“ Ortsmitte profitieren.

Am Kirchplatz wird die Oberfläche des hellen Natursteinpflasters geschnitten und nicht gebrochen, damit ein glatter Belag entsteht – ein Vorteil für ältere Leute mit Rollatoren, aber auch für die Damenwelt auf Stöckelschuhen. Die Gehwege werden gepflastert. Erhalten bleiben die alte Linde sowie der Künstlerbrunnen. Ein Beleuchtungskonzept wird den Kirchplatz stimmungsvoll illuminieren. Der historische Brunnen, der vorher am Rathaus stand, kommt links neben das Kriegerdenkmal. Ein kleines Podest rückt die Gedenkstätte zusätzlich in den Blickpunkt. Rotbraune Sitzbänke aus witterungsunempfindlichem Holzwerkstoff mit Lehnen aus Lärchenholz gruppieren sich um den Kirchplatz. Je nach Bedarf platzierte Würfelelemente dienen als weitere Sitzmöglichkeiten und als Begrenzungen für den fließenden Verkehrs, damit auf dem Platz selbst keine Fahrzeuge abgestellt werden. Das wird ohnehin nicht mehr notwendig sein, denn durch die Neugestaltung werden zwölf zusätzliche Stellplätze geschaffen. Insgesamt gibt es 36 Parkplätze auf dem Areal.

Das Niveau am Rathausparkplatz wird angehoben, so dass es nur noch drei Stufen zur Behörde sind. So wirkt der Bereich großzügiger, offener und in sich stimmiger. Lichtdurchflutet werden die Horträume im Untergeschoss des Kindergartens, denn es werden größere Fenster eingebaut und die Parkplätze nach hinten versetzt. Der Kindergarten bekommt einen behindertengerechten Zugang und als Farbtupfer eine Eingangstür in melonengelb.

Ist die Tragschicht Anfang September an der St.-Martin-Straße aufgebracht, wird diese wieder freigegeben. Mit ihr hätten die Bauarbeiten beginnen sollen. Jeweils nur eine halbseitige Sperrung war vorgesehen. Da aber statt zwei Baukolonnen nur eine kam, ging es in der Tassilostraße los. Dort wurde beigefarbenes Betonpflaster verlegt. Der südliche Zugang zur Pfarrkirche wurde mit geschnittenem Naturstein wellenförmig gepflastert und die Steigung abgeschwächt, um einen behindertengerechten Zugang zu ermöglichen. Außerdem sind Stufen angelegt worden.

Die eine Million Euro teure Baumaßnahme soll im Herbst fertig sein. An Zuschüssen gibt es 60 Prozent.

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