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Leute ausschmieren mal anders: Lotti Nassauer (Marianne Huber, M.) will Landwirt Georg (Markus Mayer, r.) mit ihrem „RegnWurmOrakel“ die Zukunft vorhersagen. Auch ihr Mann Lumpi (Günther Huber) staunt nicht schlecht, dessen vermeintlicher Sohn Hanser Hasenfuß (Fabian Schum) lauscht hinter der Tür.

Theaterkastl Neufinsing

Mit Regenwürmern über die Zukunft orakeln

Finsing - In Finsing wird die Zukunft vorhergesagt  - und zwar mit Regenwürmern. Die Aufführungen des Neufinsinger Theaterkastls mit tollen Schauspielern bieten auch heuer viel zu lachen.

In die Zukunft schauen, sich auf die Geschehnisse vorbereiten und die Situationen dementsprechend in die Wege leiten – das würde wohl jeder gerne in gewissen Momenten tun können. In der Turnhalle der Finsinger Grund- und Mittelschule wird dies durch ein Orakel gerade Wirklichkeit. Anhand von Tieren, genauer gesagt durch Regenwürmer, wird dort noch bis nächstes Wochenende die Zukunft vorhergesagt.

Natürlich experimentiert in Finsing aktuell nicht der Nachwuchs, sondern es handelt sich um die diesjährigen Aufführungen des Neufinsinger Theaterkastls. Heuer hat sich der Verein den ländlichen Schwank „RegnWurm Orakl“ von Ralph Wallner ausgesucht.

Bei der ausverkauften Premiere wurde noch einem weiteren Personenkreis der Theaterbesuch ermöglicht. Franz X. Peischl, der mit Agnes Kuhn wieder die Spielleitung und Regie übernommen hatte, begrüßte besonders „die Oldies“. Gemeint waren damit einige Bewohner des Neufinsinger Seniorenzentrums, die als zusätzliche Besucher das Geschehen auf der Bühne verfolgen durften.

Der Dreiakter spielt in einer etwas schäbigen Fischerhütte an einem See. Dort lebt das skurrile und arme Fischer-Ehepaar Lotti und Lumpi Nassauer (Marianne Huber und Günther Huber). Beide schmieren liebend gerne ihre Mitmenschen aus und stibitzen häufig bei ihren Nachbarn. Hygiene und Sauberkeit ist für sie ein Fremdwort. Vom geschichtsinteressierten Mumien-Reserl (Claudia Schiwietz) wird Lotti auf die Idee gebracht, mit Wahrsagerei etwas mehr Geld zu verdienen. In einer Spontanaktion gründet sie schließlich ihr „RegnWurmOrakl“, der Beginn einer vermeintlich großen Geschäftsidee, an deren Wirkung sie irgendwann sogar selbst glaubt.

Ein weiteres Mal überzeugt das Neufinsinger Theaterkastl mit seiner tollen Bühnenaufmachung. Die Kulisse beeindruckt auf den ersten Blick durch die detailverliebte Gestaltung, die einer echten Fischerhütte gleicht. Sogar an einen Fischerplatz inmitten vieler Gräser wurde auf der linken Bühnenseite gedacht. Dieser vermittelt den Eindruck, man sitze wirklich an einem See.

Aber auch die Maske hat ganze Arbeit geleistet. Das Fischer-Ehepaar sieht tatsächlich herrlich ungepflegt aus und wird von seinen Darstellern sehr amüsant verkörpert. Urkomisch ist es, wenn Marianne Huber als Lotti mit Fischernetz über dem Kopf wirre Zaubersprüche runter rattert und mit Regenwürmern sowie Kochtöpfen ihre Weissagungen macht. Scheu hat das Ehepaar vor den Tierchen nicht. Die Würmer werden schon mal auf Geschmack getestet oder am Körper aufgewärmt.

Ein ebenso überzeugender Theater-Schauspieler ist Fabian Schum als Hanser Hasenfuß. Der an Hypochondrie leidende junge Mann glaubt aufgrund der Aussagen einer Wahrsagerin, dass Lumpi sein Vater ist. Die weiteren, nicht weniger talentierten Mitwirkenden sind Regina Huber als Bedienung Zenz, Markus Mayer als protziger Landwirt und Brunhild Perzl als Dorfratschn Huaberin. Ebenfalls sehr amüsant anzusehen sind Daniela Greiner als taffe Giggerl-Wali mit ihrem unterdrückten Ehemann Goggerl-Willi, dargestellt von Johann Teicht.

Zwischen den Szenen musizieren und singen Theresa Kuhn, Michael Suhre und Vereinschef Lorenz Kuhn über die Geschichte des Schwanks. In der Pause musiziert die „Hoanznmusi“.

Ob Lumpi wirklich einen unehelichen Sohn hat, das Fischerpaar doch noch zu Reichtum gelangt oder ob die Orakel-Schwindelei irgendwann auffliegt – das alles können Besucher noch am kommenden Wochenende herausfinden.  

Restkarten

für die Vorstellungen am Freitag, Samstag und Sonntag gibt es im Geschäft „Mydahoam“ in Neufinsing oder an der Abendkasse. Beginn des etwa dreieinhalbstündigen Abends ist um 19.30 Uhr, am Sonntag bereits um 17 Uhr. Markus Ostermaier

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